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Sudan

Konflikt und humanitäre Krise

Sudan

Konflikt und humanitäre Krise

24,8 Millionen

Menschen benötigen humanitäre Hilfe.

17,7 Millionen

Menschen leiden an Ernährungsunsicherheit.

3,4 Millionen

Kinder sind unterernährt.

Eine vergessene Krise: 1 Jahr brutaler Krieg im Sudan


Seit dem 15. April 2023 hat sich das Leben von Millionen von Sudanesen für immer verändert. In der sonst so friedlichen Hauptstadt Khartum brachen heftige Straßenkämpfe aus. Familien mussten fliehen, als Kugeln und Granaten wahllos durch dicht besiedelte Stadtteile flogen und sich die Leichen auf den Straßen stapelten.

Der Krieg weitete sich auf fast jeden Winkel des Landes aus - städtische Viertel wurden in Schutt und Asche gelegt, die Infrastruktur und die öffentlichen Dienste zerstört und Dörfer niedergebrannt. Märkte und Krankenhäuser wurden angegriffen. Die Kämpfe haben viele der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen in Mitleidenschaft gezogen.

Die Gewalt hat den Sudan überrollt. Seit diesem Tag ist nichts mehr so, wie es einst war. Jetzt steht der Sudan am Rande einer Hungersnot, in der Kinder verhungern. Für viele Bauern ist es zu gefährlich, ihre Felder zu betreten, und die diesjährigen Ernten werden voraussichtlich zu den schlechtesten überhaupt gehören.

Die Wirtschaft bricht in einem rasanten Tempo zusammen und treibt viele Familien tief in die Armut, während gleichzeitig die Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen. Die Preise sind im vergangenen Jahr um 83 % gestiegen und haben sich in vielen Gebieten mehr als verdoppelt. 95 % der Vertriebenen geben an, dass Lebensmittel zwar verfügbar, aber unerschwinglich sind.

Rund 17.000 Menschen wurden nachweislich getötet, doch die tatsächliche Zahl der Todesopfer ist wahrscheinlich viel höher, da Gebiete von Khartum und Teile von Darfur unzugänglich sind.

Es besteht die Gefahr, dass der Sudan als funktionierender Staat zusammenbricht. Dies hätte enorme regionale und globale Auswirkungen.

So kannst Du helfen!


Versorge eine Familie einen Monat lang mit sauberem Trinkwasser.

Ermögliche Haushalten einen Bargeldzuschuss für den Kauf von Lebensmitteln.

Ermögliche zwei Familien eine Unterkunft.

Spende jetzt und hilf dabei, Leben zu retten.

Untersuchungen von Islamic Relief haben ergaben, dass 93 % der Menschen ihr Einkommen verloren haben und Schwierigkeiten haben, Lebensmittel und medizinische Versorgung zu erhalten. Mehr als 24,8 Millionen Menschen - fast die Hälfte der Bevölkerung - sind auf Hilfe angewiesen, darunter auch einige unserer eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Gefahren für Mitarbeitende und Helfende von Hilfsorganisationen


Von den Folgen der Katastrophe sind auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen betroffen. Mindestens 52 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wurden getötet. Das Büro von Islamic Relief in Khartum wurde aus Sicherheitsgründen geschlossen und die meisten unserer Mitarbeitenden sind aus der Hauptstadt in sicherere Gebiete geflohen. Das Team leitet derzeit die Hilfsmaßnahmen von Al-Qadarif (im Osten des Landes) aus.

Der Konflikt sorgt für Fluchtbewegungen in und außerhalb des Sudan


Fast 10 Millionen Menschen sind aus ihren Häusern geflohen - 7,7 Millionen innerhalb des Sudan und 2,2 Millionen haben die Grenzen in Richtung Nachbarländer wie Ägypten, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Südsudan und Äthiopien überquert.

Binnenvertriebene fanden Unterschlupf bei Verwandten, einheimischen Familien oder in überfüllten und schnell wachsenden Lagern, in denen die Gefahr von Krankheiten ansteigt.

Fehlende internationale Aufmerksamkeit


In Teilen wird in den Medien über die Not im Sudan berichtet, doch fehlt das öffentliche Bewusstsein zum tatsächlichen Ausmaß der Not im Sudan. Dieser Mangel an Aufmerksamkeit hat tödliche Folgen: Nach einem Viertel des Jahres hat der von den Vereinten Nationen geführte Plan für humanitäre Hilfe 2024 für den Sudan gerade einmal 5 % der benötigten 2,7 Mrd. USD erhalten. Der Aufruf für 2023 wurde mit weniger als der Hälfte finanziert.

ISLAMIC RELIEF IST VOR ORT UND LEISTET HILFE


Islamic Relief ist seit fast 40 Jahren im Sudan tätig und steht den betroffenen Familien weiterhin zur Seite.

Der Zugang für humanitäre Hilfe im Sudan ist jedoch nach wie vor eingeschränkt. Aufgrund der schwierigen Sicherheitslage wurden mindestens 52 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet und mehr als 120 humanitäre Einrichtungen überfallen oder geplündert. Auch bürokratische Hindernisse, die von den Behörden auferlegt werden, erschweren die Hilfsmaßnahmen.

Trotz der schwierigen Bedingungen, mit denen viele unserer Mitarbeiter konfrontiert sind, unterstützt Islamic Relief weiterhin bedürftige Menschen im Sudan.

Seit Beginn der Krise haben wir mehr als 600.000 Menschen mit lebenswichtiger humanitärer Hilfe versorgt. Wir haben Lebensmittelpakete, Saatgut für Landwirte, Hygiene- und Hygieneartikel, Wasseraufbewahrungspakete, Bargeld und Notunterkünfte verteilt.

Darüber hinaus haben wir 46.000 Menschen mit medizinischer Versorgung, Medikamenten und Nahrungsmitteln versorgt.

Wir betreiben Behandlungszentren für die steigende Zahl (3,4 Millionen) unterernährter Kinder und konnten bisher fünf Krankenhäuser mit Medikamenten beliefern.

Bitte unterstütze noch heute unsere lebensrettenden Maßnahmen im Sudan. Spende jetzt!

ERFAHRUNGEN DER ISLAMIC RELIEF SUDAN-MITARBEITENDEN


Mitarbeitende berichten über ihre Erfahrungen in den letzten Monaten seit Ausbruch der Gewalt im Sudan: