Türkiye: Stärkung von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen: Bewältigung von Marktherausforderungen für nachhaltiges Wachstum nach Erdbeben

Einkommen

Nach den schweren Erdbeben im Februar 2023 im Südosten der Türkei, mit insgesamt 15,6 Millionen Betroffenen, sind die wirtschaftlichen Folgen bis heute spürbar. Der Verlust von schätzungsweise 220.000 Arbeitsplätzen hat die wirtschaftliche Situation zahlreicher Haushalte weiter verschärft. Durch gezielte Entrepeneurship-Trainings, Unterstützung bei der Erstellung von Business-Plänen und Sachleistungszuschüssen für den Wiederaufbau von Geschäften soll die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und das nachhaltige Wachstum von erdbebengeschädigten Mikro- und Kleinunternehmen (MSEs) gefördert werden.

Land: Türkiye

Projektregionen: Türkiye, Gaziantep und Hatay

Begünstigte: 200 Unternehmer und Unternehmerinnen (davon 125 mit Sachleistungszuschüssen) sowie deren Familien und Gemeinden

Dauer: 01.06.2025 – 31.12.2026 (19 Monate)

Implementierungspartner: Islamic Relief Türkiye

Budget: 1.000.000 EUR

Im Rahmen des Projekts wird die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit gestärkt und das nachhaltige Wachstum von erdbebengeschädigten Mikro- und Kleinunternehmen (MSEs) gefördert. Dafür werden Entrepreneurship-Trainings und gezielte Sachleistungszuschüsse gewährt. Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen wird der soziale Zusammenhalt gefördert und somit das lokale Wirtschaftsumfeld gestärkt.

Im Rahmen des Projekts werden Entrepreneurship-Trainings für insgesamt 200 Unternehmer und Unternehmerinnen durchgeführt. Unter den Teilnehmenden befinden sich insbesondere Frauen sowie Menschen mit Behinderungen. Die Trainings finden in Kooperation mit einer spezialisierten Einrichtung statt und vermitteln praxisorientierte Kenntnisse in den Bereichen Geschäftsplanung, digitales Marketing, Finanzmanagement und Marktzugang. Im Anschluss an die Trainings entwickeln die Teilnehmenden individuelle Business-Pläne,

Auf Grundlage der Business-Pläne und des unternehmerischen Potenzials werden 125 Unternehmer und Unternehmerinnen für eine weitere Unterstützung ausgewählt. Die Auswahl erfolgt nach transparenten und nachvollziehbaren Kriterien. Die ausgewählten Teilnehmer erhalten Sachleistungszuschüsse in Höhe von bis zu 3.600 Euro. Entsprechend des jeweiligen Bedarfs werden hierfür benötigte Geräte, Maschinen und Materialien beschafft und bereitgestellt. Die geförderten Unternehmen werden während der Umsetzung der geplanten Maßnahmen begleitet. Dazu gehören regelmäßige Abstimmungen mit den Unternehmern und Unternehmerinnen sowie die laufende Beobachtung und Dokumentation der Fortschritte.

Insgesamt soll ein Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wiederaufbau geleistet, Arbeitsplätze geschaffen und der soziale Zusammenhalt gefördert werden und somit das lokale Wirtschaftsumfeld gestärkt werden. Die Umsetzung der Aktivitäten erfolgt in enger Abstimmung mit den lokalen Behörden, Wirtschaftskammern und Nichtregierungsorganisationen. Darüber hinaus werden die durchgeführten Maßnahmen und erzielten Projekterfolge dokumentiert und zur Förderung weiterer Investitionen sichtbar gemacht.

Im Februar 2023 wurde die Südosttürkei von zwei schweren Erdbeben erschüttert, die weitreichende humanitäre und sozioökonomische Folgen hatten. Rund 15,6 Millionen Menschen waren von den Erdbeben betroffen, mehr als 50.000 Menschen verloren ihr Leben. Schätzungsweise 2,7 Millionen Menschen wurden infolge der Katastrophe vertrieben. Neben den unmittelbaren humanitären Auswirkungen haben insbesondere die lokale Infrastruktur, landwirtschaftliche Produktionsgrundlagen und die regionale Wirtschaft erheblichen Schaden genommen.

Die wirtschaftlichen Folgen sind bis heute spürbar. Schätzungsweise 220.000 Arbeitsplätze gingen infolge der Erdbeben verloren. Für die betroffenen Berufstätigen werden die durchschnittlichen monatlichen Einkommensverluste auf rund 230 US-Dollar pro Person geschätzt. Der Verlust von Arbeitsplätzen und Einkommen hat die wirtschaftliche Situation zahlreicher Haushalte weiter verschärft und erschwert den betroffenen Menschen den Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen.

Besonders stark betroffen sind Mikro- und Kleinunternehmen (MSEs), die eine zentrale Rolle für die lokale Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen spielen. Viele dieser Unternehmen wurden durch die Erdbeben unmittelbar geschädigt oder mussten ihren Betrieb aufgrund zerstörter Infrastruktur, unterbrochener Lieferketten und fehlender finanzieller Ressourcen zeitweise oder dauerhaft einstellen. Sie stehen daher vor der Herausforderung, ihre wirtschaftliche Tätigkeit wiederaufzunehmen, Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig die Kosten des Wiederaufbaus zu bewältig