
Land: | Somalia |
Ort: | Süd-Zentralsomalia: Region Bay, Region Bokol, Region Lower Shabelle, Region Banadir und Region Gedo |
Begünstigte: | Insgesamt 32.000 Personen |
Projektziel: | Die Folgen der Dürrekatastrophe sollen für die Einwohner der Projektregionen gelindert werden |
Projektdauer: | 7 Monate |
Projektpartner: | Internationaler Blauer Halbmond (IBC) |
Gesamtkosten: | 1.594.290 Euro* |
* Aufgrund der gestiegenen Lebensmittelpreise mussten die Gesamtkosten modifiziert werden. Entstandene Mehrkosten betragen: 238.670 Euro.
Das sektorübergreifende Nothilfeprojekt für von der Dürre betroffene Gemeinden in Somalia wurde in Reaktion auf die verheerende Dürre am Horn von Afrika gestartet.
Dieses multi-sektorale Projekt umfasst Gesundheitsversorgung für Mutter und Kind, die Versorgung mit Wasser- und Sanitäranlagen sowie Hygienemaßnahmen. Zudem hat das Projekt den Schutz und Erhalt von Nutztieren zum Ziel. Rund 16.000 Schüler im Grundschulalter erhalten Zugang zu Bildungsmöglichkeiten. Das Projekt ist für mindestens sieben Monate geplant und mehr als 32.000 Menschen profitieren von den Hilfsmaßnahmen.
Islamic Relief Worldwide ist seit Februar 2011 in Somalia mit Programmen für die von der Dürre betroffenen Bevölkerungsgruppen aktiv. Die Aktivitäten konzentrieren sich auf die Verteilung von Lebensmitteln, Medikamenten und Babynahrung sowie das Bereitstellen von sanitären Einrichtungen. Außerdem werden Gesundheitszentren aktiv unterstützt.
Mitte dieses Jahres hat ein Islamic Relief-Team eine Begutachtung der Lage in Süd-Zentralsomalia durchgeführt und sich mit Gemeindemitgliedern und lokalen Autoritäten getroffen, um die Lage der Menschen vor Ort einzuschätzen. Die humanitäre Notlage besteht weiterhin und zehntausende Menschen haben bereits den Tod durch Hunger gefunden.
Um eine weitere Ausbreitung der Hungersnot und der Todesursache Hunger entgegenzuwirken, kooperiert Islamic Relief Deutschland mit der Partnerorganisation Internationaler Blauer Halbmond, um vor Ort weiter zu helfen. Für sechs Monate sollen Nahrungsmittel in Süd-Zentralsomalia direkt an die Bevölkerung verteilt werden. So soll auch die massive Landflucht der Menschen nach Mogadischu eingedämmt werden.
Dieses Projekt wird vom Internationalen Blauen Halbmond (International Blue Crescent) finanziert und von Islamic Relief implementiert.
Ernährung und Gesundheit
1. Verteilung von täglichen Lebensmittelrationen an 16.000 bedürftige Personen
2. Verteilung von Nahrungsergänzungsmitteln für 3.000 unterernährte Kinder unter fünf Jahren
3. Versorgung von schwangeren Frauen
4. Versorgung von extrem unterernährten Kindern unter fünf Jahren und unterernährten stillenden Müttern in therapeutischen Ernährungszentren
5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung für 32.000 Personen
Wasser, Sanitär und Hygiene
1. Verbesserung der Trinkwasserversorgung für 16.000 Bedürftige
2. Verbesserter Zugang zu sanitären Einrichtungen für 32.000 Personen
3. Informationsveranstaltungen zum Thema Hygiene für 32.000 Menschen
4. Bereitstellung von Reparaturwerkzeug für Bohrlöcher und Befähigung von Bohrlochbetreibern, um 14 Gemeindewassersysteme zu erhalten.
Lebensunterhalt
1. Bereitstellung von Saatgut, Dünger und Geräten für 1.000 Bauern vor der nächsten Regenzeit
2. Wiederherstellung des Lebensunterhalts von 500 Haushalten von Viehhirten durch Wiederaufstockung der Viehbestände.
3. Verbesserung des Haushaltseinkommens von 500 Haushalten alleinstehender Frauen
Bildung und Schutz
1. Angebot von psychosozialen Unterstützungsprogrammen für Binnenflüchtlinge, die Opfer von Dürre und Konflikt geworden sind
2. Bereitstellung von angemessener Kleidung für 5.000 Frauen
3. Errichtung von Unterkünften für 16.000 Binnenflüchtlinge
4. Verbesserter Zugang zu einer guten Lernumgebung für 2.000 Kinder
5. Verbesserung der Kapazitäten von Flüchtlingslagerkomitees in Bezug auf Notfallmanagement und Verringerung der Katastrophenauswirkungen auf die Gemeinden
Von Oktober bis November 2011 verteilte Islamic Relief Lebensmittelpakete an 150 Haushalte im Flüchtlingslager Koorsan, um die logistische Kapazität zu testen. Während dieser Zeit wurden die Verteilungsaktionen überwacht und evaluiert.
