Die Geschichte von Said

Vor zehn Jahren war Said* erst zwölf Jahre alt und lebte ein schwieriges Leben zusammen mit seiner Mutter. Sein Vater war 1998 gestorben und hinterließ Said und seine Mutter in schwierigen Umständen. Sein älterer Bruder, der verheiratet war, starb ebenfalls, und seine Frau hatte ihr Kind verstoßen, um noch einmal heiraten zu können. Der andere ältere Bruder war ebenfalls verheiratet, aber er unterstützte seine Mutter nicht.

Saids Mutter hatte keine Hoffnung mehr. In ihrem fortgeschrittenen Alter hatte sie keine andere Möglichkeit als zu heiraten. Sie arbeitete Tag und Nacht als Hausangestellte, um die alltäglichen Kosten zu decken. Said war nicht die einzige Verantwortung, die sie trug, sondern auch sein Neffe Majid. Majid war noch sehr jung und brauchte elterliche Fürsorge, aber Saids Mutter war zu alt und musste arbeiten. Das Leben war so schwierig…

In diesen Momenten der Verzweiflung war Islamic Relief wie ein Strahl der Hoffnung für Said und seine Familie. Am 22. März 2004 besuchte ein Mitarbeiter von Islamic Relief Said und seine Familie und vermittelte ihm eine 1:1-Patenschaft. Nun unterstützt Islamic Relief Said schon zehn Jahre durch eine solche Patenschaft. Said lebt mit seiner Familie in einem gemieteten Haus in schlechten Lebensverhältnissen. Das Haus ist aus Lehm und Ziegeln gemacht und hat keine Küche oder einen Waschraum. Said, seine Mutter und Majid haben nur einen Raum zum Leben. Es gibt einen kleinen Hof, wo sie kochen und waschen und einige Tiere halten. Sie haben in ihrer Gegend keine Grundversorgung - es gibt keine Gasversorgung, so dass sie Feuerholz zum Kochen verwenden müssen. Wasserversorgung ist ebenfalls nicht verfügbar, sie holen für den täglichen Gebrauch Wasser vom öffentlichen Wasserhahn. Die Wohnbedingungen sind ebenfalls dürftig; sie schützen nicht vor heißem Wetter oder dem Winter. Die Hygienebedingungen sind unter dem Durchschnitt; ihr Vieh, das im Hof angebunden ist, lockt etwa Mücken an. All dies verursacht eine ungesunde Umwelt, was die alte Mutter und den kleinen Neffen krank macht.

Said arbeitet sehr hart und investiert viel Zeit in sein Studium. Er ist im dritten Jahr seines Diplomstudiengangs für Elektrotechnik am schwedischen Institut für Technologie. Er ist einer der besten Studenten und arbeitet für eine bessere Zukunft. Er steht früh am Morgen auf, betet sein Gebet und wiederholt den Unterricht. Er hilft auch seiner Mutter dabei, das Frühstück vorzubereiten und Holz zum Kochen zu sammeln und hilft seinem Neffen bei der Vorbereitung für die Schule. Nachdem er gefrühstückt hat, geht er zur Universität, die weit von seinem Haus entfernt ist. Er braucht 20 Minuten zu Fuß. Er ist gut mit seinen Kommilitonen befreundet, sie helfen sich gegenseitig. Seine Lehrer loben ihn stets für seine sehr guten Leistungen.

Er liebt Computerwissenschaft und hat dort immer gute Noten. Er hat keinen Computer zu Hause und geht deshalb in die Universität, um sich dort einige Computerkenntnisse anzueignen und seine Prüfungen vorzubereiten. Said erzählt, dass er etwas Geld von seiner Patenschaft für einen Computer gespart hat. Er verschwendet keine Zeit, sondern investiert sie in sein Studium. Er möchte in Zukunft ein Ingenieur werden. Er hat viele Verantwortungen und regelt seine Zeit dementsprechend. Am Wochenende geht er einkaufen; wenn seine Mutter krank wird bringt er sie ins Krankenhaus.

Seine Mutter freut sich sehr darüber, dass ihr Sohn so viel Verantwortung trägt und sich kümmert. Am Abend hilft er seinem Neffen bei seinen Hausaufgaben und unterrichtet ihn für eine Stunde. Er besucht auch seine Schule am Elternsprechtag und informiert sich über seinen Fortschritt. Manchmal spielen sie Cricket oder Fußball zusammen, was sie sehr genießen. Said liebt Haustiere und hat einige Vögel zu Hause. Er hält außerdem eine Ziege und schaut in seiner Freizeit nach ihr. Er verbringt Zeit mit ihnen, was ihnen glücklich macht.

Said träumt davon, in einem schönen, gut ausgestatteten Haus zu leben. Said ist Islamic Relief dankbar dafür, dass sie ihm helfen und ihn in schwierigen Zeiten unterstützen. Er sagt, die Patenschaft sei das einzige, was ihm geholfen und ihn ermutigt hat, mit seinem Studium fortzufahren. Ohne Patenschaft wäre es sehr schwierig für ihn gewesen seine Bildung zu bezahlen. Er wünscht sich, dass die Patenschaft nicht beendet wird, bis er seinen Abschluss erlangt.

* Aus Datenschutzgründen wurden die Namen geändert.