Pakistan: Unterstützung für Straßenkinder

Kinder

In Rawalpani leben schätzungsweise 3000 Straßenkinder. Sie laufen die Straßen entlanglaufen auf der Suche nach Almosen und unterbezahlten Gelegenheitsjobs. Straßenkinder erleben bei der Arbeit, in der Nachbarschaft, auf Märkten, Bushaltestellen und Bahnhöfen Gewalt und Missbrauch. Zwar gibt es gesetzliche Regelungen, die den Missbrauch unterbinden sollen, allerdings werden sie unzureichend umgesetzt, da es kaum Kontakt zwischen Behörden und den gefährdeten Gemeinden gibt. Den Kindern werden so grundlegende Rechte verwehrt, die Täter bleiben unbestraft. Außerdem mangelt es in der Zivilgesellschaft an Bewusstsein über das Ausmaß der Probleme und daraus resultierend auch an Unterstützung bei deren Bekämpfung. Die betroffenen Kinder und ihre Familien leben in massiver Armut und haben keinen Zugang zu staatlichen Sozialleistungen. Aufgrund der Armut, des mangelnden Zugangs zu Nahrung und schlechter Ernährungsgewohnheiten sind viele Kinder in Pakistan unterentwickelt. Sie leiden unter Mangelernährung und den daraus resultierenden Konsequenzen für ihre Gesundheit und Entwicklung.

Um die Situation von Straßenkindern langfristig durch Bildung und Bewusstseinsschaffung zu verbessern, braucht es daher einen ganzheitlichen Ansatz. Hierzu ist es neben der Einbeziehung der Familien auch nötig, die Gemeinden und Arbeitgeber für das Thema zu sensibilisieren. Außerdem sollen die Mechanismen zum Schutz der Kinder sowie die Koordination mit Kinderschutzorganisationen verbessert werden.  

Das POCAR-Projekt hat das Ziel, Straßenkinder in Rawalpindi durch Entwicklungsmöglichkeiten zu beschützen und als Individuen zu stärken. Der integrierte Ansatz des Projekts sieht vor, die Kinder und deren Familien in Bezug auf Nahrungssicherheit, Bildung, psychosoziale Unterstützung und Stärkung sozialer Unterstützungsmechanismen.

Land: Pakistan

Ort: Pirwadhai, Rawalpindi, Punjab

Begünstigte: 600 Personen (200 Kinder, 50 Arbeitgeber, 350 Familienmitglieder)

Projektziel: Straßenkindern und Jugendlichen [I1] [I2] werden durch die Stärkung von Schutzmechanismen, Integration und Entwicklungsmöglichkeiten eine Zukunftsperspektive ermöglicht.

Projektdauer: 01.12.2018-30.11.2019

Implementierungspartner: Islamic Relief Pakistan

Gesamtkosten:  142.363,53 Euro (112.315,84 Euro finanziert durch die Einnahmen der Charity Week)

 

Straßenkindern und Jugendlichen wird durch die Stärkung von Schutzmechanismen, Integration und Entwicklungsmöglichkeiten eine Zukunftsperspektive ermöglicht.

  • Rekreative Aktivitäten, Kurse zu persönlichen und sozialen Kompetenzen, Ernährung und Gesundheit
  • Kurse der elementaren Schulbildung (mit entsprechender alltäglicher Nahrungsmittelversorgung)
  • Berufliche Bildung/finanzielle Zuschüsse für Existenzgründungen für Jugendliche und deren Familien
  • Psychosoziale Unterstützung für Kinder entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen
  • Sensibilisierung und Mobilisierung von Gemeinden zur Unterstützung des Kindeschutzes
  • Aufbau von „Kinderschutzgruppen“ als Interessensvertretung gegenüber der lokalen Regierung sowie Koordinierung und Verlinkung mit staatlichen Institutionen
  • Für die Öffentlichkeit breit angelegte Sensibilisierungskampagnen zum Thema Kinderschutz

Es wird vermutet, dass sich über 1,5 Millionen Kinder auf den Straßen der urbanen Zentren Pakistans befinden. Diese Kinder werden aus der Gesellschaft weitestgehend ausgeschlossen sowie ihre Rechte kaum respektiert. Ökonomische Ungleichheit, soziale Ausgrenzung, wiederkehrende Katastrophen und eine mehr als zehn Jahre andauernde Krise im Westen des Landes, haben das Problem der Straßenkinder weiter verstärkt. In den Zentren der großen Metropolen des Landes wie Karachi, Lahore, Peshawar, Quetta und Rawalpindi halten sich besonders viele Straßenkinder auf. Das Phänomen der Straßenkinder wird weder wissenschaftlich erforscht noch gesellschaftspolitisch thematisiert.

Das urbane Zentrum Rawalpindi ist Anlaufstelle für viele vertriebene, benachteiligte, marginalisierte und von Naturkatastrophen betroffene Familien aus dem Norden und Westen Pakistans. Sie flohen aus Afghanistan, Khyber, Pakhtunkhwa und Punjab.