Eine Familie erhält eine Notunterkunft im Dorf Bhimtar
Man Bahadhur verlor seine Frau und Schwiegertochter

Ein Monat nach dem Erdbeben in Nepal: Islamic Relief errichtet Notunterkünfte für Kinder, deren Mütter durch das Erdbeben starben

Es ist nun einen Monat her, dass Nepal durch ein totbringendes Erdbeben mit starken Nachbeben verwüstet wurde. Infolgedessen hat sich die internationale Gemeinschaft zusammengetan, um schnell zu helfen. Viele Menschen schlafen noch immer unter freiem Himmel und haben all ihren Besitz verloren. Schutt und Trümmer befinden sich überall. Es werden dringend Notunterkünfte und Nahrung benötigt.

Islamic Relief-Teams sind vor Ort und verteilen Lebensmittel und Zelte in Sindupalchowk, Gebiet Rasuwa.

Während unserer Lebensmittel-Verteilungen in Bhimtar sind wir auf zwei Kinder getroffen, die ihre Mutter durch das Erdbeben verloren haben. Maili Danwhar ist die Großmutter von Pujan, einem zehn Monate altem Baby, und Puja, drei Jahre alt. Sie erzählte uns, dass sie ihre Mutter verloren, während ihr Vater als Gastarbeiter in Malaysia war.

„Meine Tochter befand sich im Raum, als die Beben begannen. Plötzlich realisierte sie, dass auch ihre Schwiegermutter und Kinder im Raum waren, und kämpfte darum sie hinauszubringen, bevor das Gebäude einstürzte. Aber es war zu spät, sie alle wurden unter den Trümmern begraben. Ihr Schwiegervater begann dann die Trümmer beiseite zu räumen, um sie zu retten.“

Man Bahadhur Dnawhar, der Großvater von Puja und Pujan, erzählt dem Islamic Relief-Team, dass er erst einmal niemanden unter den Trümmern finden konnte. Eine Stunde lang.

„Ich hörte die Stimme eines weinendes Kindes, und wir gruben und entfernten die Trümmer. Nachdem wir uns durchgekämpft hatten, fanden wir zwei tote Körper – die meiner Frau und meiner Schwiegertochter. Meine Enkelin Puja war verletzt, und ihr Bein ist zertrümmert. Pujan geht es gut.“

Man Bahadhur verlor seine Frau und Schwiegertochter Man Bahadir setzt fort:

„Mein Sohn ist aus Malaysia zurückgekehrt und versucht wieder auf die Füße zu kommen, aber er hat Schulden, weil er die Visa-Gebühren und den Flug für die Reise nach Malaysia bezahlen musste. Wir waren schon vor dem Erdbeben mit Problemen konfrontiert, und es war schwer die Familie zu ernähren. Ich hatte die Hoffnung, dass mein Sohn für die Familie Geld verdienen kann. Nun ist er wieder zurück, weil seine Mutter und Ehefrau gestorben ist. Mein Enkel Pujan ist ein Kleinkind und das Baby wird nun von seiner Tante gestillt.“

Die Geschichte hat das Team von Islamic Relief bewegt, und so haben sie der Familie eine Unterkunft errichtet, wo sie bleiben können. Islamic Relief stellte Baumaterial und technische Hilfe zur Verfügung.

Die Unterkunft ist eine Beispielunterkunft für die Gemeinde – dabei haben ein Ingenieur und Helfer eine Häuserstruktur erreicht, die lokal akzeptiert ist und die Bedürfnisse der Bewohner mit sich verändernder Umwelt beachtet.

Alle Gemeinde-Mitglieder sind motiviert zu lernen, wie man eine sichere Unterkunft für sich baut, und boten ihre Hilfe beim nicht-technischen Bedarf an. Der Ingenieur von Islamic Relief schult die Bewohner mithilfe von Helfern, sodass diese nun selbst eine Unterkunft wie die von Puja und Pujan bauen können.

Einen Monat nach der Katastrophe…uns gibt es ein gutes Gefühl Kindern zu helfen, die ihre Mutter verloren haben, und auf der anderen Seite lokalen Einwohnern beizubringen, wie sie vor Beginn der Regenzeit ihre eigene Unterkunft bauen können. Es ist eine tolle Initiative, die Islamic Relief zusammen mit der Gemeinde realisiert und somit zur den Wiederaufbauarbeiten beiträgt.

Manju Dhanwar füttert Pujan, während die Großmutter sich um Puja kümmert.
Puja schläft mit seinem Vater, der zurück aus Malaysia ist, in der Notunterkunft.
Der Ingenieur baut mit den Helfern die Unterkunft für Pujan und Puja.

Die Geschichte von Radika und ihrer Familie

Radika und ihre Familie ist gezwungen, unter freiem Himmel auszuharren

Radika, 29, hat drei Kinder. Ihr Mann Guckul ist ein 32 Jahre alter Bauer. Ihre Kinder heißen Ankita, zwölf, Ankit, neun, und Anisa, drei Jahre alt. Die Familie lebt in einem Dorf namens Jyotishi Goun mit etwa 200 anderen Familien.

Alle Häuser im Dorf sind beschädigt, und nun müssen alle unter freiem Himmel ausharren, den starken Regenfällen zum Trotz. Nahrung, Kleidung, sauberes Wasser und sanitäre Anlagen werden dringend benötigt.

„Als die Erde zu beben begann, waren wir in unserem Haus. Wir konnten gerade noch rausrennen“, erzählte Guckul dem Islamic Relief Soforthilfe-Team. „Es war schrecklich, und wir sind noch immer verängstigt. All unsere Häuser sind beschädigt, und wir leben derzeit unter freiem Himmel. Meine einzige Kuh starb, als Trümmer auf sie herabfielen. Wir verloren all unseren Besitz und stehen nun mit nichts da.“