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Nach mehr als 4 Jahrzehnten interner Konflikte, Kriege und wiederkehrender Naturkatastrophen ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf Hilfe angewiesen, davon mehr als die Hälfte Kinder. 10 Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht. Jedes dritte Kind leidet unter Mangelernährung (WFP 2025). Mit diesem Projekt wird das sozioökonomische Wohlergehen der am stärksten gefährdeten afghanischen Jugendlichen und ihrer Familien verbessert sowie die Entwicklung ihrer Gemeinden in den Provinzen Kabul und Balkh gefördert.
Land: Afghanistan
Projektregionen: Provinzen Kabul und Balkh
Begünstigte: 2.120 am stärksten gefährdete afghanische Jugendliche, ihre Familien und Gemeinden
Datum: 01.01.2024-31.12.2026 (36 Monate)
Implementierungspartner: Islamic Relief Afghanistan
Budget: 350.000 € (250.000€ finanziert durch die Belgische FPS Foreign Affairs, 100.000 € von Islamic Relief Deutschland)
Verbesserung des sozioökonomischen Wohlergehens der am stärksten gefährdeten afghanischen Jugendlichen und ihrer Familien sowie Förderung der Entwicklung ihrer Gemeinden in den Provinzen Kabul und Balkh
1. Verbesserter Zugang von 240 Jugendlichen und einigen ihrer Familien zu Qualifizierungsmaßnahmen, Beschäftigungsmöglichkeiten oder Lebensunterhalt.
2. Stärkung gemeinschaftlicher Aktivitäten durch die Bereitstellung von Kleinzuschüssen an gemeinschaftsbasierte Organisationen (CO) zur Umsetzung lokal initiierter, gemeinschaftsfördernder Maßnahmen.
Afghanistan steht weiterhin vor einer komplexen humanitären Krise, die durch mehr als vier Jahrzehnte interner Konflikte und Kriege sowie wiederkehrende Naturkatastrophen geprägt ist. Bei einer Gesamtbevölkerung von rund 43 Millionen Menschen sind 63,7 % der Menschen jünger als 25 Jahre. Damit ist Afghanistan ein Land mit einem besonders hohen Anteil junger Menschen, deren Zukunftsperspektiven maßgeblich von der Verfügbarkeit von Bildung, Beschäftigung und gesellschaftlicher Teilhabe abhängen.
Der humanitäre Bedarf bleibt enorm. Rund 22,9 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter mehr als 12 Millionen Kinder (UNOCHA). Gleichzeitig sind etwa 10 Millionen Menschen akut von Hunger bedroht. Die Ernährungssituation von Kindern ist besonders besorgniserregend: Jedes dritte Kind leidet unter Mangelernährung (WFP, 2025). Die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit, eingeschränkte Existenzmöglichkeiten und der hohe Bedarf an humanitärer Unterstützung verschärfen die Vulnerabilität insbesondere von Kindern und Jugendlichen.
Besonders gravierend ist die Situation von Frauen und Mädchen. Umfangreiche Einschränkungen ihrer Rechte und gesellschaftlichen Teilhabe haben ihre Bildungs-, Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten erheblich reduziert. Mädchen ist der Zugang zu weiterführender und Hochschulbildung weitgehend verwehrt, während zahlreiche Berufsausbildungen für Frauen ebenfalls nicht zugänglich sind. Der Gesundheitssektor stellt einen der wenigen Bereiche dar, in denen Frauen weiterhin – zumindest teilweise – beruflich tätig sein können. Dies macht den Gesundheitsbereich zu einem besonders wichtigen Ansatzpunkt, um jungen Frauen Zugang zu Qualifizierung, Beschäftigung und gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen. Die zunehmenden Einschränkungen haben zudem erhebliche psychosoziale Auswirkungen. Junge Frauen und Mädchen sind einem wachsenden sozialen Druck, verstärkter Kontrolle und Isolation ausgesetzt. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass sich negative Bewältigungsstrategien wie frühe und erzwungene Eheschließungen weiter verstärken. Vor diesem Hintergrund benötigen insbesondere junge Frauen dringend Perspektiven für Bildung, berufliche Qualifizierung und ein eigenständiges Leben. Der Gesundheitsbereich bietet hierfür eine wichtige und vergleichsweise zugängliche Möglichkeit.
Die Situation wird zusätzlich durch die zunehmende Kürzung internationaler humanitärer Hilfe verschärft. Dementsprechend gewinnen hier gezielte, lokal verankerte Maßnahmen, die vorhandene Strukturen stärken, vulnerable Bevölkerungsgruppen erreichen und insbesondere jungen Frauen konkrete Bildungs- und Berufsperspektiven eröffnen, zunehmend an Bedeutung.