Nach 1.000 Tagen: Humanitäre Lage in Gaza bleibt katastrophal

Köln/Berlin, 03.Juli 2026 – Tausend Tage nach der Eskalation im Gazastreifen ist die humanitäre Lage weiterhin katastrophal. Zwar gilt seit Oktober offiziell ein Waffenstillstand, doch leidet die Bevölkerung weiterhin unter Hunger, Vertreibung und dem Zusammenbruch lebenswichtiger Infrastruktur. Mehr als 73.000 Menschen wurden getötet, über 173.000 verletzt (Gesundheitsministerium Gaza*). Rund 1,9 Millionen Menschen leben nach wie vor vertrieben in provisorischen Unterkünften und kämpfen täglich ums Überleben.

Die Zerstörung der Infrastruktur ist verheerend: Rund 76 Prozent der Wohnhäuser wurden beschädigt oder zerstört, kein Krankenhaus arbeitet mehr vollständig, große Teile der Wasser-, Sanitär- und Energieversorgung sind ausgefallen. Auch Schulen, landwirtschaftliche Flächen und Fischereiboote wurden in großem Umfang zerstört. Hunger, fehlende medizinische Versorgung und mangelnder Zugang zu sauberem Wasser prägen den Alltag der Menschen.

Islamic Relief leistet seit mehr als 30 Jahren humanitäre Hilfe in den besetzten Palästinensischen Gebieten und unterstützt die Menschen auch während der aktuellen Krise.

In den vergangenen 1.000 Tagen stellte die Organisation Hilfsleistungen im Wert von rund 59 Millionen Euro bereit. Dazu gehören unter anderem 70 Millionen warme Mahlzeiten, Trinkwasser, medizinische Hilfsgüter, Gesundheitsversorgung für Mütter und Säuglinge, Bildungsangebote in Vertriebenenlagern, psychosoziale Unterstützung für Kinder sowie die Betreuung von mehr als 21.000 Waisenkindern.

Auch nach dem Waffenstillstand bleibt der Bedarf an humanitärer Hilfe enorm. Islamic Relief fordert einen ungehinderten Zugang für Hilfsorganisationen, den Schutz der Zivilbevölkerung sowie langfristige Lösungen, die den Menschen in Gaza ein Leben in Sicherheit und Würde ermöglichen.


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Anmerkung:

* Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung schätzen die Gesamtzahl der direkt durch den Krieg gestorbenen Menschen auf über 100.000 . In dieser Schätzung sind tausende weitere Personen enthalten, die noch unter den Trümmern liegen oder an den indirekten Kriegsfolgen wie Krankheiten starben.
(https://www.mpg.de/25776334/gaza-studie-zeigt-beispiellose-verluste-an-menschenleben-und-lebenserwartung)