Nach Angaben der UNO sind mehr als 115.000 Afghanen aus ihren Häusern in der Nähe der Grenze geflohen, da nach einer kurzen Pause während des Eid al-Fitr-Festes erneut heftige Luftangriffe und Beschuss eingesetzt wurden. Hunderte Zivilisten wurden getötet oder verletzt, und die Eskalation hat Häuser, Gesundheitseinrichtungen und andere lebenswichtige Dienste beschädigt und dazu geführt, dass Kinder nicht zur Schule gehen können.
Muhammad Zulqarnain Abbas, Landesdirektor von Islamic Relief in Afghanistan, sagt:
„Tausende Familien sind mit leeren Händen aus ihren Häusern geflohen und benötigen dringend Unterkunft und Nahrung. Ganze Familien schlafen unter freiem Himmel, darunter auch ältere Menschen und kleine Kinder. Wir weiten unsere Hilfsmaßnahmen aus, um Zelte und Decken zu verteilen und Bargeldhilfen bereitzustellen, damit die Vertriebenen auf den lokalen Märkten Lebensmittel und Kleidung kaufen können.“
Jeden Tag werden mehr Familien vertrieben; sie fliehen aus Dörfern in den Provinzen Nangarhar und Kunar im Osten Afghanistans und ziehen in sicherere Gebiete, die weiter von der Grenze entfernt liegen. Viele befürchten eine weitere Eskalation in den kommenden Tagen.
Islamic Relief fordert eine dringende Deeskalation und die Verlängerung des Waffenstillstands, um den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten.
Der Konflikt verschärft die bereits prekäre humanitäre Lage in Afghanistan, das ohnehin schon mit dem massiven Zustrom von Afghanen zu kämpfen hat, die Pakistan und den Iran verlassen müssen. Im vergangenen Jahr sind rund 3 Millionen Afghanen aus dem Iran, Pakistan und Tadschikistan zurückgekehrt; derzeit kehren täglich fast 1.000 Menschen aus dem Iran zurück.
Die meisten Rückkehrer befinden sich in einer äußerst prekären Lage und haben Schwierigkeiten, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten oder Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu erhalten. Islamic Relief versorgt die Rückkehrer bereits mit Hilfsgütern wie Wasser, medizinischer Versorgung und psychologischer Betreuung.
Anmerkungen
1 Nach den neuesten Zahlen von UNICEF
