Sudan: Projekt zur Verbesserung des Zugangs zu sicherem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) sowie die Schaffung sicherer und inklusiver Lernumgebungen für Kinder und Lehrkräfte in Omdurman, Khartum. (WISE)

Ernährung

Das Projekt unterstützt die Erholung konfliktbetroffener Gemeinden im Bundesstaat Khartum, wo die Folgen von Vertreibung, zerstörter Infrastruktur und eingeschränkten öffentlichen Dienstleistungen insbesondere Kinder und Familien stark belasten.

Im Fokus stehen vier Schulen als zentrale Anlaufpunkte für Bildung, Gesundheit und Gemeindeleben. Durch die Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung, gesundheitsfördernde Maßnahmen sowie die Aufwertung der Lernumgebung werden sichere und würdige Bedingungen für rund 2.500 Schülerinnen und Schüler sowie 200 Lehrerinnen und Lehrer geschaffen.

Ergänzend stärken Lernmaterialien, psychosoziale Angebote und gezielte Unterstützung für 500 besonders vulnerable Haushalte die Teilhabe von Kindern am Unterricht und fördern ihre persönliche Entwicklung. Das Vorhaben verbindet damit kurzfristige humanitäre Hilfe mit Maßnahmen, die die Stabilisierung und langfristige Resilienz der betroffenen Gemeinden unterstützen.

Land: Sudan

Ort: Stadt Omdurman im Bundesstaat Khartum

Begünstigte: 2.500 Direktbegünstigte (konfliktbetroffene Menschen – darunter Binnenvertriebene, Rückkehrende und aufnehmende Gemeinden, Kinder und Lehrkräfte), 2.000 indirekt Begünstigte

Projektziel: Gewährleistung eines nachhaltigen Zugangs zu Ernährung und Schutz

Budget: 500.000 Euro

Projektdauer: 01.12.2025-28.02.2027 (15 Monate)

Implementierungspartner: Islamic Relief Sudan

Projektziel 1:
Verbesserter Zugang zu Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen (WASH)

Konfliktbetroffene Menschen – darunter Binnenvertriebene, Rückkehrende und aufnehmende Gemeinden – erhalten einen besseren Zugang zu sicheren und nachhaltigen Wasser-, Sanitär- und Hygienedienstleistungen. Dies wird durch die Wiederherstellung und Verbesserung von Wasserinfrastruktur, Sanitäranlagen sowie durch Hygieneaufklärung erreicht. Die Maßnahmen tragen zur Verringerung gesundheitlicher Risiken, zur Eindämmung wasserbedingter Krankheiten und zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den betroffenen Gemeinden bei.

Projektziel 2: Verbesserte Lernbedingungen und psychosoziale Unterstützung für Kinder und Lehrkräfte
An vier ausgewählten Schulen werden Lernumgebungen wiederhergestellt und verbessert, um Kindern einen sicheren Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Dazu gehören die Instandsetzung von Klassenräumen und Schulgeländen, die Bereitstellung von Schulmöbeln und Lernmaterialien sowie Freizeit- und psychosoziale Unterstützungsangebote für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Die Maßnahmen fördern das Wohlbefinden, die Resilienz und die Chancengleichheit von Kindern in konfliktbetroffenen Gebieten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Wiederaufnahme eines sicheren und qualitativ hochwertigen Schulbetriebs.

Mit diesen beiden Projektzielen wird zur Erreichung des SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen und SDG 4: Hochwertige Bildung beigetragen.