Insgesamt 3.000 Menschen in Not wurden in Südsomalia in den Regionen Wajid, Hudur, Teyglow, Qansaxdhere, Burhakaba und Bulafulay mit Wasser versorgt. Jede Person erhält über einen Zeitraum von zwei Monaten acht Liter Wasser. Diese Bedarfsermittlung richtet sich nach den internationalen SPHERE-Standards.
Hawo Abdi, Mutter von vier Kindern, profitiert von der Wasserversorgung durch Islamic Relief und erzählt erleichtert: „Früher musste ich jeden Tag 15 Kilometer laufen auf der Suche nach Wasser. Und manchmal konnte ich dieses köstliche Nass nicht finden und musste mit leeren Händen nach Hause gehen. Dank Islamic Relief und IBC ist dieser überlebensnotwendige Rohstoff ein Teil unseres täglichen Lebens geworden. Wir sind voller Hoffnung, denn Tropfen von Leben kommen in unser Zuhause.“
In den gleichen Dörfern hat der Bau von Latrinen begonnen. Bisher hat Islamic Relief 200 Latrinen gebaut. Weitere 400 werden in den nächsten Monaten entstehen.
Was haben wir bisher erreicht:
• 1.449.000 Liter Wasser wurden verteilt
• 200 Latrinen wurden gebaut
• 1.000 Haushalte erhielten Lebensmittelpakete
• 12.000 Begünstigte wurden im richtigen Umgang mit Wasser geschult
• 45 Prozent der Zielbevölkerung wurde über die Wichtigkeit des Händewaschens informiert

„Ich fühle mich wieder wie ein Mensch“
Hakima Fodo ist 42 Jahre alt und Mutter von sechs Kindern, fünf Mädchen und einem Jungen zwischen fünf Monaten und sechs Jahren. Sie ist Witwe. Sie muss alleine für das Wohl ihrer sechs hungrigen Kinder sorgen. Die zerstörerische Dürre zwang Hakima, aus ihrem Dorf zu fliehen. Acht Monate hat sie, wie tausende andere Somalier, in einem Lager für Binnenflüchtlinge gelebt.
„Ich habe lange auf Lebensmittelhilfe gewartet. Wenn es gar nicht anders ging, bin ich mit meinen Kindern auf die Straße gegangen, um zu betteln, damit wir wenigstens eine Mahlzeit am Tag hatten. Oft hatten gar nichts zu essen und meine Kinder haben vor Hunger nach Essen auf den Müllbergen der Stadt gesucht. Dadurch sind sie oft krank geworden. Eines meiner Kinder hat schlimmen Durchfall bekommen. Wir sind ins Krankenhaus gegangen, doch ich konnte für die Behandlung nicht zahlen. Wenige Tage später ist mein Kind gestorben“, erzählt Hakima mit Tränen in den Augen.
„Ich habe dann gehört, dass die islamische Organisation Islamic Relief durch die Lagerkomitees Geld an die Armen verteilt. Nach ein paar Tagen, wurde mein Name in die Liste aufgenommen. Einige Tage später habe ich 250 US-Dollar erhalten. Das Geld habe ich genutzt, um ein kleines Geschäft mit gebrauchter Kleidung aufzubauen“, berichtet die sechsfache Mutter glücklich.
Hakima spricht weiter: „Jetzt fühle ich mich wieder wie ein Mensch. Meine Kinder müssen nicht mehr im Müll nach Essen suchen oder auf der Straße betteln. Mit dem verdienten Geld kaufe ich Essen für meine Kinder.“
Islamic Relief arbeitet zusammen mit dem Internationalen Blauen Halbmond, um Binnenflüchtlingen wie Hakima ein würdiges Leben zurückzugeben. Hunderte von Binnenflüchtlingen haben bereits von dem Projekt profitiert. Die meisten von ihnen haben kleine Verkaufsstände aufgebaut, wo sie Gemüse, Kohle oder andere Sachen verkaufen. So können sie ihre Familien selbst ernähren.
Mit Ihrer Spende für die Nothilfe können sie Menschen wie Hakima und ihren sechs Kindern helfen. Spenden Sie jetzt!




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