Nothilfe07. Januar 2009
24.02.2009 Am schlimmsten betroffen von den Zerstörungen sind das Flüchtlingslager in Dschabaliya und die Atatra Gegend im Norden des Gazastreifens sowie die Gegend Khuzaa im Süden und der Bezirk Zaitun in Gaza-Stadt. Die Häuser von hunderten Familien wurden vollständig zerstört und die Betroffenen haben keine angemessene Unterkunft für diese Jahreszeit. Die Gesundheitsversorgung hat sich bisher kaum gebessert. Einige Arten von medizinischen Einwegartikeln (meistens orthopädische) und bestimmte Medikamente dürfen nicht in den Gazastreifen gebracht werden. Die Nahrungsmittelsicherheit ist für viele Bewohner des Gazastreifens ein Grundproblem, da nicht genügend Grundnahrungsmittel auf den Märkten angeboten wird und das Bargeld fehlt. 80% der Bevölkerung erhält derzeit Lebensmittel von Nichtregierungsorganisationen. Da im Moment nur die Karim Schalom Grenze (israelische Seite) für Hilfslieferungen geöffnet ist und einige wichtige Dinge nicht in den Gazastreifen gelangen können, fehlen dringende Güter wie Ersatzteile und Treibstoff für Stromanlagen, für das Wasser- und Abwassersystem sowie Baumaterialien um Schulen, Krankenhäuser, Kliniken und Wohnhäuser zu reparieren beziehungsweise wieder aufzubauen. Vom 11. bis 18. Februar unternahm Islamic Relief folgende Aktivitäten:
05.02.2009 Die Waffenruhe ist nach wie vor unsicher. Es kam bereits mehrmals zu Verletzungen der Waffenruhe. Innerhalb von 4 Tagen, vom 31.01. bis 03.02.09, konnte Islamic Relief folgendes erreichen:
30.01.2009 Zerstörung Die Tabelle gibt das Ausmaß der Zerstörung im Gazastreifen wieder:
28.01.2009 Wasser & Abwasser Vier Wasserbrunnen im Gazastreifen wurden vollständig zerstört (in Beit Hanun, Gaza-Stadt, Dschabaliya) und mehrere Wasserleitungen beschädigt. Die Abwasserleitungen in Gaza-Stadt, Beit Hanun, Dschabaliya und Beit Lahiya wurden ebenfalls schwer beschädigt. Lebensmittel Die Bevölkerung Gazas hat nach wie vor Schwierigkeiten, Nahrungsmittel einzukaufen, da die Preise steigen und nicht genügend Bargeld verfügbar ist. Darüberhinaus herrscht ein Mangel an nährstoffreichen Nahrungsmitteln aufgrund der Zerstörung von Anbauflächen. 23.01.2009 Islamic Relief plant für die nächste Zeit folgende Aktivitäten:
Die Tabelle fasst die bisherigen Soforthilfemaßnahmen zusammen:
Die Waffenruhe hält bis jetzt an. Seit dem 27.12.2008 wurden 1.300 Menschen getötet, darunter 370 Kinder. Die Zahl der Verletzten ist auf über 5.300 angestiegen. Die Vertriebenen suchen inzwischen ihre Häuser auf, um zu sehen, ob sie die Angriffe überstanden haben. Die städtische Infrastruktur ist zerstört, hunderttausende Häuser sind betroffen. Zirka 100.000 Menschen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation obdachlos. Doch die tatsächliche Zahl liegt wahrscheinlich weitaus höher. Einige Geschäfte öffneten wieder und verkaufen Lebensmittel und andere wichtige Dinge, jedoch sind es noch wenige. Nahrungsmittel sind teuer, daher können nur wenige Menschen sie sich leisten. Die Fortbewegung innerhalb des Gazastreifens wird zunehmend leichter. Medikamente und Nahrungsmittel kommen über die Grenzen von Rafah und Karim Schalom hinein. 24 Ärzte gelangten über Rafah in den Gazastreifen und arbeiten nun unterstützend in den Krankenhäusern. Derzeit bieten 49 Notunterkünfte über 45.000 Menschen Schutz, unter den Vertriebenen befinden sich 25.000 Kinder. Die Unterkünfte sind überfüllt, da sich in jeder Unterkunft zirka 1.000 Menschen befinden, doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Schätzungsweise eine halbe Million Menschen haben nach wie vor keinen Zugang zu Trinkwasser. In Bait Hanun und Bait Lahiya fließt das Abwasser in die Straßen, da das Abwassersystem bei den Angriffen beschädigt wurde. Die Stromversorgung hat sich teilweise verbessert, in der mittleren Region des Gazastreifens und in Chan Yunis funktioniert die Stromversorgung gut, in Gaza-Stadt haben die Haushalte allerdings seit dem 15.01.2009 nur zu bestimmten Zeiten Strom. Seit Freitag, dem 16.01.2009 verteilte Islamic Relief die folgenden Hilfsgüter:
