Waisengeschichten aus Indonesien

Verwaist durch den Tsunami

Die siebenjährige Nola lebte früher zusammen mit ihrer Mutter und zwei jüngeren Schwestern in Banda Aceh, Indonesien. Als am 26. Dezember der Tsunami mit all seiner Kraft über Banda Aceh hereinbrach, verlor Nola ihre gesamte Familie. Daraufhin lebte sie mit ihrer Großmutter und tausenden anderen Menschen in einem Obdachlosen-Lager.

Nola schaute mit ihrer Familie fern, als ein großes Erdbeben ihr Haus erschütterte. In Panik rannten sie hinaus, doch das Erdbeben zog an ihnen ohne jeglichen Schaden vorüber, und die Familie ging wieder hinein. Zehn Minuten später hallte der Schrei „Achtung Wasser!“ durch die Straßen, und eine riesige Wasserwelle durchfegte ihr Haus. Nolas Mutter hielt Nola gegen die Wassermassen fest, aber die Wasserkraft war zu stark, und Nola wurde aus den Armen ihrer Mutter fortgerissen.

Nola überlebte, indem sie sich an ein Treibholz klammerte. Doch ihre Mutter und der Rest der Familie starb. Nola wurde von einem Fremden gerettet und lebte danach mit ihrer Großmutter in einem Lager, das für die durch den Tsunami obdachlos gewordenen Menschen errichtet wurde.

„Meine Großmutter ist sehr alt, aber ich helfe ihr mit dem Saubermachen und hole Wasser von den Tanks, die Islamic Relief zur Verfügung gestellt hat“, sagt sie. Nola besucht am Morgen die Schule und besucht dann den Friedhof mit ihrer Oma, um für ihre Familie zu beten. Am Nachmittag geht sie zur Moschee, um den Quran zu studieren.

Wenn sie nach ihrem Leben im Lager gefragt wird, sagt sie tapfer: „Ich mag es hier. Ich habe viele neue Freunde und gute Lehrer. Ich möchte Ärztin werden, und mein Lehrer sagt, dass ich sehr schlau bin.“

Islamic Relief half den 400.000 Menschen, die in Notunterkünften leben mussten. Sie erhielten Lebensmittel, Wasser, Kleidung, sanitäre Anlagen, Hygieneartikel und andere wichtige Güter. Islamic Relief plante für sie außerdem langfristige Unterkünfte, baute Krankenhäuser und errichtete Schulen in Aceh.