Malawi: Jugendförderung für sozialen Wandel und Wohlbefinden

Zivilgesellschaft

In Armut lebende Kinder und Jugendliche in Malawi sind oft am stärksten davon bedroht, in gefährliche Lebensumstände zu geraten. Oft werden sie drogen- oder alkoholabhängig oder suchen einen Ausweg in Prostitution, und allzu häufig erleiden Mädchen geschlechtsspezifische Gewalt. Zudem stellt HIV/AIDS eine echte Gefahr für die malawische Jugend dar. Das Projekt trägt zur Entwicklung sowie zum Schutz der Jugendlichen bei, indem sie unterstützt werden, Jugendklubs zu errichten und selbst zu managen. Hier können sie ihren Freizeitaktivitäten nachgehen und werden von Spezialisten über soziale Themen wie Drogenmissbrauch, geschlechtsspezifische Gewalt, Prostitution und HIV/AIDS sensibilisiert und aufgeklärt.

Projekt: Jugendförderung für sozialen Wandel und Wohlbefinden

Land: Malawi

Ort: Blantyre

Begünstigte: 5.150 Jugendliche

Projektziel: Schutz von Jugendlichen und Stärkung ihrer Lebenskompetenzen durch die Errichtung von Jugendklubs für Freizeitaktivitäten sowie durch Trainings und Kampagnen zur Aufklärung über relevante soziale Probleme in Malawi 

Projektdauer: 01.07.2018 – 30.06.2019 (12 Monate)

Implementierungspartner: Islamic Relief Malawi

Gesamtkosten: 14.697,50 Euro

Islamic Relief Malawi hat vor kurzem ein Waisenprojekt in der Zielgemeinde gestartet, mit dem die grundlegenden Bedürfnisse der am stärksten gefährdeten Kinder der Gemeinde gedeckt werden. Doch gibt es einen Bedarf, weitere Angebote zu machen, wie Maßnahmen zur Förderung der schulischen Bildung und des Bewusstseins für soziale Probleme wie Zwangsehe, geschlechtsspezifische Gewalt, HIV/AIDS sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch. Es gibt nicht genügend Orte für Jugendliche, an denen sie Freizeitaktivitäten ausüben können.

Daher zielt das Projekt darauf ab, das Waisenprogramm zu ergänzen, indem Einrichtungen und Möglichkeiten wie Jugendklubs geschaffen werden, in denen Jugendliche ihre Freizeit sinnvoll verbringen können und gemeinsam an sozialen Problemen gearbeitet wird, welche ihre Zukunft und letztlich ihr Leben gefährden. Die Jugendklubs werden von den Jugendlichen selbst errichtet und gemanaged. Es sollen Kinder des Waisenprogramms, aber auch andere gefährdete Kinder der Gemeinde gefördert werden. Außerdem wird mit bereits vorhandenen Jugendeinrichtungen zusammen gearbeitet und deren Angebot erweitert, um mehr Jugendliche zu erreichen.

Bei Armut sind Kinder am stärksten gefährdet, da ihre grundlegenden Bedürfnisse wie Gesundheit, Ernährung, Bildung und Schutz vor Leid und Ausbeutung bedroht sind. Malawis Bevölkerung ist sehr jung, denn 53 Prozent der 17 Millionen dort lebenden Menschen sind 18 Jahre alt oder jünger. 16,7 Prozent dieser Kinder sind Waisen oder gefährdete Kinder. Sie gelten als besonders von Armut bedroht, da die Familien, von denen sie aufgenommen wurden, meist selber ums Überleben kämpfen müssen.

Aufgrund dessen ist die Rate der frühzeitigen Schulabgänger unter Waisenkindern sehr hoch. Sie können sich grundlegende Dinge wie Kleidung und Schulmaterialien nicht leisten. Denn oft müssen sie arbeiten, um ihre Pflegefamilien finanziell zu unterstützen. Jugendliche, die unter diesen Umständen aufwachsen, sind am stärksten gefährdet, sich in eine gefährliche Richtung zu entwickeln und falsche Entscheidungen zu treffen. Oft werden sie drogen- oder alkoholabhängig oder suchen einen Ausweg in Prostitution.