Besuch in der von Islamic Relief finanzierten Schule
Erhan Akgül mit einem Lehrer in einem der Klassenzimmer

"As-salamu alaikum,
 am achten Tag standen uns weitere Schulbesuche, darunter auch die von der Muslimischen Jugend Deutschland unterstützte Schule, und das Micro Finance Projekt bevor. In der Schule, die von IR Deutschland finanziert wurde, empfingen uns alle 400 Schüler am Hof und führten uns ihre traditionelle südsudanesische Folklore vor. Es wurde aus dem Quran rezitiert und Bittgebete für die Spender gemacht.
Viele der Schüler sind südsudanesische Kinder, die mit ihren Familien vom Krieg nach Nord-Kordofan geflohen sind. Die Abschlussquote der Schule ist sehr hoch und die Bildung in einem überdurchschnittlichen Niveau, teilte uns der Direktor mit. Aber auch diese Schule hat mittlerweile Bedarf an mehr Räumen, einem Zaun um die Schule und Trinkwasser.
 Auf der Rückfahrt ins Büro war zwar unsere anstrengende Besuchszeit vorbei und die Heimreise stand langsam bevor, aber irgendwo tief in der Seele lag Trauer. Es ist nicht leicht unter diesen Umständen aufzuwachsen, zu lernen, geschweige denn zu leben. Menschen hier sind wirklich bedürftig.
Im letzten Dorf wollte man ein Schaf für uns schlachten; da es Fastenzeit ist, wurde uns dieses Schaf als Zeichen der Dankbarkeit mitgegeben. Diesen Menschen mangelt es zwar an Geld, aber nicht an Hoffnung, nicht an Dankbarkeit, nicht an Liebe, nicht an Menschlichkeit!
Lasst uns gemeinsam für eine bessere Zukunft bedürftiger Menschen kämpfen. Lasst uns bedürftigen Menschen unsere Hand reichen. Lasst uns uns vereinen und helfen. Sie verdienen es!
Man bat mich zuletzt, an alle Spender die Grüße der Bedürftigen zu senden.
Was-salamu alaikum aus dem Sudan. Möge Allah uns die Kraft geben, diese Umstände zu verbessern!"

Hiermit endet Erhan Akgüls Reise und somit auch sein Bericht, denn er ist wieder - reicher an Erfahrungen und Eindrücken - nach Deutschland zurückgekehrt.

Vielen Dank für diese eindrücklichen und interessanten Reiseberichte!

Im Gespräch mit dem Schul-Direktor
Nachdenkliche Rückkehr nach den Besuchen
Schulkinder und Lehrer empfangen Erhan Akgül freudig in der Nähe der Schule
Als Dank für die Wasser-Sammelstellen von Islamic Relief darf Erhan Akgül Kamelreiten

"As-salamu alaikum,

auch am siebten Tag war das Programm sehr intensiv, was aber zu unseren Gunsten war. Wir haben mehr gesehen, mehr erfahren! So haben wir mehrere Wasser-Projekte und zwei Schulen besucht. Hier fehlt das Wasser in den Dörfern. Man hat Sammelstellen gebaut, die über das Jahr hinweg ausreichen sollten, falls es regnet. Mehrere Dörfer in der Gegend nutzen diese Sammelstellen, um sich mit Wasser zu versorgen.

An der ersten Sammelstelle war kein Wasser, da die Regensaison im Juli beginnt und das Wasser bereits ausging. Bei der Abfahrt trafen wir auf eine ältere Dame, die ihre Eimer mit verschmutztem Regenwasser aus einer Pfütze auf dem Weg vollmachte. Bei der zweiten Sammelstelle waren Dorfbewohner, die ihre Kamele mit Wasser versorgten. Diese Bewohner waren sehr dankbar für diese Sammelstelle von Islamic Relief und boten mir sogar an, ein Kamel zu reiten.

An der Schule angekommen, empfingen uns Kinder und Lehrer. Sie sangen die traditionelle sudanesische Hymne. Lehrer zeigten uns die Räumlichkeiten und ihren Zustand. Bemerkenswert ist, dass an beiden Schulen nicht ausreichend Platz für die Schüler ist. Manche Räume haben Löcher in den Dächern, manche Räume haben nicht mal Betonwände und -decken. Es ist traurig zu sehen, unter welchen Umständen diese Kinder lernen.

