Nepal: COVID-19-Nothilfe für die zweite Welle

Nothilfe: Gesundheit

Der Zustand in den Krankenhäusern in Nepal ist nach wie vor sehr angespannt. Nepal befindet sich weltweit auf Platz 9 der Länder mit den täglich höchsten Neu-Infektionen mit dem Coronavirus. Nach einem Bericht der Behörden von Mai 2020 stehen für die fast 30 Millionen Einwohner gerade einmal 1.595 Betten auf Intensivstationen und 480 Beatmungsgeräte zur Verfügung. Das Gesundheitsministerium hat sich in einem Schreiben an internationale Entwicklungspartner gewandt und um lebenswichtige Güter gebeten.

Der Distrikt Kapilvastu (Projektgebiet) in der Provinz 5 wird von Islamic Relief Nepal als vorrangig eingestuft, da die Zahl der humanitären Akteure in den Distrikten begrenzt ist. Die gefährdeten Familien haben ihre Bewältigungsmechanismen ausgeschöpft, indem sie ihre Ersparnisse aufgebraucht, Produktionsmittel verkauft und Schulden aufgenommen haben. Ohne Unterstützung wird es für diese Familien schwierig sein, ihren Lebensunterhalt wieder zu bestreiten. Vor diesem Hintergrund werden die Menschen in der Projektregion durch Hygienemaßnahmen und einer besseren medizinischen Versorgung wie kontaktfreie Handwaschstationen sowie ein Isolationszentrum mit medizinischen Materialien und Geräten sich besser vor Ansteckungen schützen können. Zudem werden sie die Lebensbedingungen von Familien, die von den Pandemie-Beschränkungen betroffen sind, durch die Verteilung von Lebensmittelpaketen verbessert und vor Hunger und Mangelernährung geschützt.

Land: Nepal

Orte: Provinz Lumbini, Distrikt: Kapilvastu

Begünstigte: 5.416 Menschen

Projektziel: Verbesserter und rechtzeitiger Zugang zu lebensrettender medizinischer Versorgung, WASH und ausreichender Nahrung für die gefährdeten Gemeinden, die von der zweiten Welle von COVID-19 betroffen sind.

Projektdauer: 15.07.2021 – 14.09.2021 (2 Monate)

Gesamtkosten: 50.000 Euro

Implementierungspartner: BATAS Foundation (Technische Support-Islamic Relief Nepal)

Verbesserter und rechtzeitiger Zugang zu lebensrettender medizinischer Versorgung, WASH und ausreichender Nahrung für die gefährdeten Gemeinden, die von der zweiten Welle von COVID-19 betroffen sind.

1.    Die Behandlungskapazitäten für Covid-19 sowie die Hygiene- und Sanitärinfrastruktur der öffentlichen Gesundheitseinrichtungen sind gestärkt.

1.1.    Ein Isolationszentrum wird mit medizinischem Material und Geräten ausgestattet, wovon mindestens 250 Personen profitieren können
1.2.    10 kontaktfreie Handwaschstationen werden in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen installiert, wovon mindestens 444 Personen profitieren

2.    Verbesserung der Hygiene und des sanitären Zustands von gefährdeten Gemeinschaften, die in unterversorgten Covid-19-Hotspots leben, um die Übertragung auf Gemeindeebene zu verringern.

2.1.    8 kontaktfreie Handwaschstationen wurden an öffentlichen Orten installiert; davon profitieren mindestens 356 Personen.

3.    Lebensbedingungen der Bedürftige Familien, die von den Covid-19-Beschränkungen betroffen sind, durch Bereitstellung ausreichender Nahrungsmitteln verbessert.

3.1.    600 Familien erhalten Nahrungsmittelpakete, die für einen Haushalt einen Monat lang ausreichen.

Rund ein Viertel der Bevölkerung in Nepal, das entspricht sieben Millionen Menschen, leben unterhalb der Armutsgrenze. Viele von ihnen sind durch das Erdbeben von 2015 in die Verschuldung getrieben worden. Studien gehen davon aus, dass die Katastrophen das BIP-Wachstum in Nepal um durchschnittlich 1,5 % pro Jahr verringern und Tausende von Haushalten regelmäßig in die Armut zurückdrängen. 4,6 Millionen Menschen sind nach wie vor ernährungsunsicher.

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen haben die ohnehin schon verzweifelte wirtschaftliche Lage in Nepal noch verschlimmert. Einem Bericht des Zentralamts für Statistik zufolge wurden rund 1,2 Millionen Menschen unter die Armutsgrenze gedrückt, während rund 1,5 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben, davon waren 640.000 Wanderarbeiter und 924.000 Arbeitnehmer. Es wird erwartet, dass die zweite Welle von COVID-19 noch mehr Nepalesen in die Armut stürzen und die Ungleichheit verschärfen wird.

 


 

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