
Land: | Japan |
Ort: | Natori, Bezirk Miyagi |
Begünstigte: | Direkt: 70 Kinder, 35 Eltern und 35 Lehrer, die direkt von dem Tsunami betroffen waren. Indirekt: 240 Gemeindemitglieder, die an den Events teilnehmen. |
Projektziel: | Betreuung von Tsunami-betroffenen Kindern und Unterstützung bei der Bewältigung von negativen Erfahrungen und post-traumatischen Syndromen. |
Gesamtkosten: | 128.239,80 Euro |
Projektdauer: | 12 Monate |
Das Psychosoziale Betreuungsprogramm von Islamic Relief Deutschland in Zusammenarbeit mit der japanischen Hilfsorganisation NICCO (Nippon International Cooperation) richtet sich an Kinder, die den Tsunami in Japan im März 2011 unmittelbar miterlebten.
Diese Kinder leiden an postraumatischen Syndromen. Durch kreative Workshops sollen die Kinder ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten.
Von dem einjährigen Program profitieren direkt 70 Kinder, 35 Eltern und 35 Lehrer. 240 Gemeindemitglieder profitieren indirekt von den angebotenen Freizeitveranstaltungen. Es werden eine Reihe von Sportevents und kreative Aktivitäten, wie zum Beispiel Malen und Geschichtenschreiben, sowie ein Sommerferienlager angeboten.
Nach dem Tsunami hat die japanische Hilfsorganisation NICCO durch eine Bedarfsanalyse festgestellt, dass trotz der gefestigten Gesellschaftsstrukturen in der betroffenen Region noch immer Müdigkeit und Erschöpfung unter der Bevölkerung vorherrschen. Das Hauptproblem ist, dass das Leben in Evakuierungszentren länger anhält als erahnt und Menschen noch immer nicht zu einem normalen Lebensrhythmus zurückkehren können.
Auch Lehrer brauchen sowohl mentale als auch technische Unterstützung, um mit den Herausforderungen, die die Post-Tsunami-Situation mit sich bringt, fertig zu werden. Vor allem präventive Maßnahmen, um posttraumatischen Stresssyndromen entgegenzuwirken sind überaus wichtig. Da das Ausmaß der Katastrophe besonders hoch ist, ist die Rückkehr der Menschen zu einem normalen Leben noch nicht absehbar. Das kann noch Monate, bei manchen sogar Jahre dauern.
Die angebotenen Workshops und Veranstaltungen sollen den Menschen helfen, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und so zu einem normalen Leben zurückzufinden.
1. Psychosoziale Unterstützung für Tsunami-betroffene Kinder mit Hilfe von kreativen Workshops
2. Workshops in Zeichnen, Töpfern, Musik, Sport und Theater. So sollen Kinder die Möglichkeit bekommen, ihre traumatischen Erfahrungen mit Hilfe von nicht-verbalen, vielmehr künstlerischen Darstellungsformen zu verarbeiten.
3. Musik-, Theater- und Sportevents. Diese sind für die Eltern und die lokale Bevölkerung offen und geben somit die Möglichkeit zur Reflexion.
4. Trainings für Eltern und Lehrer von lokalen Schulen über die mentalen Auswirkungen nach Katastrophen. Dadurch sollen Eltern und Lehrer befähigt werden, mit post-traumatischen Stresssyndromen umgehen zu können.
Mehr als neun Monate sind seit dem schweren Erdbeben und dem zerstörerischen Tsunami in Japan vergangen. Gemeinsam mit der japanischen Organisation Nippon International Cooperation for Community Development (NICCO) unterstützt Islamic Relief Deutschland ein psychosoziales Betreuungsprogramm für Kinder, die Opfer des Tsunami geworden sind. Damit soll posttraumatischen Bewusstseinsstörungen (PTBS) bei Kindern vorgebeugt werden.
Das Projekt befindet sich mittlerweile im letzten Drittel der Implementierung, und verschiedene Aktivitäten wurden bereits durchgeführt. Dazu zählen Musik-, Sport- und Theateraktivitäten sowie Zeichnen, Malen und Töpfern. Die Kinder haben so die Möglichkeit, vorhandene Aggressionen abzubauen und ihre Gefühle und Ängste auszudrücken.
Die Workshops werden von ausgebildeten Psychologen, Krankenschwestern und Betreuern begleitet. Besonders schwer betroffene Kinder erhalten individuelle Betreuung durch die Psychologen und Pfleger. Durch diese Aktivitäten sollen jedoch nicht nur die Kinder lernen, mit ihren Erlebnissen umzugehen und diese zu akzeptieren, sondern auch Eltern, Lehrer und andere Gemeindemitglieder können durch die verschiedenen Veranstaltungen ihre Erfahrungen während und nach dem Tsunami reflektieren.
Bisher haben 344 Kinder mit posttraumatischen Erlebnissen aus vier Schulen die Möglichkeit erhalten, an einer Reihe von psychosozialen Workshops teilzunehmen. Insgesamt nahmen 756 Kinder an den Veranstaltungen teil. Weitere 400 Kinder mit posttraumatischen Erfahrungen nahmen an den einmaligen und kurzen Sommerferienlagern teil. Für die kalte Jahreszeit ist noch ein Winterferienlager geplant, wo weitere 15 Kinder erwartet werden. An einem Fußballturnier am 2. Juli 2011 nahmen 59 Kinder teil, beim zweiten Fußballturnier am 23. Oktober 2011 waren 39 Kinder dabei.
Insgesamt 165 Lehrer und 95 Eltern von betroffenen Kindern wurden im Umgang mit posttraumatischen Erlebnissen bei Kindern geschult. Bisher haben ungefähr 130 Gemeindemitglieder die Freizeitangebote wie zum Beispiel Theateraufführungen, Musik- und Sportaktivitäten genutzt. Weitere künstlerische Aktivitäten sind im Winter geplant.
Der fortlaufende Workshop für Kinder mit posttraumatischen Erfahrungen musste wegen administrativen Problemen seitens der Schule von dort in die vorläufigen Unterkünfte der Tsunamiopfer verlegt werden.
Das Projekt wird generell von Kindern, Eltern und Lehrern gut aufgenommen. Die meisten Eltern haben die Wichtigkeit einer Trauma-Aufarbeitung und -bewältigung verstanden und unterstützen die Projektinitiatoren.




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