Was-salam, Erhan"

Eine Wasser-Sammelstelle, die von Islamic Relief errichtet wurde - etwas ganz besonderes
Die Menschen im Sudan sind dringend auf Wasserquellen angewiesen
Erhan Akgül tanzt und singt mit den Dorfbewohnern aus Dankbarkeit für den neuen Wasserbrunnen
Erhan pumpt Wasser aus dem von Islamic Relief erbauten Brunnen für die Dorfbewohner

„As-salamu alaikum, der sechste Tag war anstrengender als die Tage zuvor - vielleicht auch, weil ich mich nicht genug ausruhen konnte. Am frühen Morgen begrüßte uns der Gouverneur und hieß uns willkommen in El Obeid. Anschließend ging es zu den fünf Dörfern am Berg Dair, um die im letzten Jahr gebauten Brunnen zu besichtigen.

An jedem der fünf Dörfer haben wir verschiedenes erlebt. Alle Dorfbewohner empfingen uns mit viel Freude und Warmherzigkeit. In Um Kiteera fing das komplette Dorf sogar an, auf Arabisch zu singen und zu tanzen. Ich wurde ebenfalls eingeladen und wir tanzten gemeinsam. Als wir dann im Nachhinein das Dorf verließen, wurde uns mitgeteilt, dass das Gesungene ‚Alhamdulillah, das gespendete Wasser ist im Dorf angekommen‘ heißt.

Es ist eine Freude, zu sehen, wie sehr sich Menschen auf Wasser freuen, wo wir doch in Europa so viel Wasser verschwenden und das Wasser nicht schätzen. Wir verließen das Dorf mit vollen Augen und einem Schmerz im Herzen. Im Anschluss besuchten wir einen Ort, an dem ein Brunnen gebaut wurde, und fuhren gegen Abend zum Büro. Was-salam Erhan“

Gruppenfoto mit dem Gouverneur von El Obeid
Erhan Akgül lässt sich zeigen, wie ein Brunnen gebohrt wird
Vorstellungsrunde unter den Mitarbeitern von Islamic Relief
Präsentation des Büros für die Gäste aus Deutschland

"As-salamu alaikum, alhamdulillah,

nach einer langen Reise sind wir heil in El Obeid angekommen. Die Stadt hat uns mit einem heftigen Sandsturm empfangen. So etwas kriegt man in Europa nicht zu sehen. Das Büro in El Obeid von Islamic Relief Sudan ist das zweite Islamic Relief-Büro überhaupt und das erste Projektbüro in der Geschichte der Organisation, das aufgrund der Hungersnot im Sudan 1984 errichtet wurde. Nach dem Iftar fand eine Vorstellungsrunde und anschließend eine Präsentation statt. Hier wurde uns öfters mitgeteilt, dass El Obeid nicht vergleichbar ist mit Khartoum.

Um kurz nach Mitternacht ging es dann ins Hotel, um sich dann um 7 Uhr morgens auf den Weg zu machen.

Was-salam, Erhan"

"Salam aus dem Sudan,
heute früh waren wir im Feldbüro von Islamic Relief Sudan und haben Informationen über das Büro und ihre Arbeitsweise eingeholt. Während unseres Aufenthaltes besuchten sehr viele Bedürftige, seien es Witwen oder bedürftige Familien, das Büro.
Anschließend fuhren wir zum Viehmarkt. Ich habe noch nie zuvor einen so großen Viehmarkt mit so vielen Tieren gesehen. Es war, als wäre man in einem Meer unterwegs, in dem man nicht bemerkt, wie weit man sich vom Ufer eigentlich entfernt hat.
Schön ist es zu sehen, unter welchen Konditionen die Feldbüros eigentlich arbeiten. Morgen geht es zum ersten Feldbüro seit Gründung von Islamic Relief: Islamic Relief Sudan in El Obeid.
Was-salam, Erhan"

