Allgemeines zum Waisenprojekt

Die 1:1-Patenschaft gibt es bei Islamic Relief seit 1986. Die Eins-zu-Eins Patenschaft gibt Spendern die Möglichkeit, ein ganz bestimmtes Waisenkind in einem der relevanten Länder zu fördern.

Mit Hilfe der Spender kann den Kindern die Hilfe gegeben werden, die sie benötigen. Dies beinhaltet Lebensmittel, Kleidung, Obdach, gesundheitliche Versorgung und emotionalen Beistand. Durch eine Patenschaft kann der Spender helfen, die physische und mentale Gesundheit jedes Waisenkindes zu verbessern und zu erhalten. Eine schulische Grundausbildung für Waisenkinder im Schulalter zu fördern. Aktivitäten zu unterstützen, um das Wohlergehen und die sozialen Fähigkeiten der Kinder zu stärken. Die Bereitstellung einer Unterkunft für jedes Waisenkind zu ermöglichen. Und die Waisenkinder dazu zu ermuntern, eine eigene Zukunft aufzubauen.

Durch eine Patenschaft profitiert in erster Linie die Familie der Waise. Begünstigte sind insbesondere auch Mutter und Geschwister der Waise. Aber auch nahe Verwandte, falls das Kind bei ihnen lebt, weil die Mutter ebenfalls verstorben ist oder nicht mehr bei der Waise lebt.

Bei den Waisen handelt es sich um Kleinkinder oder Kinder im Schulalter. In diesem Alter kann man keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern machen. Erst wenn sie älter werden, kann man davon ausgehen, das männliche Jugendliche einfacher Arbeit finden als weibliche (dies trifft zumindest auf einige Länder Afrikas stark zu).

Patenschaften von jüngeren Kindern sind leichter zu vermitteln als Patenschaften von älteren Kindern. Daher möchte Islamic Relief gern den Fokus auf Kinder richten, die älter als 12 Jahre sind. Diese stecken meist mitten in der Schulausbildung, bzw. sind gerade dabei, weiterführende Schulen zu besuchen. Sie sollten die Chance bekommen, diese zu beenden. Hinzu kommt, dass der emotionale Beistand durch eine Patenschaft für die gesunde, mentale Entwicklung gerade eines heranwachsenden Jugendlichen besonders wichtig ist.

Nach der Definition von Islamic Relief ist ein Waisenkind ein Kind, das entweder den Hauptversorger (d.h. den Vater) oder aber beide Elternteile verloren hat.

Ein Waisenkind kann in der Regel bis zum 18. Lebensjahr unterstützt werden. Die Mindestdauer für eine Waisenpatenschaft beträgt ein Jahr. Falls Sie als Pate eine Patenschaft beenden möchten, gibt es eine dreimonatige Kündigungsfrist, die eingehalten werden soll, damit in der Zwischenzeit ein neuer Pate für das Kind gefunden werden kann.

Ja, man kann dem Waisenkind Briefe zukommen lassen, indem diese an das Islamic Relief-Büro in Köln gesendet werden. Nach vorheriger Vereinbarung mit der Waisenabteilung von Islamic Relief können die Waisen telefonisch kontaktiert oder auch persönlich besucht werden. Die Reisekosten tragen die Paten selbst, auch erfolgt die Reise auf eigenes Risiko. Die Paten können Ihr Waisenkind im lokalen Islamic Relief-Büro treffen. Der Termin für einen Besuch muss mindestens vier Wochen vor Reiseantritt mit Islamic Relief vereinbart werden.

Ja, das kann man. Allerdings rät Islamic Relief davon ab Sachspenden zu zusenden. Wenn ein Pate seinem Waisenkind ein Geschenk machen möchte, empfiehlt wir ihm, eine Geldsumme seiner Wahl zu spenden. Das Geld erreicht das Waisenkind schneller als ein Paket, es fallen keine Transportkosten an und das Kind kann sich einen eigenen Wunsch erfüllen.

80% des Monatsbeitrages erhält die erziehungsberechtigte Person
12,5% sind Verwaltungsgebühren
7,5% sind für den Service bestimmt

Das ist der Service, der den Waisen in Form von Arztbesuchen, Schulbesuchen etc. zugute kommt. Es könnte z.B. der Fall eintreten, dass eine Mutter zu Monatsbeginn das ganze Geld nutzt, um alle nötigen Einkäufe, Reparaturen etc. zu erledigen. Dann wird jedoch plötzlich das Kind krank und muss zum Arzt, und dieser Service ist in den 7,5% enthalten. So können wir gewährleisten, dass alle Waisenkinder Zugang zu medizinischer Versorgung haben und zur Schule gehen können.

Das Patenschaftsgeld kommt in der Regel allen Familienmitgliedern, also auch den Geschwistern, zugute. Selten gibt es Neid unter den Nachbarn, da es in den meisten Gemeinschaften eine Solidarität mit den Schwachen gibt. Im Gegenteil, sie freuen sich für ihre Nachbarn.

