Fakten zum Projekt

Land: Nord-Libanon

Begünstigte: 160 Familien (800 Menschen), die aus Syrien und Palästina geflüchtet sind, sowie libanesische Binnenflüchtlinge; davon 60 Witwen und weitere gefährdete Familien; sowie 170 Waisenkinder

Projektziel: (Verwitwete) Frauen werden befähigt, sich beruflich selbstständig zu machen; die Waisenkinder haben Zugang zu besseren finanziellen Ressourcen

Projektdauer: 01.02.2019 – 01.02.2021

Implementierungspartner: Islamic Relief Libanon in Zusammenarbeit mit Homs League Abroad

Gesamtkosten:  230.000 Euro

 

 

Überblick

 

76 Prozent der registrierten syrischen Geflüchteten leben unterhalb der Armutsgrenze. Durch den immer länger anhaltenden Zustand verschlechtert sich die Situation weiter. Die Ersparnisse sind langsam aufgebraucht und der Aufenthaltsstatus ungeklärt. Es hilft wenig, den Menschen einfach Geld zu geben: 96 Prozent der vertriebenen Haushalte bedienen sich negativer Bewältigungsstrategien trotz der Verteilung von Bargeld. Rund 384.000 Syrer (bei UNHCR registrierte und nicht-registrierte) arbeiten im Libanon. Davon sind 30 Prozent der syrischen Geflüchteten im Libanon angestellt und zwei Drittel der Arbeitnehmer arbeiten weniger als 15 Tage im Monat. Nur 7,6 Prozent der syrischen Frauen arbeiten überhaupt. Dies ist vor allem dann problematisch, wenn Haushalte von Frauen geführt werden. In 56,4 Prozent dieser Haushalte gibt es kein arbeitendes Familienmitglied, was zu weiteren negativen Bewältigungsmechanismen führt. Grade Witwen aus Syrien und Palästina, die mit ihren verwaisten Kindern in den Libanon kamen, sind deshalb auf Hilfe durch Nicht-Regierungs-Organisationen angewiesen. Auch wenn einige in der Lage sind zu arbeiten, mangelt es oft an Kompetenzen, aber auch an der nötigen Ausstattung, wie Nähmaschinen und Training, sowie betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse. Gleichzeitig beschweren sich Betriebe über den Mangel an Fachkräften, die dringend gebraucht werden. Dabei haben gerade Witwen ein großes Interesse daran, sich ausbilden zu lassen, um auf dem Arbeitsmarkt benötigte Kompetenzen, wie Nähen oder Kochen und Backen, zu erwerben. Aber es fehlt ihnen an Mitteln, sich ausbilden zu lassen. Durch das Projekt sollen gefährdete Familien, die unterhalb der Armutsgrenze leben, gestärkt werden, indem sie selbstständig ihre Familie unterstützen können, ohne dabei auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Hierzu werden vor allem Witwen ausgebildet und mit den entsprechenden Materialen ausgestattet, die sie für die Arbeit brauchen.

 

 


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Frauen, vor allem Witwen werden befähigt, sich beruflich selbstständig zu machen. Dadurch wird die ökonomische Situation, sowie die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen im Land verbessert. Waisenkinder haben Zugang zu besseren finanziellen Ressourcen und bekommen dadurch die Chance auf eine bessere Zukunft und gesellschaftliche Teilhabe.

 

 

  • 170 Waisenkinder erhalten finanzielle Unterstützung
  • 100 Familien erhalten eine Ausbildung, Arbeitsausstattung, Einheiten zur Lebensfähigkeit und Kontakte zu Dienstleistern
  • 60 Witwen erhalten Nähmaschinen und Nähmaterial für eine Nähfabrik
  • Zwei Witwen werden eingestellt, um den Laden zu führen
  • Sie erhalten Schulungen in Kommunikation, Verwaltung der Einnahmen und Geschäftsführung
  • 100 Begünstigte nehmen an Schulungseinheiten zu PCM, Marketing und Geschäftsführung teil
  • 100 Begünstigte werden bei der Eröffnung eigener Geschäfte durch Case Management unterstützt, mit der Annahme, dass 80 Prozent erfolgreich ein Geschäft eröffnen werden
  • Sechs Tage der offenen Tür und eine finale Ausstellung werden durchgeführt
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Nach acht Jahren Syrien-Konflikt sieht sich gerade der Libanon als Nachbarland mit hohen Flüchtlingsraten konfrontiert. Laut UN-Angaben leben rund 1,5 Millionen Geflüchtete im Libanon, man geht aber von einer weiteren Million aus, die nicht registriert im Land lebt. Dazu kommen 34.000 palästinensische Geflüchtete aus Syrien, sowie 35.000 libanesische Rückkehrer, sowie weitere ca. 278.000 palästinensische Geflüchtete, die schon länger im Libanon verweilen. Fast die Hälfte aller der Betroffenen sind Kinder und Jugendliche. Mindestens 1,4 Millionen Kinder unter 18 Jahren sind nicht ausreichend geschützt, was ihr Überleben, ihre Entwicklung, ihren Schutz, sowie ihre Teilhabe angeht. Sowohl die Regierung als auch Nicht-Regierungs-Organisationen sind mit der Situation überfordert und auch die Infrastruktur ist für diese Situation nicht ausgelegt. Der Syrien-Konflikt hat auch im Libanon zu mehr Armut geführt und das soziale und ökonomische Wachstum der Region stark beeinträchtigt. Schon vor der Krise gab es im Libanon eine hohe Arbeitslosenquote, aber durch den Konflikt und der daraus resultierenden großen Anzahl an Geflüchteten, ist die Arbeitslosigkeit weiter angestiegen und informelle Arbeit hat zugenommen. Gerade junge Menschen sind von Arbeitslosigkeit betroffen. Es sind grade Geflüchtete, die immens unter der Situation leiden. Sie sind nicht in der Lage, sich mit dem Nötigsten zu versorgen: Essen, Gesundheitsversorgung etc. und tappen immer tiefer in die Schuldenfalle, ohne zu wissen, wie sie diese Probleme jemals lösen können. Die Menschen flohen vor dem Tod unter gefährlichen Bedingungen, nur um jetzt vor dem Nichts zu stehen. Die Anzahl an Witwen und Waisenkindern ist besonders hoch, da viele ihre Männer und Väter im Krieg verloren haben. Die meisten von ihnen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Kinder haben nicht genug zu essen und zu trinken, ebenso fehlt es an Kleidung und Medikamenten. Jedoch möchten viele Familien nicht um Hilfe bitten oder wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Deshalb ist es notwendig, dass die Organisationen zu ihnen kommen.