Kaffara für absichtliches Fastenbrechen

Pro Tag 60 zu speisende Arme mit je 10 Euro = 600 Euro pro nicht gefastetem oder gebrochenem Fastentag

Euro

Kaffara bei Nichteinhaltung eines Versprechens

10 Personen (zu speisende Arme) mal 10 Euro = 100 Euro pro gebrochenem Versprechen

Euro

Fidya für begründet nicht gefastete Tage

10 Euro pro Tag (entsprechend der Zakat-ul-Fitr)

Euro

Fidya beim grundlos verzögertem Nachholen von Ramadan-Fastentagen

10 Euro pro Tag (entsprechend der Zakat-ul-Fitr)

Euro


Fidya ist eine Kompensation für diejenigen, die nicht fasten können. Mit dem Begriff Kaffara ist im Islam die Sühne für eine bestimmte Tat gemeint. Kaffara kann in verschiedener Weise geleistet werden, wie z.B. durch die Zahlung eines Geldbetrages (zur Speisung eines Bedürftigen) oder zusätzliches Fasten. 

"...Und wenn du etwas schwörst und siehst, dass es besser wäre, wenn du anders handeln würdest, so tue, was besser ist und leiste die Sühne für deinen Schwur." (Al-Bukhari)

I. Fidya als Kompensation

Fidya für begründet nicht gefastete Tage

Fidya (auch Fidja) ist eine Kompensation und bedeutet Ersatzleistung. Diese müssen nach Mehrheit der Gelehrten jene leisten, die aus Altersgründen oder wegen chronischer Krankheit im Ramadan nicht fasten können. Bei kurzfristiger Krankheit wird der jeweilige Tag einfach nachgefastet. Bei der Fidya muss für jeden nicht gefasteten Tag eine arme Person gespeist werden. Der Betrag dafür bei Islamic Relief Deutschland beträgt derzeit 10 Euro pro Tag (entsprechend der Zakat-ul-Fitr), das heißt 300 Euro für den gesamten Ramadan, wenn man von 30 Fastentagen ausgeht.

Fidya beim grundlos verzögertem Nachholen (Qada) von Ramadan-Fastentagen 

Sollte ein Muslim ohne Grund die nachzuholenden Fastentage des Ramadans bis zum darauffolgenden Fastenmonat nicht nachgeholt haben, so ist er verpflichtet, zusätzlich zum Nachholen der Fastentage als Fidya für jeden Tag einen Armen zu speisen. Bei Islamic Relief beträgt dies derzeit 10 Euro (entsprechend der Zakat-ul-Fitr) pro Tag. Zu beachten ist, dass die vier verschiedenen Rechtsschulen hierzu unterschiedliche Ansichten vertreten.

II. Kaffara für Fehler beim Fasten

Kaffara bedeutet wörtlich das Tilgen einer Sünde oder unrechtmäßigen Handlung.

1) Absichtliches Fastenbrechen ohne Grund

Bricht man das Fasten ohne triftigen Grund, ist der erste Schritt, Allah gegenüber aufrichtige Reue zu zeigen. Denn Er ist derjenige, der die Fehler der Menschen vergibt. Zusätzlich ist man verpflichtet, zwei Monate ohne Unterbrechung zu fasten. Ist man dazu nicht in der Lage, weil man es nicht geschafft hat, durchgängig zu fasten, speist man 60 Arme. Bevor man jedoch das Fasten unterbricht, muss man den Willen dazu bewiesen haben, sonst ist die Sühne nicht aufrichtig. Diese Sühnehandlung (Kaffara) gilt jedoch nur für einen absichtlich abgebrochenen oder ausgelassenen Fastentag.

Der Betrag für die Kaffara beträgt bei Islamic Relief derzeit 10 Euro pro Person. Für 60 zu speisende Arme sind das 600 Euro pro nicht gefastetem oder gebrochenem Fastentag. 

2) Kaffara bei Nichteinhaltung eines Versprechens 

Ein nicht eingehaltenes Versprechen wird durch die Speisung von zehn bedürftigen Menschen gesühnt.

Der Betrag dafür bei Islamic Relief entspricht demnach 10 (Personen) mal 10 Euro, also 100 Euro pro gebrochenem Versprechen. Kann jemand sich dies nicht leisten, so sollte er drei Tage fasten verbunden mit der Absicht, nie wieder ein Versprechen zu brechen.

Quelle: Handbuch Islam von Ahmad A. Reidegeld, und andere