
Land: | Afghanistan |
Ort: | Provinz Balch, Distrikt Shortepa |
Begünstigte: | 220 Teppichweberinnen, die ein Drogenentzugsprojekt abgeschlossen haben |
Projektziel: | Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Frauen, um einer Abhängigkeit von Schmerzmitteln vorzubeugen. |
Gesamtkosten: | 53.000 Euro |
Projektdauer: | 12 Monate |

Islamic Relief ermöglicht Teppichweberinnen in der Provinz Balch, ihre Lebensumstände zu verbessern. Mithilfe eines innovativen Webstuhles, der Schmerzen infolge stundenlangen Webens verringern soll, werden 220 Frauen unterstützt. Insgesamt 1750 Familienangehörige profitieren indirekt von dem Projekt.
Geplant sind folgende Aktivitäten:
1. Zusammenstellung eines Projektteams, welches das Projekt koordiniert und überwacht.
2. Auswahl der Begünstigten, die bereits Behandlung durch das Drogenrehabilitationsprojekt von Islamic Relief bekommen haben.
3. Ausbildung der Frauen an den verbesserten Webstühlen und im Weben von neuen, marktfähigen Teppichmotiven.
4. Verteilung der neuen Webstühle an die Frauen
5. Veranstaltungen zur Drogenaufklärung
6. Organisation von Freizeitaktivitäten zur Rehabilitation von Drogenabhängigen
Teppichweben ist ein Teil des Lebens der Menschen im Norden Afghanistans. Speziell unter der turkmenischen Bevölkerung ist Teppichweben nicht nur eine Einkommensquelle, sondern auch eine Identität. Frauen in dem Bezirk Shortepa benutzen klassische Webstühle, die ihnen Rücken- und Gelenkschmerzen verursachen. Da keine herkömmlichen Schmerzmittel in der Region zu kaufen sind, begannen sie Opium zu konsumieren und wurden abhängig.
Im Jahr 2005 wurde eine Umfrage durchgeführt, die darauf hindeutete, dass es rund 920.000 Drogenkonsumenten in Afghanistan gibt, davon 70,4 Prozent Männer, 18,5 Prozent Frauen und 11,1 Prozent Kinder. Bis heute ist die Zahl dramatisch gestiegen. Die Provinz Balch steht mit der Zahl ihrer Drogenabhängigen, inklusive derjenigen, die Opium konsumieren, an zweiter Stelle. Das Konsumieren von Opiumderivaten und pharmazeutischen Drogen hat unter Frauen, Kindern und Jugendlichen in der Provinz Balch alarmierende Ausmaße angenommen.
Seit Beginn des Projektes im April 2011 bis zum September 2011 wurden 110 Frauen an verbesserten Webstühlen ausgebildet. Damit erhielt bereits die Hälfte der identifizierten Begünstigten ein Abschlusszertifikat. Dieses Zertifikat ermöglicht den Frauen nicht nur die Nutzung der neuen Webstühle. Sie haben auch neue Motive gelernt, mit denen sie auf dem Teppichmarkt konkurrenzfähig bleiben können. Zusätzlich erhielten die Frauen Aufklärung über die Nachteile von Drogenkonsum und wurden in Hygienepraktiken geschult.
Die Begünstigten zu erreichen und ihnen die Teilnahme an den Schulungen zu ermöglichen, stellte eine große Herausforderung für die lokalen Islamic Relief-Mitarbeiter dar. In diesem Teil Afghanistans und insbesondere unter der turkmenischen Bevölkerung ist es nicht üblich, dass Frauen ohne einen männlichen Verwandten (Mahram) an Weiterbildungen teilnehmen bzw. dorthin reisen. Doch mithilfe der Dorfältesten, angesehenen Gemeindemitgliedern und nicht zuletzt mit dem guten Ruf von Islamic Relief in den Gemeinden konnten die Frauen an den Schulungen teilnehmen. Durch mehrere erfolgreiche Projekte vor Ort konnte Islamic Relief Vertrauen zu der lokalen Bevölkerung aufbauen.
Ein ernst zu nehmendes Problem stellt die Sicherheitslage im Norden Afghanistans dar. Islamic Relief-Mitarbeiter arbeiten deshalb eng mit den lokalen Autoritäten zusammen und informieren diese, wenn Fahrten in entfernter gelegene Gebiete geplant sind. Das vorhandene Islamic-Relief-Fahrzeug kann aufgrund der Sicherheitslage nicht genutzt werden.
Das Projekt zur Einkommenssicherung von Teppichweberinnen und deren Familien trägt nicht nur Entwicklung der lokalen Wirtschaft bei. Durch die Nutzung von verbesserten Webstühlen sind Frauen schmerzfrei und müssen deshalb keine Schmerzmittel oder Drogen, wie zum Beispiel Opium, nehmen. Durch das Drogenaufklärungsprogramm animieren die Begünstigten drogenabhängige Familienmitglieder, Hilfe in der Islamic Relief-Rehabilitationsklinik zu suchen.
Die Schulungen zu Hygienepraktiken verbessern die allgemeinen Zustände in und außerhalb der Häuser der Begünstigten. In den nächsten sechs Monaten wird das Projekt fortgesetzt und 110 weitere Frauen und deren Familien werden davon profitieren.
Ein besseres Leben für Halima
Halima ist Mutter von fünf Kindern, Hausfrau und Teppichweberin. Sie kann nicht lesen und schreiben und hat das Teppichweben von ihrer Mutter gelernt. Damals war sie zehn Jahre alt. Halima ist eine der 220 Frauen, die von dem Einkommenssicherungsprojekt in Afghanistan von Islamic Relief profitieren. Jeden Tag geht sie zu dem Schulungszentrum für Teppichweben und lernt dort, wie sie mit einem neuen Webstuhl umgeht.
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Hilfe für Nooria
Nooria ist 25 Jahre alt und seit sieben Jahren verheiratet. Das Ehepaar hat noch keine Kinder. Nooria arbeitet als Teppichweberin, ihr Mann ist Tagelöhner, doch es gibt nicht genügend Arbeit, sodass er zurzeit arbeitslos ist. Als Nooria acht Jahre alt war, begann das Teppichweben zu lernen. Sie ist nie zur Schule gegangen und kann nicht lesen und schreiben.




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