Koka Albikhadzhieva, Tschetschenien: “Was kann es Besseres geben als eine Möglichkeit, Allah deine Liebe zu zeigen?”

Koka Albikhadzhieva, 47, ist seit zwei Jahrzehnten bettlägerig. Sie lebt in der Region Zavodsky in Tschetschenien.

„Meine Eltern wurden mit anderen Bewohnern 1944 von Tschetschenien nach Kasachstan deportiert“, erzählt Koka. „Ich wurde in Kasachstan geboren. Als ich vier Jahre alt war, fiel ich in einen tiefe Grube in unserem Garten, dadurch wurde meine Hüfte verschoben. Ich konnte vier Jahre lang nicht laufen und musste Krücken benutzen. Dann wurde ich operiert und konnte wieder laufen. Das Leben ging weiter, und wir kehrten nach Tschetschenien zurück.“

Nachdem Koka ihr Studium beendet hatte, fand sie Arbeit, die sie genoss. Doch dann wurde ihr Leben durch einen gewaltsamen Konflikt überschattet, der 100.000 Menschen tötete und viele tausende dazu zwang aus ihrer Heimat zu flüchten. „Im Januar 1995 versteckte ich mich vor den Bomben im Bunker. Wir verbrachten etwa eine Woche dort, und mir wurde kalt. Ich hatte Schmerzen in meinen Beinen. Ich stürzte und konnte mich nicht mehr bewegen. Seitdem bin ich bettlägerig.

Koka ist nun abhängig von ihrer Behindertenrente und einem jungen Mädchen, die sich um das Haus kümmert und ihr mit dem Kochen hilft. „Ich danke Gott für meine Rente, und ich frage nach nichts mehr. Was ich habe, ist genug für mich. Wenn ich ehrlich bin, verliere ich manchmal die Hoffung, aber dann schäme ich mich für meine traurigen Gedanken. Meine Behinderung ist eine Prüfung von Gott, und ich nehme all die Schwierigkeiten, die ich habe, in Dankbarkeit an, in der Hoffnung, dass ich am Jüngsten Tag dafür belohnt werde.

Wenn ich mich schlechter fühle, muss ich teure Medizin kaufen – meine Rente ist nicht genug für die Ausgaben, die ich habe. Dann rufe ich meinen Bruder an und bitte ihn, mir ein wenig Geld zu leihen. Verglichen mit Familien mit vielen Kindern lebe ich kein schweres Leben. Ich habe zwar manchmal Probleme, aber ich löse sie mit Gottes Hilfe.“

Für Koka ist der Monat Ramadan eine besondere Zeit, in der sie versucht sich Allah zu nähern. „Ramadan ist ein Geschenk von Allah, in dem er uns seine Gnade zeigt. Es ist eine Chance für die Menschen, um Vergebung zu bitten und sich dem Paradies zu nähern. Es ist für mich ein heiliger Monat. Ich konzentriere mich auf meine Religion und er bringt mir große Zufriedenheit. Die Leute sagen, ich bin behindert und muss nicht fasten, aber ich faste, denn was ist besser als die Möglichkeit, Allah deine Liebe zu zeigen?

Dieses Jahr brach Koka ihr Fasten mithilfe eines Lebensmittelpaketes von Islamic Relief, das an die ärmsten und am meisten gefährdeten Familien in der Region verteilt wurde. Das Paket enthielt Buchweizen, Mehl, Reis, Speiseöl und Zucker sowie Kekse. „Das Ramadanpaket war eine große Überraschung. Vielen Dank! Es hilft mir mein Geld für die Medizin zu sparen und mich vor dem Hunger zu bewahren. Jeder hier kennt Islamic Relief, weil ihr so vielen hier geholfen habt. Ich danke Islamic Relief für all das Essen.“

Im Ramadan 2014 profitierten mehr als 3.700 gefährdete Familien in Tschetschenien von den Lebensmittelpaketen von Islamic Relief.