Niger: PAD 2 – Armutsbekämpfung und Entwicklung für soziale Gerechtigkeit in der Region Dosso

Einkommenssicherung

Das Projekt verfolgt einen integrierten multisektoralen Ansatz, bestehend aus:

  • Ernährungssicherung und Landwirtschaft
  • einkommensschaffenden Maßnahmen
  • Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH)
  • Ernährung und Gesundheitsvorsorge
  • Bildung
  • Geschlechtergerechtigkeit und sozialer Inklusion
  • Schutz und Umwelt

Ziel ist es, Armut und Vulnerabilität langfristig zu reduzieren und die Resilienz der betroffenen Haushalte und Gemeinden zu stärken. Als langfristige Wirkung leistet das Projekt durch ein integriertes Entwicklungsprogramm einen Beitrag zur Armutsbekämpfung und sozialen Gerechtigkeit für arme und benachteiligte Gemeinschaften in der Region Dosso in Niger.

Land: Niger

Projektregionen: Region Dosso – insgesamt 8 Dörfer in den Gemeinden Dankassari (3 Dörfer), Doutchi (3 Dörfer) und Fakara (2 Dörfer)

Begünstigte:

  • 7.076 Direktbegünstigte (arme und gefährdete Haushalte, Frauen)
  • rund 12.000 indirekt Begünstigte

Dauer: 01.06.2026 – 31.01.2027 (8 Monate)

Implementierungspartner: Islamic Relief Niger

Budget: 315.262 EUR

Projektziel:

Armut und Vulnerabilität langfristig reduzieren und die Resilienz der betroffenen Haushalte und Gemeinden stärken.

Wirkung:

Beitrag zur Armutsbekämpfung und zur sozialen Gerechtigkeit durch ein integriertes Entwicklungsprogramm für arme und benachteiligte Gemeinschaften in der Region Dosso in Niger.

Erwartete Ergebnisse:

  1. Einkommenssteigerung durch katastrophenresiliente Existenzgrundlagen zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung armer Haushalte in der Region Dosso.
     
  2. Verbesserung des Verhaltens der Zielgemeinden hinsichtlich Ernährungsvielfalt und Hygienepraktiken, um optimale Ernährungsergebnisse zu erzielen.
     
  3. Stärkung der Kapazitäten von Schulen für eine barrierefreie und qualitativ hochwertige Bildung.
  • Verlässliches Einkommen und Ernährungssicherheit für 600 Haushalte
    Durch krisenresiliente einkommensschaffende Maßnahmen, Schulungen, Startkapital und Begleitung sowie die Stärkung von 24 Spar- und Kreditgruppen werden 600 Haushalte bei der Sicherung ihrer Lebensgrundlagen und Ernährung unterstützt.

     
  • Verbesserte Ernährungsaufklärung mit Fokus auf Prävention, Mütter-, Säuglings- und Kleinkindernährung, Ernährungsvielfalt und gute Hygienepraktiken
     25 gemeindebasierte Ernährungslern- und Rehabilitationsgruppen werden durch Schulungen, Beratung und praktische Kochdemonstrationen dabei unterstützt, Wissen über ausgewogene Ernährung, Mütter-, Säuglings- und Kleinkindernährung sowie die Prävention von Mangelernährung zu vermitteln.

     
  • Verbesserte Hygienepraxis der Zielhaushalte in den Projektgemeinden
    Gemeindebasierte Hygieneförderung vermittelt Hygienepraktiken wie Händewaschen, sichere Lebensmittelzubereitung und Sanitärversorgung, ergänzt durch Hygienesets für 200 besonders vulnerable Personen.

     
  • Verbessertes Lehr- und Lernumfeld durch Stärkung der Schulverwaltung
     Schulleitungen werden zu guter Schulführung und Ressourcenverwaltung geschult. Eine ausgewählte Schule erhält ein Zentrum für Informations- und Kommunikationstechnologie mit fünf Computern sowie Unterstützung zur Verbesserung des Lernumfelds.

     
  • Geschlechtergerechtes und inklusives Lehr- und Lernumfeld
     500 vulnerable Schülerinnen erhalten Menstruationshygiene-Sets und 200 besonders bedürftige Schülerinnen und Schüler werden mit notwendigen Lernmaterialien unterstützt.

Das Land ist von Konflikten, Unsicherheit, Ernährungsunsicherheit und Klimawandel geprägt und gehört zu den ärmsten Ländern weltweit. Die landwirtschaftliche Produktion, welche einen entscheidenden Faktor für Wirtschaft und Lebensunterhalt darstellt, ist durch Dürre, unregelmäßige Niederschläge, geringe Bodenfruchtbarkeit, Schädlinge, Entwaldung, Landdegradierung und Desertifikation stark beeinträchtigt. Probleme wie Nahrungsmittelknappheit und Mangelernährung werden – insbesondere in den Projektregionen – zusätzlich durch unzureichende Hygiene- und Sanitärpraktiken verstärkt. Der unzureichende Zugang zu sauberem und sicherem Wasser und die fehlende Wasserinfrastruktur führen zur Nutzung von unsicherem bzw. verunreinigtem Wasser und erhöhen damit das Krankheitsrisiko. Da oftmals Frauen und Mädchen die (teilweise weiten) Wege zur Wasserbeschaffung zurücklegen, entstehen für diese Gruppe zusätzliche Belastungen sowie Schutzrisiken, einschließlich geschlechtsspezifischer Gewalt.

Auch Schulen verfügen teilweise nur über unzureichende Wasser-, Sanitär- und Hygieneinfrastruktur. Der Bildungssektor ist allgemein durch einen Mangel an Klassenräumen, Ausstattung und qualifiziertem Personal eingeschränkt. Besonders Kinder aus armen Haushalten haben Schwierigkeiten, notwendige Schulmaterialien zu erhalten. Mädchen sind aufgrund von geschlechtsspezifischer Ungleichheit besonders benachteiligt; ihr Zugang zu Bildung ist eingeschränkt. Frauen und Mädchen sind allgemein überproportional von Armut und Entwicklungsproblemen betroffen. Gender, Schutz, Inklusion, Behinderung und Umwelt sollen daher als Querschnittsthemen in allen Projektmaßnahmen berücksichtigt werden.

Die politische Lage im Land ist instabil und entwickelt sich dynamisch. Der militärische Regierungswechsel und der Abzug französischer Truppen haben das politische Umfeld wesentlich verändert. Konflikte und Unsicherheit erschweren sowohl humanitäre Hilfe als auch längerfristige Entwicklungsmaßnahmen.