1.000 Tage Krieg: Hungerkrise im Sudan spitzt sich dramatisch zu

Die Hungerkrise im Sudan erreicht nach 1.000 Tagen tödlichen Krieges ein beispielloses Ausmaß, warnt Islamic Relief Deutschland. Ein Waffenstillstand ist dringender denn je – jeder weitere Tag der Gewalt kostet Menschenleben. Die Hilfsorganisation fordert internationale Regierungen auf, ihre politischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges deutlich zu verstärken.

Hunger breitet sich rasant aus

Heftige Kämpfe und weltweite Kürzungen der Finanzhilfen treiben immer mehr Familien in den Hunger, insbesondere in den weitläufigen Bundesstaaten Darfur und Kordofan. Eine neue Einschätzung der Vereinten Nationen in Nord-Darfur zeigt, dass mehr als die Hälfte der Kleinkinder unterernährt ist – eine der höchsten jemals weltweit verzeichneten Raten.

Mehr als 45 Prozent der Bevölkerung im Sudan – über 21 Millionen Menschen – leiden unter akuter Nahrungsmittelknappheit. Eine aktuelle Untersuchung von Islamic Relief in Gedaref und Darfur ergab, dass 83 Prozent der Familien nicht genug zu essen haben.

Eltern hungern, damit ihre Kinder überleben

Seit Ausbruch des Krieges im April 2023 hat Islamic Relief über 1,2 Millionen Menschen im Sudan mit humanitärer Hilfe erreicht – doch der Bedarf übersteigt die verfügbaren Mittel bei Weitem.

Shihab Mohamed Ali, leitender Programmmanager von Islamic Relief im Sudan, erklärt:

„Dieser Krieg darf nicht länger andauern. Seit 1.000 Tagen erleben wir, wie unser Land auseinandergerissen wird und Zivilisten angegriffen, ausgehungert und von ihrem Land vertrieben werden. Wir sehen Eltern, die auf Nahrung verzichten, um ihre unterernährten Kinder zu retten, und Menschen, die Tierfutter und Blätter essen, um zu überleben.“


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Takaaya: Zivile Gemeinschaftsküchen stehen vor dem Aus

Viele von Freiwilligen betriebene Gemeinschaftsküchen namens Takaaya - die in besonders schwer zugänglichen Gebieten oft die letzte Lebensader für die Menschen im Sudan darstellen - stehen kurz vor der Schließung. In Darfur und Kordofan mussten bereits zahlreiche Küchen schließen, weil internationale Unterstützung ausbleibt.

„Gemeinschaftsküchen, die viele Leben gerettet haben, werden nun aufgrund der mangelnden internationalen Unterstützung geschlossen. Dadurch werden noch mehr Familien in den Hunger getrieben“, warnt Shihab Mohamed Ali.

Internationale Aufmerksamkeit lässt nach

Während die internationale Aufmerksamkeit Ende letzten Jahres kurzzeitig zunahm, als die Angriffe auf El Fasher ihren Höhepunkt erreichten, droht die Krise erneut in Vergessenheit zu geraten. Dabei dauern die heftigen Kämpfe an – allein in der vergangenen Woche wurden mehr als 100 Menschen getötet.

Appell an Politik und internationale Gemeinschaft

„Viele internationale Regierungen haben das Leid entweder vergessen oder ignoriert – oder schüren und verlängern den Krieg aktiv durch Waffenlieferungen, Finanzmittel und politische Unterstützung“, so Shihab Mohamed Ali.

„Humanitäre Hilfe für die Menschen ist dringend notwendig, aber keine langfristige Lösung. Wir brauchen die internationale Gemeinschaft, damit sie eine konstruktive Rolle spielt und ihre diplomatische Macht einsetzt, um einen Waffenstillstand und dauerhaften Frieden zu erreichen. Millionen von Menschenleben und die Zukunft des Sudan stehen auf dem Spiel.“

Hintergrund: 1.000 Tage Gewalt und Konflikt

Der heutige Abend markiert 1.000 Tage Krieg im Sudan. Einige Organisationen begehen diese traurige Zäsur am Freitag, dem 9. Januar 2026.

Seit April 2023 unterstützt Islamic Relief Menschen im gesamten Sudan – unter anderem in Zentral-Darfur, Nord- und West-Kordofan, Khartum, Gedaref, im Bundesstaat Rotes Meer, in Al Jazirah, Sennar und im Blauen Nil – mit Lebensmitteln, medizinischer Versorgung, Bargeldhilfen, landwirtschaftlicher Unterstützung und psychosozialer Betreuung.


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