Fast die Hälfte der Bevölkerung des Jemen ist von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen - diese ist Anfang 2026 auf 18,3 Millionen Menschen angestiegen, wobei 41.000 Haushalte unter hungersnotähnlichen Bedingungen leben. Mehr als 2,2 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind akut unterernährt, darunter mehr als eine halbe Million Kinder, die an schwerer akuter Unterernährung leiden.
Die grundlegenden Versorgungsdienste stehen weiterhin unter enormem Druck. Fast 40 Prozent der Gesundheitseinrichtungen sind nur teilweise oder gar nicht funktionsfähig, und 14,4 Millionen Menschen benötigen Hilfe in den Bereichen Wasserversorgung, Sanitärversorgung und Hygiene
Die größten Herausforderungen für die Zivilbevölkerung, aber insbesondere die humanitären Akteure im Land, sind Sanktionen, Liquiditätsengpässe und gesperrte Bankkanäle, die die Hilfslieferungen verlangsamen und Betriebskosten in die Höhe treiben.
Trotz der Herausforderungen erreichte Islamic Relief im Jahr 2025 insgesamt 1,08 Mio. Menschen und stärkte damit grundlegende Gesundheits-, Ernährungsdienste in besonders betroffenen Regionen des Landes. Die Helfer-Teams vor Ort unterstützten vier Krankenhäuser, sanierten Wasserversorgungssysteme, erweiterten die Reichweite in abgelegene Gebiete und bildeten 300 Hebammen aus.
Humanitäre Finanzmittel werden stetig gekürzt - trotz schwerwiegendem Hunger
Der Plan für humanitäre Bedürfnisse und Maßnahmen im Jemen 2026 (Yemen Humanitarian Needs and Response Plan, HNRP), veröffentlicht am 18. März 2026, appelliert für 2,1 Milliarden US-Dollar, um 12 Millionen Menschen im Jemen mit humanitärer Hilfe zu unterstützen. Aufgrund begrenzter Mittel und schwerer Bedingungen konzentriert sich der Plan auf 9,4 Millionen Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten. Dieser deckt jedoch bei weitem nicht den Bedarf an lebenserhaltenden Maßnahmen für die notleidende Bevölkerung.
Angesichts steigender Bedürfnisse und schwieriger Einsatzbedingungen, auch hinsichtlich der Sicherheit der humanitären Helfer sowie schwindender Ressourcen, muss sich die humanitäre Hilfe weiterhin auf ihre Prinzipien konzentrieren: Für die Bedürftigsten mit Rechenschaftspflicht inklusive und lebensrettende Unterstützung bereitzustellen.
Humanitäre Maßnahmen retten weiterhin Leben und lindern das Leid im gesamten Jemen. Es bedarf jedoch dringend einer nachhaltigen und flexiblen Finanzierung, um eine Verschlechterung der Lage zu verhindern und katastrophale Folgen für Millionen von Frauen, Männern und Kindern abzuwenden.
Forderungen: Mehr Finanzmittel, dauerhafter Frieden und Schutz für Humanitäre Hilfe
Die Kürzungen der Finanzmittel durch die internationale Staatengemeinschaft gefährden unmittelbar das Leben der Zivilbevölkerung, untergraben grundlegende Versorgungsleistungen und zwingen lebensrettende Programme dazu, ihre Aktivitäten einzuschränken oder einzustellen – und das in einer Zeit akuter humanitärer Not.
Auch kurzfristige Stabilisierungsmaßnahmen werden ohne eine umfassende und ausgehandelte politische Lösung nicht von Dauer sein. Das Fehlen eines dauerhaften Friedensrahmens behindert weiterhin die Bereitstellung von Hilfe und verlängert die humanitäre Abhängigkeit.
Islamic Relief setzt sich dafür ein, dass der humanitäre Handlungsspielraum geschützt wird. Humanitäre Akteure müssen in der Lage sein, sicher, unabhängig und ohne politische Einmischung zu arbeiten, um gemäß den humanitären Grundsätzen einen ungehinderten Zugang zu den betroffenen Gemeinschaften zu gewährleisten.
Spenden Sie jetzt und helfen Sie den Betroffenen vor Ort!
Unser Team vor Ort: Islamc Relief Jemen Rückblick 2025
Islamic Relief Jemen führt integrierte humanitäre Projekte und Programme zur Resilienz-Stärkung durch, die sowohl auf die Deckung dringender Bedürfnisse als auch auf die Stärkung der Selbstständigkeit der lokalen Gemeinden ausgerichtet sind.
Auch im Jahr 2025 gehörte Islamic Relief Jemen zu den humanitären Akteuren im Land, die trotz drastischer Mittelkürzungen, sanktionsbedingter finanzieller Einschränkungen und anhaltender Belastungen in großem Umfang Hilfe leisten konnten.
Im Laufe des Jahres 2025 erreichten die Teams vor Ort insgesamt 1,08 Millionen Menschen mit lebensrettender Hilfe und Unterstützung zum Aufbau von Resilienz. Islamic Relief Jemen stärkte damit grundlegende Gesundheits-, Ernährungs- und WASH-Dienste in besonders bedürftigen Bezirken des Landes.
Jahr 2026: Schwerpunkte der Hilfe von Islamic Relief im Jemen
Islamic Relief Jemen leistet weiterhin prinzipientreue, neutrale und lebensrettende Hilfe in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, WASH und Bargeldhilfen.
Der Fokus bei der Umsetzung der Hilfsprogramme liegt auf Gesundheit, Ernährung und WASH, einschließlich einer gestärkten medizinischen Grundversorgung, eines verbesserten Zugangs zu sauberem Wasser sowie gezielter Maßnahmen im Bereich Sanitärversorgung und Hygiene in besonders gefährdeten Bezirken.
Auch die fortlaufende Unterstützung für Haushalte durch Lebensmittelgutscheine, Bargeldhilfen und die Verteilung lebensnotwendiger soll gewährleistet werden. Die Nahrungsmittelversorgung bleibt essentieller Bestandteil, damit Familien anhaltende wirtschaftliche Schocks und den Rückgang ihrer Kaufkraft bewältigen können
Islamic Relief Jemen, mit Unterstützung des globalen Hilfsnetzwerks von Islamic Relief, vertieft weiterhin die Arbeit und Zusammenarbeit mit nationalen und lokalen Institutionen und Partnern. Gleichzeitig müssen die Ursachen der Krise mit internationalem Bemühen angegangen werden.