WASH-Aktivitäten:

  • Rehabilitation von Wasserquellen mit Solarsystem
  • Bau/Rehabilitation von Schullatrinen
  • Installation kompletter Wasserversorgungssysteme mit Wassertanks, Handwaschstationen, Leitungsnetzen an 4 Schulen
  • Bereitstellung von Hygieneausrüstung und -materialien für Schulen
  • Hygieneschulungen mit Seifenverteilung für Schülerinnen und Schüler
  • Reinigungsaktionen in Schulen und Gemeinschaften
  • Durchführung von Vektorkontrollkampagnen

Bildungs- und psychosoziale Aktivitäten:

  • Instandsetzung von Klassenzimmern und Schulgeländen
  • Bereitstellung von Schulmöbeln (z. B. Schulbänke, Tafel, Lehrerstuhl, Tische)
  • Verteilung von Lernmaterialien an 1200 Schülerinnen und Schüler
  • Verteilung von Unterrichtsmaterialien an 200 Lehrkräfte
  • 500 besonders gefährdete Schülerinnen und Schüler erhalten Mini-Solarsysteme, die das Lernen zu Hause trotz eingeschränkter Stromversorgung ermöglichen
  • Bereitstellung von Freizeit- und Spielmaterialien, die das psychosoziale Wohlbefinden und die soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler fördern
  • Organisation von Wohlfühl-Events für Schülerinnen und Schüler

Seit Beginn des bewaffneten Konflikts zwischen den Sudanese Armed Forces (SAF) und den Rapid Support Forces (RSF) im April 2023 befindet sich der Sudan in einer der schwersten humanitären Krisen der Welt. Laut UN wurden bislang 14 Millionen Menschen, ein Viertel der Gesamtbevölkerung vertrieben – davon 9 Millionen innerhalb des Landes und 4,4 Millionen in Nachbarstaaten. (Stand: April 2026) Damit ist der Sudan heute die größte Binnenvertreibungskrise weltweit.

Die Auswirkungen des Konflikts sind verheerend: Über 30 Millionen Menschen, darunter 17 Millionen Kinder, sind auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen. Gleichzeitig hat sich die Ernährungssituation dramatisch verschlechtert. In mehreren Regionen wurden Hungersnot-Bedingungen festgestellt, während Krankheiten, Überschwemmungen und Dürren die Lage zusätzlich verschärfen. Besonders Frauen und Mädchen sind einem erhöhten Risiko von Gewalt und Missbrauch ausgesetzt.

Kinder tragen die Hauptlast der Krise. Mehr als die Hälfte der Vertriebenen sind Minderjährige. Zugleich ist das Bildungssystem nahezu zusammengebrochen: 14 von 17 Millionen schulpflichtigen Kindern haben keinen Zugang zu regulärem Unterricht. Viele Schulen dienen weiterhin als Notunterkünfte für vertriebene Familien.

Obwohl inzwischen mehr als zwei Millionen Menschen in ihre Herkunftsregionen zurückgekehrt sind, geschieht dies oft aus wirtschaftlicher Not und nicht, weil sich die Lage nachhaltig stabilisiert hätte. Humanitäre Organisationen erreichen inzwischen wieder mehr Menschen, insbesondere in Khartum. Dennoch bleiben die Hilfsmaßnahmen aufgrund unzureichender Finanzierung, eingeschränkten Zugangs und begrenzter Kapazitäten deutlich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück.

Die Krise im Sudan bedroht das Leben und die Zukunft einer ganzen Generation. Der Zusammenbruch von Wasser- und Sanitärsystemen begünstigt die Ausbreitung lebensbedrohlicher Krankheiten wie Cholera, während gleichzeitig Millionen Kinder keinen Zugang zu Bildung haben. Die geplanten Maßnahmen stärken daher zwei zentrale Grundlagen für Schutz und Zukunftsperspektiven von Kindern: den Zugang zu sicherem Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene sowie zu sicheren Lernumgebungen. Durch die Verbesserung der WASH-Infrastruktur an vier Schulen werden Gesundheitsrisiken reduziert, die Lernbedingungen verbessert und die Widerstandsfähigkeit der betroffenen Gemeinden gestärkt. Die Schulen werden zu wichtigen Anlaufpunkten, die Kindern nicht nur Bildung ermöglichen, sondern auch Schutz, Stabilität und Perspektiven inmitten einer anhaltenden humanitären Krise bieten.

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