Ramadan mit Islamic Relief Deutschland: Lebensmittelpakete für über 120.000 Menschen in 31 Ländern

Pünktlich zum Ramadanbeginn am Mittwochabend, hat die Kölner Hilfsorganisation Islamic Relief Deutschland mit ihren Ramadan-Verteilungen an 120.000 Menschen begonnen. Gemeinsam mit ihrem internationalen Hilfsnetzwerk plant sie, mehr als 550.000 Menschen weltweit mit Lebensmittelpaketen zu versorgen – darunter Familien, die in Ländern wie dem Sudan und Gaza unter Krieg und Hunger leiden. Die großzügigen Spenden der Muslime zu Ramadan gewinnen vor allem an Wichtigkeit in einer Zeit, in der viele internationale Regierungen ihre Hilfsleistungen kürzen. Die Zakat-Spenden werden auf das Vierfache des internationalen Hilfsbudgets der G7-Staaten geschätzt.

Die humanitäre Hilfsorganisation sammelt im Laufe des Monats Spenden, um noch mehr Menschen unterstützen zu können – im letzten Jahr konnte das internationale Islamic Relief Netzwerk dank großzügiger Spenden während des Ramadan mehr als 840.000 Menschen weltweit unterstützen.

Amin Hasanein, Koordinator für Climate Advocacy und Community Fundraising bei bei Islamic Relief Deutschland, erklärt: „Kriege, Klimawandel und Ungleichheit bedeuten, dass viele Menschen täglich ums Überleben kämpfen und Millionen von Familien hungern müssen. Unsere Lebensmittelpakete können vielen bedürftigen Menschen weltweit Trost spenden, die sonst nicht genug zu essen hätten, um ihr Fasten zu brechen.“

Spenden im Ramadan insgesamt viermal so hoch wie gesamtes Hilfsbudget der G7-Staaten

Muslimische Wohltätigkeitsspenden – bekannt als Zakat – erreichen während des Fastenmonats Ramadan ihren Höhepunkt. Jährlich spenden Muslime weltweit schätzungsweise 550 bis 600 Milliarden Dollar an Zakat für wohltätige Zwecke (1) – etwa viermal so viel wie das gesamte internationale Hilfsbudget der G7-Staaten (USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Italien) zusammen (2).

Hasanein sagt: „Angesichts der Kürzungen der Hilfsleistungen durch internationale Regierungen ist es ermutigend zu sehen, dass muslimische Gemeinschaften auf der ganzen Welt und in Deutschland so viel Mitgefühl und Menschlichkeit zeigen.“

Lebensmittelpakete an Hunderttausende Menschen von Bangladesch, Gaza, Sudan bis Afghanistan

Die ersten Lebensmittelpakete von Islamic Relief werden u.a. Menschen in Afghanistan Gaza, Jemen, Sudan und beispielsweise auch gezielt an Rohingya-Gemeinschaften in Bangladesch, erreichen:

  • 43.000 Palästinenser im Gazastreifen, wo 77 Prozent der Bevölkerung Hunger leiden und rund 246.000 Kinder wegen Unterernährung behandelt werden müssen
  • 32.000 Menschen im Sudan, wo fast drei Jahre Krieg die weltweit größte Hungerkrise verursacht und einige Gebiete in eine offizielle Hungersnot getrieben haben
  • 38.000 Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch, die in riesigen Lagern dahinvegetieren, da weltweite Hilfskürzungen zu einer Reduzierung der Lebensmittelrationen und zur Einstellung lebenswichtiger Dienstleistungen geführt haben
  • 32.000 Menschen im Jemen, der unter jahrelangem Krieg und wirtschaftlichem Zusammenbruch leidet, wodurch viele Menschen ohne Arbeit und Einkommen sind
  • 26.000 Menschen in ländlichen Gebieten Afghanistans, wo sich die Menschen noch immer von einer Reihe tödlicher Erdbeben erholen
  • 23.000 Menschen in Syrien, wo Familien nach mehr als einem Jahrzehnt der Gewalt und Vertreibung versuchen, ihr Leben und ihre Existenzgrundlage wiederaufzubauen

50 bis 90 Kilogramm schwere Lebensmittelpakete ernähren eine Familie im Ramadan

Die Lebensmittelpakete sind groß genug, um eine ganze Familie während des gesamten Monats Ramadan zu versorgen – die meisten Pakete wiegen zwischen 50 und 90 kg. Alle Pakete enthalten Grundnahrungsmittel wie Reis, Zucker, Datteln und Öl, aber der übrige Inhalt variiert je nach lokalem Geschmack. In Kenia enthalten die Pakete mehrere Kilogramm Bohnen, während andere Dinge wie Nudeln und Knoblauch (Myanmar), Hummus und Auberginen (Libanon), Weißkäse und Sahne (Albanien), Sardinen (Philippinen) und Kokosnussöl (Sri Lanka) enthalten.

In vielen Ländern versorgt Islamic Relief Familien auch mit Bargeldhilfen oder Gutscheinen, damit sie sich selbst Lebensmittel kaufen und die angeschlagenen lokalen Märkte unterstützen können, und organisiert gemeinschaftliche Iftars, bei denen Familien gemeinsam ihr Fasten brechen können. Zu den weiteren Ländern, in denen Islamic Relief Pakete verteilt, gehören Äthiopien, Bosnien Kosovo, Nigeria, Indonesien, Malawi, Marokko und der Südsudan.