Eine Fidya ist eine Ersatzleistung für nicht gefastete Tage aufgrund eines legitimen Grunds.

Kaffarah ist eine Leistung, die als Sühne für einen Fehler oder eine Sünde gilt. Mit entsprechender Tauba gleicht sie die Sünde entsprechend der vorgegebenen Kaffarah aus. Diese kann auf verschiedene Weise geleistet werden, wie z.B. durch die Zahlung eines Geldbetrages (zur Speisung eines Bedürftigen) oder durch zusätzliches Fasten. Hierbei kommt es auf den Sachverhalt an. Schauen Sie dazu bitte folgende Frage: Wann muss Kaffara geleistet werden?

Fidya ist eine Kompensation und bedeutet Ersatzleistung. Diese müssen nach Mehrheit der Gelehrten jene leisten, die z.B. aus Altersgründen, wegen chronischer Krankheit, Schwangerschaft, Stillzeit oder längerer Reisen im Ramadan nicht fasten können.

Bei kurzfristiger Krankheit wird der jeweilige Tag einfach nachgefastet und es muss keine Fidya entrichtet werden.

Hält die Krankheit oder die Reise beispielsweise jedoch länger an als bis zum Eintreffen des nächsten Ramadans, so muss die Fidya pro nicht gefasteten Tag entrichtet werden. Weiß man jedoch schon im Voraus, dass man die nicht gefasteten Tage bis zum nächsten Ramadan nicht nachfasten kann, etwa weil die Krankheit dauerhaft anhält, so kann die Fidya bereits im oder unmittelbar nach Ramadan entrichtet werden.

Bei der Fidya muss für jeden nicht gefasteten Tag eine arme Person gespeist werden. Der Betrag dafür bei Islamic Relief Deutschland beträgt derzeit 10 Euro pro Tag (entsprechend der Zakat-ul-Fitr), das heißt 300 Euro für den gesamten Ramadan, wenn man von 30 Fastentagen ausgeht.

Sollte ein Muslim ohne Grund die nachzuholenden Fastentage des Ramadans bis zum darauffolgenden Fastenmonat nicht nachgeholt haben, so ist er verpflichtet, zusätzlich zum Nachholen der Fastentage als Fidya für jeden Tag einen Armen zu speisen. Bei Islamic Relief Deutschland beträgt dies derzeit 10 Euro (entsprechend der Zakat-ul-Fitr) pro Tag. Zu beachten ist, dass die vier verschiedenen Rechtsschulen hierzu unterschiedliche Ansichten vertreten.

Sie können auch für mehrere Lebensmittelpakete spenden. Ein Lebensmittelpaket versorgt eine sechsköpfige Familie einen Monat lang mit Grundnahrungsmitteln wie Reis, Mehl, Öl, Zucker und beträgt 45 Euro. Wenn auch dieser Betrag zu hoch ist, sollten Sie den Betrag spenden, den Sie sich leisten können.

Ihre Fidya-Spende kann sowohl im als auch nach dem Ramadan entrichtet werden. Nach der Meinung vieler Gelehrten haben Sie Zeit, Ihre Fidya bis zum nächsten Ramadan zu spenden.

1. Bricht man das Fasten ohne triftigen Grund, ist der erste Schritt, Allah gegenüber aufrichtige Reue zu zeigen. Denn Er ist derjenige, der die Fehler der Menschen vergibt. Zusätzlich ist man verpflichtet, zwei Monate ohne Unterbrechung zu fasten. Ist man dazu nicht in der Lage, speist man 60 Arme. Auch hier gilt der Richtwert von 10 Euro pro Person.

Diese Sühnehandlung (Kaffara) gilt jedoch nur für einen absichtlich abgebrochenen oder ausgelassenen Fastentag.

2. Ein nicht eingehaltenes Versprechen wird durch die Speisung von zehn bedürftigen Menschen gesühnt. Kann jemand sich dies nicht leisten, so sollte er drei Tage fasten, verbunden mit der Absicht, nie wieder ein Versprechen zu brechen.

Die Kaffara kann sowohl für Lebensmittel als auch für anderes, wie z. B. Kleidung, verwendet werden. Islamic Relief Deutschland verwendet die Kaffara das ganze Jahr über für Lebensmittelpakete.

Nein, dies ist nicht möglich, da bei Fälligkeit einer Kaffara nicht ausgesucht werden darf, in welches Projekt sie geht. Religiös betrachtet geben Sie Ihre Kaffara ab und überlassen dann der Hilfsorganisation die Verwendung dieser nach islamischen Grundsätzen.