Hungersnot im Jemen

Hungersnot im Jemen

Seit 2014 herrscht Krieg im Jemen. Lebensgefährliche Nahrungsmittelknappheit, der Ausbruch einer Cholera-Epidemie
und ein konstanter wirtschaftlicher Niedergang haben den Jemen zum Ort der schlimmsten humanitären Krise weltweit gemacht.

24 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe

Der anhaltende Konflikt hat Zehntausende Menschen im Jemen das Leben gekostet. Über 20 Millionen Menschen wissen nicht, woher ihre nächste Mahlzeit kommt. Das Land steht vor einer ernsthaften Hungersnot, die Situation vor Ort wird von Tag zu Tag schlimmer.

Angesichts der Gewalt, Vertreibungen, Krankheiten und der schwachen Wirtschaft benötigen schätzungsweise 24 Millionen Menschen humanitäre Hilfe, um zu überleben – eine Zahl, die das entsetzliche Ausmaß der Krise widerspiegelt.

Familien und Gemeinschaften werden auseinandergerissen und kämpfen um den Erhalt ihrer schwindenden Lebensgrundlagen. Lebensmittel sind knapp und es gibt kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Aktuelle Zahlen

19,7 Millionen Menschen benötigen Grundversorgung
Fast 18 Millionen Menschen benötigen sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen
Über 3 Millionen Menschen wurden bereits durch Konflikte vertrieben

Situation vor Ort: Ein Land am Rande des Ruins

Schon bevor der Konflikt im März 2015 ausbrach, zählte der Jemen bereits zu den ärmsten Ländern im Nahen Osten. Drei Jahre aufeinanderfolgender Krieg haben das Land am Boden zerstört - eine humanitäre Tragödie, die sehr schnell ein unvorhersehbares Ausmaß erreichte. Heute sind von 29.3 Millionen Jemeniten fast 24 Millionen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen, viele davon auf akute und lebensrettende Nothilfe. Aktuell sind etwa 18 Millionen Menschen von starker Nahrungsmittelunsicherheit betroffen. Diese Katastrophe trifft einige Menschen besonders schlimm:

Aktuell gelten 2.9 Millionen Kinder, schwangere Frauen und stillende Mütter als stark unterernährt. 400.000 Kinder in dieser Statistik sind im Alter von unter 5 Jahren und bereits lebensgefährlich mangelernährt.

Hinzu kommt der mangelhafte Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Anlagen, was als Hauptursache für die Ausbrüche der Cholera-Epidemie gilt. Dies betrifft vor allem ländliche oder schwer zugängliche Gebiete.

Weitere 16.4 Millionen Menschen benötigen humanitäre Unterstützung für grundlegende medizinische Versorgung, denn weniger als die Hälfte der Krankenhäuser sind funktionsfähig, fast alle maßlos überfüllt.

So hilft Islamic Relief

Islamic Relief ist seit über 20 Jahren im Jemen tätig und setzt die lebensrettende Arbeit während des katastrophalen Konflikts fort. Allein im vergangenen Jahr haben wir in ca. siebzehn Provinzen, inklusive schwer erreichbaren Gebieten, mehr als 2,6 Millionen gefährdete Menschen unterstützt. Mit Deiner Unterstützung kämpfen wir gegen die Mangelernährung von Säuglingen, ermöglichen Zugänge zu sauberem Trinkwasser und gründen lebenswichtige sanitäre Einrichtungen. Dabei haben wir auch immer die Hilfe zur Selbsthilfe im Auge: Wir möchten langfristig und nachhaltig helfen und unterstützen deshalb Familien bei dem Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen.


Wasser & Sanitär

Sauberes Trinkwasser wird gemeinsam mit lokalen Partnern vor Ort zur Verfügung gestellt.

Medizinische Versorgung

Seit dem Ausbruch der Cholera-Epidemie liefert Islamic Relief medizinische Nothilfe.

Lebensmittelhilfe

Warme Mahlzeiten werden von Islamic Relief an hungernde Menschen verteilt.

4 Jahre Krieg im Jemen


 

Flucht als einziger Weg

 

Juma'ah Quhri und ihre Familien kommen aus der Region Mandhar, wo der Konflikt besonders in den Vordergrund drängt. Im Juni floh sie zusammen mit mit ihrem Sohn, der Lehrer ist, und ihren acht Enkelkindern nach Hodeida.

"Als der Konflikt in unserer Nachbarschaft eintraf, dachten wir nicht daran, irgendetwas mitzunehmen - wir flohen mit unserer Kleidung auf dem Leib. Kurz danach wurden unsere Häuser zerstört", sagt Juma'ah. 

Jetzt lebt die Familie in einem Raum in Hodeida. Die Kinder schlafen auf dem Flur und anstatt in die Schule zu gehen, versuchen sie, Geld zu verdienen, um das Überleben der Familie zu unterstützen. 

Ahmed Mor'ie, ebenfalls aus Mandhar, kämpft auch mit Armut und fehlenden Lebensgrundlagen. „Meine Töchter versteckten sich während der Angriffe unter den Betten und hatten Angst, dass sie getroffen werden“, sagte er und beschreibt den Tag, an dem er mit seiner Familie die Flucht ergriff.

„Während die Menschen weltweit das Eid zelebrierten, flüchteten wir ohne Schuhe und unsere Sachen aus dem Haus. Nicht nur wurde unser Haus zerstört - später wurden alle unsere Sachen gestohlen. Uns war nur wichtig, am Leben zu sein."

Trotz der Tatsache, dass sein Dorf immer noch von Gewalt bedroht wird, mussten zwei seiner Kinder vor kurzem in das Dorf zurückkehren, um durch Fischen ihr Einkommen zu sichern. „Unser Leid findet seit der Flucht kein Ende. Ich hoffe, dass ich meine Familie vor extremen Hunger bewahren kann. Wenn der Frieden zurückkehrt, möchte ich zurück in mein Dorf und mein Haus ziehen.“