
Eine Familie in ihrem zerstörten Haus

Ein völlig überschwemmtes Haus

Dorfbewohner gehen zurück zu ihren Unterkünften, nachdem sie Essenspakete von Islamic Relief bekommen haben

Ein Mädchen mit ihrem Vater in einer Islamic Relief-Klinik in der Provinz Sindh
Mehr als vier Monate, nachdem die Flut Pakistan im August 2011 das zweite Mal stark getroffen hat, leiden noch immer mehrere Millionen Menschen unter den Auswirkungen. Humanitäre Probleme sind die Folge. Krankheiten aufgrund von verseuchtem Wasser treten vermehrt auf und der Winter hat begonnen. Unterdessen klagen humanitäre Organisationen über den Mangel an Spendengeldern für Pakistan, um die notwendige Unterstützung leisten zu können.
Stehendes Flutwasser stellt eine große Gefahr für die Gesundheit der Menschen vor Ort dar. Krankheiten wie zum Beispiel Durchfall und Malaria breiten sich rasant aus. Auch ein Anstieg an Atemwegserkrankungen wurde in den Gebieten, die noch immer überschwemmt sind, beobachtet.
„Die Verbreitung von wasserbedingten Krankheiten ist ein wirkliches Problem. Besonders Menschen, die durch die Flut vertrieben wurden und nicht einmal mehr die lebensnotwendigen Dinge besitzen, sind besonders gefährdet“, so Islamic Relief. Über neun Millionen Menschen wurden von den erneuten Fluten in Pakistan getroffen – nur ein Jahr nach den verheerenden Überschwemmungen im Juli 2010. Millionen von Häusern wurden vor allem im Sindh, der am schwersten betroffenen Region des Landes, zerstört.
Der hereingebrochene Winter erschwert die Lebensbedingungen zusätzlich, und die Bereitstellung von Unterkünften für die obdachlos gewordene Bevölkerung ist eine Priorität. Immer noch können 800.000 Menschen nicht in ihre Heimatdörfer und Häuser zurückkehren. Diejenigen mit einer Unterkunft brauchen Hilfe, um sich vor den harten und kalten Winterbedingungen zu schützen.
Trotz dieser schwerwiegenden Probleme war die Spendenbereitschaft für die Flutopfer in Pakistan bis jetzt sehr gering. Die Vereinten Nationen konnten nur 96,5 Millionen US-Dollar akquirieren, obwohl sie 357 Millionen US-Dollar angefordert hatten. Auch die Arbeit humanitärer Organisationen ist extrem unterfinanziert.
„Es ist wirklich besorgniserregend, wie wenig Geld für diese Krise gespendet wurde. Ohne ausreichende Finanzierung können wir vielen schutzlosen Bedürftigen nicht helfen. Wir brauchen mehr Spenden; wir brauchen mehr finanzielle Mittel, um lebensnotwendige und lebenssicherende Arbeit zu leisten“, fügt Islamic Relief hinzu.
Lebensmittelknappheit stellt noch immer ein Hauptproblem im Land dar. In 13 Bezirken in der Provinz Sindh wurden mehr als 67 Prozent der Lebensmittelvorräte durch das Flutwasser zerstört. Im Herbst war Pflanzsaison, doch viele Felder sind noch immer überflutet, sodass Bauern nichts anpflanzen könnten. Das wird das Hungerproblem weiter ausdehnen.
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