Diese Vouchers werden an die Begünstigten für eine geordnete Verteilung vergeben
Erhan Akgül im Gespräch mit Islamic Relief-Mitarbeitern auf dem Viehmarkt
Aus dem Viehbestand werden einige Tiere für die Begünstigten ausgewählt
Das Islamic Relief-Büro in Khartoum, von wo die Hilfe organisiert wird
Erhan Akgül ruht sich während der Verteilungen gemeinsam mit einer sudanesischen Frau an einer Wand aus

"As-salamu alaikum, heute waren wir in insgesamt drei Dörfern, die etwa eine bis eineinhalb Stunden von Khartoum-Zentrum entfernt liegen. Diese Dörfer sind nicht annähernd vergleichbar mit dem Zentrum. Wir haben über 500 Lebensmittelpakete verteilt. Von jung bis alt haben Bedürftige Lebensmittelpakete bekommen.

Man sieht ihnen an, wie wichtig ihnen diese Lebensmittelpakete sind. Sie sammeln sich bereits viel früher an dem Treffpunkt als vereinbart. Vielleicht sind diese Begünstigten bedürftig, aber sie haben ein großes Herz. Menschen hier freuen sich riesig über kleine Geschenke wie Stifte. Trotz sprachlicher Hürden finden sehr warme Dialoge statt, denn nicht nur das Verbale verbindet die Menschheit. Was-salam, Erhan"

Bei der Verteilung sind auch viele Kinder dabei
Die Freude unter den Begünstigten ist groß
Erhan Akgül mit einem kleinen Kind, das mit seiner Mutter zur Verteilung gekommen ist
Besuch eines Waisenkindes und seiner Familie

"Heute wurden in Khartoum Lebensmittelpakete an Waisenfamilien verteilt. Über 300 Frauen waren bei den Verteilungen anwesend. Die unschuldigen und süßen Kinder haben besonderen Eindruck hinterlassen. Trotz allem haben sie ein unbeschreiblich schönes Lächeln im Gesicht. Möge deren Zukunft so schön werden wie das Lächeln in ihren Gesichtern.

Nach den Verteilungen ging es zu zwei weiteren Waisenkindern, die von Islamic Relief-Waisenpaten gesponsert werden. Morgen geht es weiter mit den Lebensmittelverteilungen in den umliegenden Dörfern.

PS: Es fließt hier jede Menge Du'a [Bittgebete] an Spender. Sehr rührend!

Was-salam und bis morgen inschaAllah.

Erhan"

Besuch des zweiten Waisenkindes und seiner Familie in deren Zuhause
"Möge ihre Zukunft so schön werden wie das Lächeln in ihren Gesichtern."
Bei der Lebensmittelverteilung
Die Bedürftigen erhalten Lebensmittelpakete von Islamic Relief
Islamic Relief-Mitarbeiter Erhan Akgül mit der Familie des Waisenkindes Hadeel (7 Jahre)
Mitarbeiter Erhan Akgül besucht das Ramadan-Verteilungszentrum im Sudan

„Um unsere Projekte sowie die Ramadan-Verteilungen vor Ort zu besichtigen und Waisenkinder zu besuchen, bin ich die Reise in den Sudan angetreten.

Die kommenden zehn Tage werde ich mit unseren Geschwistern im Sudan verbringen. Nach der langen Anreise waren wir um 5 Uhr morgens in unserem Appartement in Khartoum angelangt. Wer denkt, dass man sich am Sonntag ausruht, liegt falsch. Denn die Arbeit ruft.

Um 10 Uhr morgens ging es dann zum Büro von Islamic Relief Sudan, um anschließend mit dem Team das Lagerhaus für die Ramadanverteilungen zu besuchen und Informationen einzuholen. Anschließend besuchten wir die Waise Hadeel, 7 Jahre alt.

Ich bin gespannt auf die nächsten Tage. Möge Allah uns Kraft geben. Salam aus dem sehr warmen Sudan.“

Islamic Relief-Mitarbeiter Erhan Akgül ist am Samstag, dem 20.06., in den Sudan gereist, um dort im Ramadan Bedürftige und Waisen zu besuchen. Hier erzählt er, was er dort erlebt.