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Das Projekt zum Wiederaufbau der Wasserinfrastruktur hat das Ziel, den Zugang zu sauberem Wasser für rund 1.000 Haushalte im Unterbezirk Rabai im Bezirk Kilifi in Kenia zu gewährleisten. Die Region ist von dauerhaftem Wassermangel betroffen, da die Wasserleitungen marode sind, das Regenwasser durch defekte Auffangbecken und Bohrlöcher nur unzureichend genutzt werden kann und die lokale Infrastruktur zur Wassergewinnung schwach ausgebaut ist. Durch die Sanierung bestehender Wasserleitungen und -anlagen wird die Wasserversorgung übers gesamte Jahr hinweg für Haushalte und Viehwirtschaft sichergestellt.
Maßnahmen des Projekts sind vor allem die Einzäunung, Instandsetzung und Solarisierung von fünf Bohrlöchern, sodass sie vor Verschmutzungen, Fremdnutzung und Diebstahl geschützt werden. Außerdem werden fünf Wasserkioske errichtet, die jeweils 10.000 Liter Wasser speichern können, und Zuleitungen zu umliegenden Dörfern und Schulen, um die Entfernung zu den Wasserquellen für Frauen und Schulkinder zu verringern. Fünf Viehtränken werden darüber hinaus gebaut.
Zur Sicherung der Nachhaltigkeit stärkt das Projekt die lokalen Kapazitäten durch Schulungen von fünf Wasserkomitees in den Bereichen Betrieb, Wartung, Management der Bohrlöcher sowie Hygiene- und Sanitärpraktiken. Dadurch sollen die Gemeinden in die Lage versetzt werden, die Wassersysteme auch über die Projektlaufzeit hinaus eigenständig und nachhaltig zu betreiben.
Land: Kenia
Ort(e): Rabai, Bezirk Kilifi
Begünstigte: direkt: 6.000, indirekt: 3.000
Projektziele: Verbesserter dauerhafter Zugang zu sauberem und sicherem Trinkwasser für die Haushalte in der Projektregion
Gesamtkosten: 277.980 Euro
Projektdauer: 15.12.2025–14.12.2026 (12 Monate)
Implementierungspartner: Islamic Relief Kenia
Projektziel: Verbesserter dauerhafter Zugang zu sauberem und sicherem Trinkwasser für 1.000 Haushalte in Rabai, Kilifi County
Wirkung: Stärkere Widerstandfähigkeit der Haushalte in Rabai durch nachhaltigen Zugang zu sauberem Wasser
Kontext: Das Projekt baut direkt auf den Erfahrungen auf, die Islamic Relief Kenia kürzlich bei Wasserzugangsprojekten im Bezirk Kilifi gesammelt hat, darunter die Sanierung und Solarisierung von Bohrlöchern in weiteren Dörfern im Unterbezirk Rabai im Rahmen des von IRD unterstützten Projekts zur Diversifizierung der Lebensgrundlagen, sowie den Erweiterungen von Schulen. Diese Initiativen haben gezeigt, dass die Sanierung und Solarisierung von Bohrlöchern den Weg und die Zeit für die Wasserbeschaffung erheblich reduziert. Die Gemeinden berichteten übereinstimmend, dass diese Verbesserungen den Zeitaufwand für Frauen und Mädchen verringert, die Schulbesuchsquote erhöht, die Hygiene in den Haushalten verbessert und sich positiv auf die Nahrungsmittelproduktion und die Lebensgrundlagen ausgewirkt haben.
Der Bezirk Kilifi im Südosten von Kenia ist von chronischer Wasserknappheit betroffen. Hauptursachen dafür ist die starke Abhängigkeit von wenigen zentralen Wasserversorgungssystemen, unzureichend ausgebaute und schlecht gewartete ländliche Wasserinfrastruktur, wiederkehrende Dürren sowie die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels. Viele Haushalte müssen täglich weite Strecken zu Wasserquellen zurücklegen, während kleine Wasserrückhaltebecken, flache Brunnen und Bohrlöcher häufig unzuverlässig sind oder aufgrund schwacher lokaler Instandhaltung und hoher Kosten für Ersatzteile ausfallen. Hohe Wasserverluste im Versorgungssystem und Probleme mit der Wasserqualität – insbesondere das Eindringen von Salzwasser in Küstengebieten und bakterielle Verunreinigung – gefährden die Versorgungssicherheit zusätzlich.
Der Klimawandel verschärft diese strukturellen Defizite. Unregelmäßige und ausfallende Regenzeiten reduzieren die Neubildung von Wasserressourcen und haben in Teilen Kilifis zu erheblichen Ertragseinbußen in der Landwirtschaft geführt. Längere Trockenperioden sowie steigende Meeresspiegel bedrohen sowohl die Lebensgrundlagen der Bevölkerung als auch die Verfügbarkeit von Grund- und Oberflächenwasser.
Die Auswirkungen der Wasserknappheit sind sozial ungleich verteilt. Frauen und Mädchen tragen die Hauptverantwortung für die Wasserbeschaffung, was negative Folgen für ihre Sicherheit, Bildung und wirtschaftliche Teilhabe hat. Kinder verpassen den Schulunterricht und sind einem erhöhten Risiko wasserbedingter Krankheiten ausgesetzt, während ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen aufgrund eingeschränkter Mobilität oft vom Zugang ausgeschlossen sind. Viehhaltende Haushalte verlieren Einkommen und Nahrungsmittelgrundlagen, und arme Haushalte sind gezwungen, Wasser zu hohen Preisen zu kaufen.
Besonders im Unterbezirk Rabai bestehen trotz der Nähe zu einer überregionalen Wasserinfrastruktur weiterhin große Versorgungslücken. Viele ländliche Haushalte müssen lange Wege zu sicheren Wasserstellen zurücklegen, und der Wasserverbrauch ist nur bei voll funktionsfähigen Systemen ausreichend. Gleichzeitig bleiben Potenziale wie Regenwassernutzung weitgehend ungenutzt. Kulturelle und traditionelle Strukturen beeinflussen den Zugang zu Ressourcen und die Beteiligung benachteiligter Gruppen an Entscheidungsprozessen.
Zwar sind verschiedene staatliche und nichtstaatliche Akteure in Kilifi aktiv, und größere Infrastrukturprojekte sind geplant. Dennoch ist die Versorgungslage weiterhin unzureichend, da Maßnahmen häufig kurzzeitig, wenig koordiniert und stark projektbasiert sind. Zentrale systemische Herausforderungen wie nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserinfrastruktur, Reduzierung von Wasserverlusten und die Stärkung klimaresilienter Wassersysteme werden bislang nicht ausreichend adressiert.