Unsere lokalen Mitarbeiter besuchen die Waisenkinder und ihre Familien regelmäßig. Sollte es irgendeinen Verdacht geben, dass das Geld vom Vormund des Kindes missbraucht wird, erhält das Kind nur noch Sachspenden.

Waisen-Projektländer

Islamic Relief Worldwide unterhält in 28 Ländern Projektbüros. Die dortigen einheimischen Mitarbeiter sind dafür zuständig, langfristige Entwicklungsprojekte zu realisieren, die Waisenpatenschaften zu koordinieren und sind für die Durchführung von Nothilfemaßnahmen in den betroffenen Regionen verantwortlich. Zudem hat Islamic Relief Fundraising-Büros in 14 Ländern, die die Spenden für diese Maßnahmen in den Projektländern akquirieren.

Islamic Relief unterstützt Waisenkinder in über 20 Ländern auf der ganzen Welt. Über 5.600 Waisenkinder werden derzeit über eine Patenschaft gesponsert. Der unterschiedliche monatliche Betrag richtet sich nach den Lebenserhaltungskosten in dem Land des Waisenkindes selbst, zuzüglich der Verwaltungskosten.

Patenschaften können in folgenden Ländern übernommen werden:

Patenschafts-Länder

     
Gruppe A mit 33 Euro: Gruppe B mit 39 Euro: Gruppe C mit 48 Euro:
Afghanistan Albanien Bosnien
Äthiopien Indonesien Jordanien
Bangladesch Irak Kosovo
Jemen Pakistan Libanon
Kenia   Palästina
Mali   Ägypten
Niger    
Somalia    
Sri Lanka    
Südafrika    
Sudan    
Tschetschenien    

Kinder werden in jedem Land nach denselben Kriterien in das Programm aufgenommen. Wenn ein Land aktuell aufgrund einer Krise oder eines Krieges bedürftiger erscheint und die Anfragen nach Patenschaften daher hoch sind, kann es sein, dass Islamic Relief nicht so schnell der hohen Nachfrage nachkommen kann und es manchmal mehrere Wochen dauern kann, bis der Pate die gewünschten Unterlagen erhält. Außerdem waren auch andere Länder kürzlich noch in derselben Situation und benötigen Jahre später noch Unterstützung, da die Wunden der Menschen Zeit zum Heilen brauchen. 

Waisenfonds

Der Waisenfonds erlaubt dem Spender, mehr als nur einem Waisenkind zu helfen. Die für den Waisenfonds gespendeten Mittel werden für Projekte verwendet, die bedürftigen Kindern, ihren Familien und Gemeinden zugutekommen. Es sind Projekte aus den Bereichen Bildung, Gesundheit, Einkommenssicherung und Verbesserung des sozialen Umfelds. Zusätzlich erhalten die Waisen Lebensmittelpakete zu Ramadan und Kurban. Für den Waisenfonds kann man einmalig oder aber regelmäßig monatlich spenden. Anders als bei der 1:1-Patenschaft können Spender ihre Spende in beliebiger Höhe entrichten.

Zahlungen

Ein Pate darf unter Umständen eine kurze Zahlungspause einlegen, wenn es ihm z.B. aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich ist, sein Waisenkind wie gewohnt zu unterstützen. Die Zahlungen werden dann für die genannte Dauer unterbrochen und ein Zeitpunkt für die Wiederaufnahme festgelegt. Zu lange sollten die Zuwendungen jedoch nach Möglichkeit nicht ausfallen, da die Waisenkinder für einen geordneten und stabilen Alltag auf diese angewiesen sind.

Die Zahlungen werden sofort mit dem Beginn der Patenschaft fällig. Wenn eine Einzugsermächtigung erteilt wurde, bucht Islamic Relief den Betrag entsprechend vom Konto ab. Wenn der Pate per Dauerauftrag zahlen möchte, muss dieser im selben Monat, mit Beginn der Patenschaft, unter Angabe der Referenznummer der Patenschaft bei Islamic Relief Deutschland eingehen. Zahlungen die nicht monatlich getätigt werden, müssen im Voraus bezahlt werden.

 

 

Ja, das ist möglich. Dabei sollte allerdings eine Person aus der Gruppe als Ansprechpartner bestimmt werden, die Islamic Relief für alle Angelegenheiten als Ansprechpartner zur Verfügung steht. So können zum Beispiel Schulen, Klassen, Firmen oder Gemeinden Waisenpatenschaften übernehmen.

Die Waise erhält das Geld vierteljährlich. Es wird dem Vormund des Kindes im April, Juli, Oktober und Januar übergeben. Die Verwendung des Geldes wird regelmäßig überprüft.

Auch hier entstehen natürlich Kosten durch die Überweisung der Gelder. Ihr Waisenkind erhält die volle Summe, die Sie spenden. Wenn Sie aber darauf bestehen, auch die Verwaltungskosten zu zahlen, können Sie das tun, indem Sie die Verwaltungskosten, die aktuell 28,34 Prozent betragen (Stand: 2015), dazurechnen.