Was ist die Zakat?

Ein Dienst für Gott und die Gesellschaft – die Zakat ist die dritte Säule des Islams. Sie ist ein Privileg der Wohlhabenden und das Recht der Armen: Allah ermutigt uns, verantwortungsbewusst mit unserem Vermögen umzugehen und es mit Bedürftigen zu teilen. Wir schenken ihnen Hoffnung auf ein Leben in Würde und stärken den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Das reinigt unser Vermögen und unser Herz. Anders als die Sadaqa ist die Zakat eine religiöse Pflichtabgabe. Wer die Zakat leistet, wer sie empfängt und wie sie berechnet wird, ist von Allah bestimmt.

Wer gibt die Zakat?

Alle Muslime sind aufgefordert, Zakat zu leisten. Vorausgesetzt, Sie haben die Pubertät erreicht, sind zurechnungsfähig und das Vermögen, das Sie ein Mondjahr lang besitzen, übersteigt einen Mindestbetrag, den sogenannten Nisab. Trifft das auf Sie zu, geben Sie einen festgelegten Anteil Ihres Vermögens an Bedürftige ab.

Wer darf die Zakat erhalten?

Für wen die Zakat gedacht ist, ist von Allah bestimmt: „Die gesammelte Zakat ist für die Armen; die Mittellosen; diejenigen, die sie einsammeln; um die Herzen der Leute nahe zu bringen; für die Befreiung von Sklaven; die Verschuldeten; die Ausgabe auf dem Wege Allahs und die Reisenden. Dies ist eine Vorschrift von Allah. Allah ist Allwissend, Allweise.

(Quran, Sure At-Tauba, Vers 60)

Wie wird die Zakat berechnet?

Was Sie zum Wohl der Gemeinschaft abgeben, richtet sich nach Ihrem Vermögen. Zwei Größen sind wichtig: Der Nisab, also das Vermögen, das sie mindestens besitzen müssen. Er wird tagesaktuell nach dem Wert für 85 Gramm Gold bestimmt. Die zakatpflichtigen Vermögenswerte, u.a. Geld, Kapitalanlagen, Gold, Silber oder Immobilien. Nicht aber persönliche Dinge, wie das eigene Haus, das Auto, Möbel oder Büroräume. Schulden können Sie abziehen. Besitzen Sie mehr als den Nisab, zahlen Sie pro Jahr 2,5 Prozent Ihres Vermögens als Zakat.

Wann wird die Zakat gezahlt?

Einen festgelegten Termin gibt es nicht. Fällig wird die Zakat einmal im Mondjahr, also alle 354 Tage. Ein Tipp: Sollte es Ihnen schwerfallen, sich an das genaue Datum zu erinnern, nutzen Sie einen wiederkehrenden Feiertag. Bei vielen beliebt ist der Ramadan, da Allah unsere guten Taten dann besonders belohnt.