Ursprung und Hintergrund des Opferfestes im Islam13. November 2007
Der Prophet Abraham (as) wünschte sich sehnlichst ein Kind. Er flehte Gott an, ihm seinen Wunsch zu erfüllen. Daraufhin schenkte Gott ihm einen Sohn.Eines Nachts hatte er einen Traum, in dem er dreimal dazu aufgefordert wurde, seinen Sohn zu opfern. Also nahm er seinen neun- oder zehnjährigen Sohn Ismail am nächsten Tag zu einem Ausflug mit. Auf Wunsch seines Vaters packte Ismail, bevor sie sich vom Zelt entfernten, Messer und Seil ein, um Holz vom Berg zu holen. Sie gingen zu der Stelle, die Abraham im Traum gesehen hatte. Der Teufel aber versuchte, das Opfern Ismails zu verhindern, indem er Hadschar, der Frau Abrahams, und dann auch Ismail selbst verriet, was Abraham vorhatte. Damit versuchte der Teufel, sie zum Ungehorsam gegenüber Gott zu verleiten. Beide jedoch entgegneten, dass Gottes Wille geschehen solle. Laut einer Überlieferung verfluchte Ismail den Teufel aber nicht nur, sondern bewarf ihn sogar mit Steinen. Hierin liegt der Ursprung für die Steinigung des Teufels während der Pilgerfahrt. Dort steinigen die Pilger den Teufel symbolisch, indem sie 70 bzw. 49 Steinchen auf drei Säulen werfen. Nachdem sich der Teufel davongemacht hatte, erreichten Abraham und Ismail den Gipfel des Berges Arafat. Abraham umarmte Ismail, streichelte ihn und sagte weinend: “O mein Sohn! Gott hat mir im Traum befohlen, dich als Opfer zu schlachten. Jetzt ist die Zeit gekommen. Was sagst du dazu?” Ismail, der Sohn des Propheten, antwortete ihm gehorsam und treu: “O mein Vater! Tue, was Gott dir befohlen hat! Hoffentlich findest du mich bei den Geduldigen.” Um Gottes Befehl nachzukommen, band Abraham auf Wunsch seines Sohnes dessen Hände und Füße fest zusammen. Er legte ihn auf den Boden und verhüllte ihm auch das Gesicht. Dann schaute er zum Himmel empor und sagte: “O Gott! Nun erfülle ich deinen Befehl!” Mit aller Kraft bemühte er sich, Ismail die Kehle zu durchtrennen. Als Abraham aber sah, dass keine Striemen am Hals Ismails zu sehen waren und sich der Kopf nicht vom Körper trennen wollte, war er überrascht. Er befürchtete, den Befehl durch sein Mitgefühl nicht kräftig genug ausgeführt zu haben, und wiederholte die Prozedur. Erneut aber hinterließen seine Schnitte keine Spuren. Nun wurde Abraham sehr wütend und warf das Messer mit solcher Wucht auf einen Felsen, dass dieser entzweibrach. Er versuchte es erneut, aber wieder schnitt das Messer nicht. Daraufhin fragte ihn sein Sohn, worauf er warte und warum er seiner Aufgabe nicht nachkomme. Als er ein letztes Mal versuchte, den Hals seines Sohnes zu durchtrennen, hörte er plötzlich vom Himmel eine Stimme: “Allah ist der Größte, Allah ist der Größte!” Er schaute nach oben und sah den Engel Gabriel, der einen Schafbock an den Hörnern hielt und zur Erde brachte, wobei er immer wieder “Allah ist der Größte, Allah ist der Größte!” ausrief. Darauf entgegnete Abraham: “Es gibt keine Gottheit außer Allah, und Allah gebührt Größe!” Ismail, der nicht wusste, welchen Ursprung und welchen Grund die Stimmen hatten, hob seinen Kopf und war über den Anblick, der sich ihm bot, sehr erstaunt. Auch er rief nun aus: “Allah ist der Größte, Dank sei Allah!” Danach sprach Gabriel wie folgt: “O Abraham! Beeile dich nicht, halte inne! Allah, der Erhabene, hat deine Bereitschaft zur Erfüllung Seines Befehls in deinem Traum und deine Treue zu Ihm angenommen und diesen Schafbock herabgesandt. Lass also von Ismail ab, und opfere stattdessen den Schafbock!” Aus Dankbarkeit warf sich Abraham nieder und lobte Allah. Er löste die Hände und Füße Ismails und hielt den von Gabriel herbeigebrachten Schafbock fest. In diesem Moment vergoss Ismail, dieses Vorbild an Treue, Freudentränen. Inzwischen war der Schafbock aus den Händen Abrahams entkommen. Vater und Sohn liefen hinterher, um ihn einzufangen, was ihnen in Mina schließlich auch gelang. Dort schlachteten sie den Schafbock zum Wohlgefallen Gottes. Der Grund für das Schlachten von Opfertieren (Kamelen, Rindern, Schafen, Ziegen) in Mina liegt also in der Sunna (im Handeln) Abrahams. (Vgl. auch Qu´ran, Sure As-Saffat) |
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