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„Helfer sind Botschafter der Hoffnung“

Bonn, 17. August 2017 – „Ich verurteile Anschläge auf humanitäre Helfer zutiefst. Diese Anschläge sind nicht nur ein Anschlag gegen die Helfer, sondern gegen die Menschlichkeit“, warnt Schirmherr von „Aktion Deutschland Hilft“, Bundespräsident a.D. Horst Köhler. Zum Welttag der Humanitären Hilfe fordert er, dass kein Helfer getötet werden darf, weil er das Leben Unschuldiger rettet.

Seit Januar 2016 waren über 400 Helfer weltweit von Angriffen betroffen, mehr als 160 von ihnen sind dabei gestorben. Die Angriffe reichen von körperlichen Attacken, Vergewaltigungen, Entführungen, Schießereien bis zu Bombardierungen.

So bezahlten im März sechs Helfer der Vereinten Nationen ihren Einsatz mit ihrem Leben: Sie waren unterwegs im Südsudan, als sie aus dem Hinterhalt überfallen und erschossen wurden. „Es darf nicht sein, dass humanitäre Helfer unverschuldet Ziel von Gewalt werden“, fordert Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von „Aktion Deutschland Hilft“. Allein im Südsudan wurden seit Januar des vergangenen Jahres 64 Anschläge verübt. „In Krisengebieten unterstützen Helfer alle Not leidenden Menschen, unabhängig von deren politischen Überzeugung, sozialen Stellung oder ethnischen Herkunft.“ Sie selbst hat sich ein Bild von der Lage im Südsudan gemacht und konnte sehen, wie wichtig die Arbeit der Helfer ist: „Die Not im Land ist enorm. Über sieben Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe“, so Roßbach.

„Im Südsudan ist die brutale Kriegsführung Auslöser für das Leid im Land. Trotz der Gefahr käme es für mich niemals in Frage, Hilfe auszuschließen und die Menschen in ihrer Situation alleine zu lassen“, erklärt Fabian Nolde, Projektkoordinator von Help im Südsudan. „Die Menschen in Krisengebieten haben die gleichen Wünsche wie wir: genügend Essen, die Kinder zur Schule zu schicken und vor allem Frieden. Den können wir Helfer nicht bieten, aber wir können dazu beitragen, das Leid der Menschen zumindest zu lindern.“

Nuri Köseli, Leiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Islamic Relief Deutschland, sagt: „Parteien von Konflikten oder politischer Auseinandersetzungen hindern immer mehr Hilfsorganisationen, ihrem humanitären Mandat entsprechend der Neutralitätspflicht nachzugehen. Das muss aufhören, die Weltgemeinschaft muss dafür sorgen, dass Standards in der humanitären Hilfe ungehindert erfüllt werden. Die Genfer Konvention verpflichtet Konfliktparteien dazu, zivilen Hilfsorganisationen den Zugang zu Not leidenden Menschen zu ermöglichen. Die Arbeit von uns als Hilfsorganisationen orientiert sich an den Bedürfnissen von Bedürftigen, dafür setzen sich weltweit unsere Helfer ein.“

Der Welttag der Humanitären Hilfe geht zurück auf den 19. August 2003. Damals starben 22 humanitäre Helfer bei einem tödlichen Bombenanschlag auf das Hauptquartier der Vereinten Nationen in Bagdad. 2009 riefen die Vereinten Nationen den Tag ins Leben, um all jene zu ehren, die unter Einsatz ihres Lebens arbeiten.

Hilfe hat ein Gesicht-Islamic Relief Deutschland hilft in über 28 Ländern weltweit