21.10.2016 | Aktuelles Islamic Relief Deutschland Top-News Startseite

Islamic Relief beim Fachgespräch für Mitarbeiter des Deutschen Bundestags

Religiöse Konflikte tragen leider immer wieder auch ihren Teil dazu bei, dass weltweit humanitäre Not entsteht. Doch in der humanitären Hilfe ist Religion keineswegs per se etwas Negatives. Oft hilft sie, Brücken zu bauen, neues Vertrauen zu schaffen und den Menschen Halt zu geben.

Welche Möglichkeiten und Vorteile, aber auch welche Herausforderungen und Schwierigkeiten bietet Religion in humanitären Krisen, und wie können insbesondere konfessionelle geprägte Hilfsorganisationen dazu beitragen, die Not der Menschen zu lindern? Im Rahmen eines Fachgespräches im Bundestag am 12. Oktober gaben Tarek Abdelalem, Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland, und Bernhard Felmberg, Ministerialdirigent im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, einen spannenden Einblick in diese Thematik – sowohl aus der wissenschaftlichen Perspektive als auch aus der unmittelbaren praktischen Arbeit als Hilfsorganisation in Katastrophenregionen.

Vor den anwesenden Mitarbeitern aus dem Deutschen Bundestag betont Felmberg ausdrücklich: „Es ist wichtig, anzumerken, dass Religion keine Bedrohung sondern ein Teil der Lösung ist. Durch religiös motivierte Organisationen wie Islamic Relief kann eine viel effektivere humanitäre Hilfe geleistet werden.“

Diese Aussage bestätigt er anhand eines konkreten Beispiels aus den Überlieferungen des Propheten Muhammad: Der Gesandte Allahs kam zu Sa’d, der für die Gebetswaschung mehr Wasser als nötig benutzte. Er fragte: „Was soll diese Verschwendung?“ Sa’d erwiderte: „Kann man auch bei der Gebetswaschung verschwenderisch sein?“ Da antwortete der Prophet: „Ja, hüte dich vor der Verschwendung, selbst wenn du an einem Fluss stehst.“ (Ibn Madscha)

Dies verdeutliche, dass es Sunna, also eine vorbildliche Praxis des Propheten Muhammad, ist, mit Wasser sparsam umzugehen. Somit wüssten religiöse Spender das Wasser wertzuschätzen und spendeten bewusst an Wasserversorgungsprojekte von Islamic Relief. Zugleich könne man Begünstigten einen nachhaltigen Umgang mit Wasser auch durch solche Beispiele aus der Religion nahebringen, so der Islamic Relief-Geschäftsführer.

Auch betonte Abdelalem, dass nicht in Frage zu stellen sei, wie hoch und wichtig der Stellenwert von Religion in der heutigen Gesellschaft ist. Es sei unbestreitbar, dass Islamic Relief Deutschland als muslimische Organisation in Konfliktregionen mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung oft einen leichteren Zugang hat. Die Bedürftigen finden so oft schnelleres Vertrauen und Verständnis. Doch betonte Abdelalem auch, dass Islamic Relief Deutschland als Organisation zwar von islamischen Werten geleitet sei, ihre humanitäre Hilfe jedoch für alle Bedürftigen weltweit leiste, unabhängig von Ethnie, Religion oder Geschlecht.

Tarek Abdelalem

Tarek Abdelalem im Gespräch zum Thema Religion in humanitären Krisen