Islamic Relief blickt als Hilfsorganisation auf 25 Jahre Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit zurück. Zum `Id-ul-Adha, dem islamischen Opferfest, verteilte Islamic Relief 1986 erstmals das Fleisch von 670 Kurbanis an arme Menschen.
24 Jahre später, im Dezember 2008, verteilte Islamic Relief Worldwide 90.653 Kurbanis zum Opferfest an mehr als 2,2 Mio. bedürftige Menschen in 27 Ländern weltweit. Islamic Relief Deutschland konnte dank Ihrer zahlreichen Spenden davon 24.331 Kurbanis finanzieren.
Für viele Menschen ist es das einzige Mal im Jahr, dass sie Fleisch essen können. Für die von Islamic Relief geförderten Waisenkinder ist das Opferfest nicht zuletzt deshalb ein freudiges Erlebnis, weil sie außerdem Geschenke erhalten.
Den Kurbanbericht 2008 finden Sie hier als PDF-Datei.
Hintergrund
Seit Jahrhunderten wetteifern zum Opferfest die Gläubigen der Sunna des Propheten Ibrahim (as) nach. Sie eifern ihm nach, um genauso wie er, ihre Opferbereitschaft und ihre Hingabe zu ihrem Herrn zu zeigen. Eigentlich besteht die Tradition der Opfergabe (arabisch: al-Udhiya, türkisch: kurban) bereits seit Adam (as) und seinen Söhnen (Al-Ma´ida, 27). So wird auch heute von Millionen Muslimen diese Tradition bewahrt und ein Opfer während dieses Festes erbracht, indem ein Tier geschlachtet wird. Man besucht Verwandte und Bekannte und richtet einander die besten Glückwünsche aus. Nach dem gemeinschaftlichen Festgebet am frühen Morgen und dem freudigen Beisammensein mit der Familie sind die Bemühungen der Gläubigen während der Festtage vor allem zu Gunsten ihrer bedürftigen Mitmenschen.
Nach einer hingebungsvollen Zeit des Fastens und der Gebete während des Ramadan fängt für die Muslime eine andere Zeit an. Die Vorbereitung auf die Hadsch. So wie das Fasten und das Beten zu den Geboten des Islam gehören, welche die Gläubigen mit Sorgfalt zu erfüllen versuchen, ist die Hadsch-Reise ein Gebot Allahs. Er (swt) ließ durch den Propheten Ibrahim (as) die Kaa´ba als ein Wallfahrtsort errichten und für alle Zeiten eine Einladung ausrufen, um diesen Gebetsort als Pilger zu besuchen. Dieser Einladung folgen seit Jahrtausenden Gläubige aus allen Richtungen unserer Erde.
Alle von Allah bestimmten Gebote haben generell eine gesellschaftliche und gemeinschaftliche Seite. So werden diese entweder als Gemeinschaft verrichtet oder man unterstützt sich bei deren Ausübungen gegenseitig. Dadurch entsteht in jeder Lebenssituation ein sehr starkes Gemeinschaftsgefühl und die Hilfsbereitschaft untereinander wird gestärkt. Das Erbringen eines Opfers hat auch solch eine Form.
So wie während des Ramadanfestes verbringt man die Tage des Opferfestes in gemütlicher und geselliger Atmosphäre. Gastfreundliche Besuche, gegenseitige Geschenke, amüsantes Beisammensein, Festspeisen und Festprogramme sind unzertrennbare Bestandteile dieser Zeit. Die etwas wohlhabenderen Gläubigen bzw. Muslime, die dazu finanziell in der Lage sind, erbringen nach der Tradition Ibrahims (as) ein Opfer, verzehren dann ein Teil gemeinsam mit Familie und Freunden, und verteilen einen Teil an ihre bedürftigen Mitmenschen. Heutzutage wird auch von vielen bevorzugt (vor allem von Muslimen im Westen) das ganze Opferfleisch an Bedürftige zu verteilen und so das Geld zu spenden – an bedürftige Verwandte oder an Organisationen, die in Ländern der Armut humanitäre Hilfe leisten. Man erlebt Freude und lässt andere Freude erleben.