09.04.2018 |

Religiöse Akteure und Gleichberechtigung der Geschlechter

Am 6. März 2018 kamen über 45 Experten aus Politik, Entwicklungszusammenarbeit und Wissenschaft bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Gender trifft Religion – Religiöse Akteur_innen und Gleichberechtigung der Geschlechter“ zusammen. Hierzu luden die Gender-Ansprechpartnerin Angela Lagenkamp des Sektorvorhabens „Werte, Religion und Entwicklung“ der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die GIZ-Repräsentanz Berlin ein. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Gender-Woche statt und es wurde darüber diskutiert, wie und in welchem Ausmaß religiöse Akteure die Gleichberechtigung der Geschlechter fördern können.

Sabrina Khan, Leiterin der Programmabteilung bei Islamic Relief Deutschland, stellte die Islamic Relief-Strategie vor, welche aufbauend auf dem islamischen Glauben die Gleichbehandlung aller Menschen in das Zentrum der Programmarbeit stellt. So wurden beispielsweise in Äthiopien durch die Anwendung dieser Strategie Imame erfolgreich dazu ermutigt, geschlechtsbezogene Gewalt in ihre Freitagspredigten miteinzubeziehen und so Bewusstsein für diese Thematik zu schaffen.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion fand ein reger Austausch zwischen den Zuhörern und den Rednern beim „World Café“ statt. Dabei wurden Herausforderungen, Chancen und Grenzen der Zusammenarbeit identifiziert und es kristallisierte sich heraus, dass sich insbesondere Männer für die Gleichberechtigung der Geschlechter einbringen sollten, um in dieser Angelegenheit Fortschritte zu erzielen, besonders da die Religionswissenschaft ein männlich-dominierter Bereich ist. Zudem kam man zu dem Konsens, dass Fortschritte nur erzielt werden können, wenn man einerseits die gleichen Werte vertritt, gleichzeitig jedoch unterschiedliche religiöse Überzeugungen respektiert werden.

Podiumsdiskussion "Gender trifft Religion"