16.04.2015 | Allgemeine Projekte Islamic Relief Deutschland

Nothilfeeinsatz im Jemen

Als Reaktion auf die besorgniserregende Situation im Jemen hat Islamic Relief nun einen Nothilfeaufruf gestartet. Etwa 14 Millionen Euro sollen den Notleidenden zugutekommen. Im Laufe des sich stetig verschlimmernden Konflikts wurden bereits 600 Menschen getötet und 2.000 verletzt. Mehr als 100.000 Menschen mussten fliehen.

„In den nächsten Tagen wird der Treibstoff ausgehen, was für die Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten bedeutet, dass sie keinen Zugang mehr zu Nahrung und Wasser haben werden“, so Mohamed Salah Eldin, Leiter des Islamic Relief-Büros im Jemen. „Tausende von verletzten Menschen benötigen außerdem dringend medizinische Versorgung und Behandlung.“ Er ruft dazu auf, so schnell wie möglich zu helfen, bevor die Lage zu einer humanitären Katastrophe eskaliert. Weiterhin beschreibt er, dass die Luftangriffe anfangs nur nachts, nun aber auch tagsüber stattfinden. „Die Menschen haben solch eine Angst, ihre Häuser zu verlassen.“

Islamic Relief möchte mit ihrer Nothilfe 700.000 vom Konflikt betroffene Menschen in den nördlichen und südlichen Regierungsbezirken mit Lebensmittelpaketen, Wasser und sanitären Anlagen sowie medizinischer Versorgung erreichen. Das Hauptkrankenhaus in Sanaa und andere öffentliche Krankenhäuser sind schon jetzt überlastet. Islamic Relief wird Infusions-Flüssigkeit, Trauma-Kits und die wichtigsten Medikamente in 30 Krankenhäusern mit 15.000 Patienten bereitstellen.

Die Verteilung von Lebensmitteln begann bereits am 9. April in Sanaa und wird in Haradh, ‘Amran, Taiz Sa’da in den nördlichen Bezirken sowie in Aden, Lahj, Abyan und al-Baida' in den südlichen Bezirken fortgesetzt. Hiermit sollen 30.000 Familien erreicht werden. Die Familien erhalten ein Paket mit Mehl, Reis, Zucker, Bohnen, Nudeln, Milchpulver und Speiseöl, das für zwei bis vier Wochen reichen wird.

Die Wasserversorgung ist in vielen Gebieten beeinträchtigt, weshalb Islamic Relief Wasser bereitstellen und Brunnen reparieren wird. Hiervon profitieren voraussichtlich 10.000 Haushalte.

Islamic Relief plant außerdem ein Flüchtlingslager für Binnenflüchtlinge, die von den Luftangriffen in Hajja im Westen des Landes betroffen sind. Das Islamic Relief-Büro in Aden musste ihr Büro wegen der instabilen Sicherheitslage schließen; die Mitarbeiter warten nun darauf, ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können.

Mit 138 Euro können zehn Menschen einen Monat lang mit Lebensmitteln versorgt werden

Mit 277 Euro können 100 Notfall-Patienten medizinisch versorgt werden

Mit 500 Euro können 100 Familien in einem Dorf sauberes Wasser erhalten

Spenden Sie jetzt für die Notleidenden im Jemen!

 

Hintergrund

Seit 2004 ist Islamic Relief mit dem Schwerpunkt auf Wasser, Gesundheit, Mangelernährung und Unterstützung von Waisen im Jemen aktiv. Bisher hat Islamic Relief etwa 1,2 Millionen Begünstigten geholfen. Bereits vor dem aktuellen Konflikt waren etwa 15,9 Millionen Menschen (61 Prozent der Gesamtbevölkerung) auf humanitäre Hilfe angewiesen. Etwa 13,4 Millionen Menschen haben kein sauberes Trinkwasser, 12 Millionen haben keinen Zugang zu funktionierenden sanitären Anlagen und 8,4 Millionen Menschen keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt mit weniger als zwei Dollar am Tag unter der Armutsgrenze.

Die Menschen im Jemen leiden unter der derzeitigen Situation der Gewalt