10 Jahre Muslimisches SeelsorgeTelefon (MuTeS)

Wir gratulieren zur erfolgreichen Arbeit!

Am 01. Mai 2009 startete ein außergewöhnliches Projekt interreligiöser Zusammenarbeit in Deutschland: das Muslimische SeelsorgeTelefon (MuTeS). Dabei kooperiert der Träger Islamic Relief Deutschland mit Caritas Berlin und dem DWBO (Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg), sowie auf Arbeitsebene MuTeS mit der Kirchlichen TelefonSeelsorge Berlin-Brandenburg und der russischsprachigen Telefonseelsorge Doweria (in der auch zahlreiche Menschen jüdischen Glaubens arbeiten).

„Diese Kooperation über die Religionsgrenzen hinweg war über den gesamten Zeitraum das Fundament für die sehr solide Entwicklung des muslimischen SeelsorgeTelefons. Aufbauend auf den Erfahrungen und Qualitätsstandards aus über 50 Jahren christlicher TelefonSeelsorge und finanziell unterstützt durch Spenderinnen und Spendern von Islamic Relief“, so Tarek Abdelalem, Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland e.V..

Die Erfolge von MuTeS zeigen sich nicht nur in der schieren Zahl von 10 Jahren, sondern in über 50.000 Stunden qualifizierter ehrenamtlicher TelefonSeelsorge-Arbeit, in der über 45.000 Mal die Nummer 030/ 44 35 09 821 angerufen wurde. Hunderte von Anrufenden schweigen nur, weil sie den Mut (noch) nicht aufbringen, das bisher in ihrem Innersten Verborgene auszusprechen. Aber mit über 32.000 Anrufenden wurde seelsorgerisch über ihre seelischen Probleme gesprochen: über Ängste, Isolation, Partnerschaft/ Trennung, Sterben, Suizid, Sucht, Schmerz, Arbeitslosigkeit, Schulden, Sinn, Glaube, …

Über 90% der Gespräche werden auf Deutsch geführt, die anderen Telefonate auf Türkisch, Arabisch und einigen anderen Sprachen, die von Seelsorgerinnen und Seelsorgern als Muttersprache bzw. Fremdsprachen beherrscht werden. Die meisten Anrufenden sind muslimischen Glaubens, aber da das keine Voraussetzung ist, rufen auch andere Hilfesuchende an. Die große Mehrzahl sind Frauen, zwischen 20 und 50 Jahre alt und rufen zwischen 12 und 23 Uhr für ca. 15 bis 45 Minuten pro Anruf an.

Die gute seelsorgerische Arbeit von MuTeS wurde inzwischen nicht nur mehrfach ausgezeichnet (u.a. mit der Berliner Tulpe, dem Aspirin-Sozialpreis und dem Sonderpreis Berlin gegen Gewalt), sondern ist auch regional, national und international auf Interesse gestoßen.

So ist MuTeS in Berlin organisatorisch bzw. personell in der Notfall-Seelsorge, der Gefängnis-Seelsorge und im Krankenhaus-Besuchsdienst eingebunden, hält Vorträge und führt bundesweit und international Fortbildungsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen rund um muslimische Seelsorgearbeit und interreligiöse Zusammenarbeit durch.

Für den 11. September 2019 ist aus Anlass des 10-jährigen Jubiläums der MuTeS-Kooperation eine Fachtagung der drei Kooperationspartner zur interreligiösen Zusammenarbeit in der Sozialen Arbeit in Planung.

„MuTeS ist stolz auf 10 Jahre erfolgreiche Arbeit für Menschen in einer seelischen Notlage und sehr  dankbar für die Unterstützung des Trägers Islamic Relief, der Förderer, zu denen seit 2016 hauptsächlich die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung im Land Berlin gehört, der Kooperationspartner, der Mitarbeitenden und vor allem den 86 ehrenamtlichen TelefonSeelsorgerinnen und TelefonSeelsorgern!“, sagt  M. Imran Sagir, der Gründungsgeschäftsführer des Muslimischen SeelsorgeTelefons.

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MuTeS – das Muslimische SeelsorgeTelefon - steht Menschen in seelischen Notlagen unter der Nummer 030/ 44 35 09 821 an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr kostenlos und anonym, ohne Ansehen von Religion, Herkunft, Alter oder Geschlecht offen.

Die 86 qualifizierten ehrenamtlichen TelefonSeelsorgerinnen und TelefonSeelsorger stehen immer in Deutsch, dienstags garantiert in Türkisch, und nach Absprache z.B. auch in Arabisch, Urdu, Marokkanisches Arabisch, Französisch, Englisch und Bosnisch zur Verfügung – seelische Probleme lassen sich oftmals am besten in der Muttersprache beschreiben.

Bisher wurden bei 45.000 gezählten Anrufen bereits über 32.000 Seelsorge-Gespräche geführt.

Kontakt für Presse: Geschäftsführer M. Imran Sagir (Handy: 0177/ 797 38 68)

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