Palästina: Stärkung der Kapazitäten der Neugeborenenstation in Hebron, Westbank

Gesundheit

Die Säuglingssterblichkeit in Hebron im Westjordanland ist 4- bis 6-mal höher als in Israel, bedingt durch vermeidbare Ursachen wie Frühgeburten und Infektionen. Durch die Einrichtung einer Neonatalogie und Aus- und Fortbildung von medizinischem Personal in Hebron wird hier Abhilfe geschaffen.

Land: Palästina

Ort: Hebron (Westjordanland)

Begünstigte: 46 Mitarbeitende im medizinischen Sektor, 90 Neugeborene und ihre Familien jährlich

Projektziel: Senkung der Morbiditäts- und Mortalitätsrate schwerkranker Neugeborener im Nahen Osten durch den Ausbau der neonatologischen Versorgung in Hebron

Gesamtkosten: 564.514 Euro

Projektdauer: 10.04.2025-10.04.2026 (12 Monate)

Implementierungspartner: Islamic Relief Palästina

Das Ziel ist, eine Neonatalogie mit allen nötigen Ressourcen in Hebron einzurichten und die Kapazitäten des Personals durch Aus- und Fortbildung zu verbessern. Dies hat zur Wirkung, dass die Morbiditäts- und Mortalitätsrate schwerkranker Neugeborener in Palästina durch den Ausbau der neonatologischen Versorgung gesenkt wird und die Lebensqualität der Menschen vor Ort verbessert wird.

1. Verbesserte Kapazitäten des Personals: Fortbildung von 46 medizinischen Fachkräften in den Krankenhäusern Yatta und Alia durch Schulungen

a. Durchführung von Fortbildungen mit britischen Spezialisten zwei Mal im Jahr

b. Angebot von Online-Schulungen

c. Sammeln von Fallstudien für die Interessenvertretung

2. Verbesserte Ressourcen: Bereitstellung von wichtiger Ausrüstung (z. B. CPAP-Geräte, Hirnfunktionsmonitore) und lebensrettenden Medikamenten/Lieferungen für Neugeborenenstationen

a. Beschaffung und Lieferung wichtiger Ausrüstung (z. B. Stickoxidgeräte, Spritzenpumpen)

b. Schulung des Personals in der Nutzung und Wartung der Geräte

c. Beschaffung und Lieferung von Medikamenten (z. B. intravenöse Ernährung) und Infektionsschutzmitteln 3. Stärkeres Bewusstsein: Sensibilisierung für Hindernisse beim Zugang zur Neugeborenenversorgung in der Provinz

3.1. Durchführung von Interviews/Fokusgruppen mit Mitarbeitern und Familien

3.2. Erstellung von Fallstudien und digitalen Kampagnen

(Stand: 26.03.2025)

In Hebron, dem größten Regierungsbezirk im Westjordanland, gibt es keine spezialisierte Abteilung für Neugeborene (Neonatologie der Stufe 4), weshalb betroffene Familien oft weit zum am nächsten gelegenen Al-Makassed-Krankenhaus in Ostjerusalem reisen müssen. Ohnehin ist das Gesundheitssystem für Neugeborene in den besetzten palästinensischen Gebieten durch die jahrzehntelang andauernde Besetzung, die politischen Instabilität und die Wirtschaftskrisen stark belastet. Zu den größten Herausforderungen gehören unzureichende Ressourcen wie der Mangel an wichtigen Medikamenten und medizinischem Material, personelle Engpässe aufgrund der unzureichenden Anzahl an ausgebildetem Gesundheitspersonal für Neugeborene sowie ein erschwerter Zugang zu den Neugeborenenstationen aufgrund von Checkpoints und Straßenblockaden des israelischen Militärs. Die Säuglingssterblichkeit ist außerdem im Westjordanland vier- bis sechsmal höher als in Israel, bedingt durch vermeidbare Ursachen wie Frühgeburten und Infektionen.