12. July 2009

Omar Al-Louh erhält ein Lebensmittelpaket im Ramadan 2008.

Islamic Relief Mitarbeiter besuchen Omer zu Hause.

Eine seiner Töchter freut sich besonders über Halawa.

Omer und seine jüngste Tochter packen das Ramadan-Lebensmittelpaket aus.
Islamic Relief versorgt jedes Jahr bedürftige Familien im Fastenmonat mit Lebensmittelpaketen. In Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen vor Ort verteilten wir auch im vergangenen Jahr Lebensmittel an tausende Familien im Gazastreifen und im Westjordanland. Zu den Begünstigten gehörten Erwerbslose und Familien mit mehr als fünf Mitgliedern sowie Bedürftige, die bisher noch kein Lebensmittelpaket im Ramadan erhalten haben. Die Auswahl der Projektteilnehmer erfolgte in Übereinstimmung mit den Listen anderer internationaler Hilfsorganisationen wie UNRWA, WFP, CHF und dem Ministerium für soziale Angelegenheiten, um eine doppelte Ausgabe an Hilfsgütern zu vermeiden. Ein Ramadan-Lebensmittelpaket beinhaltete 8 kg Reis, 4 kg Zucker, 2 kg Bohnen, 2 kg weiße Bohnen, 3 Liter Speiseöl, 3 Dosen Tomatenmark, 2 kg Pasta, 2 Pakete Halawa und 2 mal Dosenfleisch.
Omers Geschichte
Omar Al-Louh gehört zu den Begünstigten des Islamic Relief Ramadanprojektes 2008. Omar ist 44 Jahre alt und lebt südlich von Gaza-Stadt in Alzaytun. Gemeinsam mit seiner großen Familie wohnt er in bescheidenen Verhältnissen: „Wir sind elf Familienmitglieder; ich habe sechs Söhne und vier Töchter. Wir teilen uns eine Wohnung mit fünf Zimmern. Die Möbel sind alt und kaputt. Unser Kühlschrank funktioniert nicht mehr, aber für die Reparatur haben wir kein Geld.“
„Vor der Intifada in 2000 arbeitete ich als Schneider in einer Fabrik in Israel. Ich habe gut verdient und meine Familie hatte alles, was sie brauchte. Seitdem bin ich arbeitslos. Unsere finanzielle Lage wurde aufgrund der Blockade in den letzten zwei Jahren immer schlimmer. Arbeit gibt es nicht, also verkaufe ich ab und zu Tomaten auf dem Mark. Obwohl ich damit kaum etwas verdiene, ist es besser als nichts“, beschreibt Omer seine missliche Lage.
Überleben mit Schulden
„Wir haben einfach nicht genug, um zu Überleben. Ich habe alle meine Ersparnisse ausgegeben, um diese Wohnung zu bauen. Einige gütige Bekannte bieten mir immer wieder Hilfe an und dennoch muss ich mir oft Geld von meinem Bruder borgen. Ein Leben in Armut und Schulden ist so hart; ich weiß nicht, wie ich jemals alles zurückzahlen soll.“
Zu Omars größten Sorgen gehört die Zukunft seiner Kinder. Ohne geregeltes Einkommen kann er die Schul- und Studiengebühren nicht mehr bezahlen. Zwei seiner Söhne besuchen eine Universität und bringen in ihrer Freizeit Kindern in der Moschee den Qur'an bei. Nach dem Abschluss hoffen sie auf eine Anstellung, um ihren Vater bei der Versorgung der Familie zu helfen.
Hungern im Ramadan
Die Mahlzeiten der Familie werden bestimmt durch das geringe Angebot in den Supermärkten und den begrenzten finanziellen Möglichkeiten des Vaters. Besonders die langjährige Blockade hat den Gazastreifen gezeichnet, so dass rund 80% der Bevölkerung auf die Unterstützung wohltätiger Organisationen angewiesen sind.
„Ramadan lehrt uns, geduldig zu sein, denn für eine lange Zeit enthalten wir uns von Nahrung und Getränken. Zum Fastenbrechen, dem „Iftar“, sitze ich mit meiner Familie am Tisch und wir bitten Allah, um seine Gnade und darum unseren Lebensstandard zu verbessern. Zu Suhur wachen wir auf, lesen Qur'an und beten. Diese Zeit ist sehr spirituell und wichtig für uns.“
„Ich bin sehr glücklich, denn das Ramadan-Lebensmittelpaket gibt uns die Möglichkeit, verschiedene Gerichte zu kochen. Meine Tochter hat sich besonders über das Halawa gefreut, denn das ist teuer, daher können wir es normalerweise nicht kaufen. Wir danken den Spendern sehr für ihre Unterstützung. “