Islamic Relief leistet weiterhin Soforthilfe und wird in den nächsten Tagen eine Bedarfsanalyse für den Wiederaufbau erstellen. 16.01.2009 Die Zahl der Toten ist inzwischen auf 1.100 angestiegen und über 5.300 Menschen wurden seit dem 27.12.2008 verletzt. Durch schwere Gefechte am gestrigen Tag wurden nochmals viele Menschen vertrieben. Die Wasser- und Stromversorgung sowie die hygienischen Bedingungen sind nach wie vor sehr schlecht. Das Islamic Relief Notfallteam konnte gestern 1.500 Lebensmittelpakete im Süden des Gazastreifens in der Nähe von Rafah verteilen. Medikamente kamen ebenfalls von der Westbank. Im Moment herrscht ein Mangel an Medikamenten gegen Grippe und chronische Krankheiten. Dringend benötigt wird außerdem Milchpulver für Säuglinge und Kleinkinder. Erfolge sind die Einreise von 13 Ärzten aus Katar und die Einführung eines Notarztwagens über die Grenze von Rafah. Ein großes Problem bei der Einführung und Verteilung der Hilfsgüter ist der Zeitmangel. Die drei Stunden des humanitären Korridors reichen nicht, damit die Hilfslieferungen zu den Flüchtlingen in den UNRWA Schulen transportiert werden können. Alle Entwicklungshelfer arbeiten daher auch nach Ende der Feuerpause unter Einsatz ihres Lebens weiter. Bitte spenden Sie, damit auch die Hilfsgüter gekauft werden können, die dringend benötigt werden. 14.01.2009 13.01.2009 Offiziell befinden sich zirka 21.000 Menschen im Gazastreifen als Flüchtlinge in Schulen und anderen Gebäuden der UNRWA.
Gestern wurde eine dreistündige Feuerpause vereinbart, so dass Hilfslieferungen nach Gaza gelangen können. Inzwischen werden zirka 23 UNRWA Schulen als Zufluchtsorte von Flüchtlingen genutzt. Allerdings gibt es keine offiziellen Flüchtlingslager. Eine beachtliche Anzahl an Flüchtlingen wird auch von Familien aufgenommen und privat untergebracht. Islamic Relief Mitarbeiter besuchten fünf der UNRWA Schulen in Gaza-Stadt, in denen jeweils ungefähr 700 Menschen untergebracht sind und versorgte sie mit Hygieneartikeln und Lebensmitteln. Zwei der Schulen befinden sich in Rafah, neun in Gaza-Stadt und die restlichen im nördlichen Teil des Gazastreifens. Islamic Relief plant nun, die Schulen mit Hilfsgütern zu beliefern. Da es seit mehreren Tagen kein Wasser mehr gibt, ist die hygienische Situation katastrophal und Krankheiten könnten sich schnell verbreiten. Viele Freiwillige unterstützen unsere Mitarbeiter bei der Verteilung der Güter, obwohl sie selbst dadurch einem höheren Risiko ausgesetzt sind. Unsere Islamic Relief Mitarbeiter, die im Westjordanland stationiert sind, kaufen die Hilfsgüter ein und bringen sie zur Grenze Gazas, wo sie dann von unseren Mitarbeitern in Gaza entgegengenommen werden. In Gaza-Stadt gebe es seit Dienstag wieder Treibstoff, so dass Stromgeneratoren betrieben werden können und zu mindest die Krankenhäuser Strom haben, jedoch sei die Einfuhr von Treibstoff seit gestern nicht mehr möglich. Man rechnet damit, dass in wenigen Tagen das angeschlagene Telefonnetz kollabieren wird. In enger Kooperation mit UNRWA und lokalen Hilfsorganisationen wurden Flüchtlinge und bedürftige Familien ermittelt um sie soweit möglich mit Hilfsgütern zu versorgen. Die Verteilung innerhalb des Gaza-Streifens erfolgt größten Teils durch lokale Nichtregierungsorganisationen, also auch von Islamic Relief Palästina in Zusammenarbeit mit UNRWA. Seit dem 08.01.2009 stellte die UNRWA vorläufig ihre Arbeit ein, um das Leben ihrer Mitarbeiter nicht länger zu gefährden. Erst wenn die Sicherheit gewährt werden kann, nimmt sie die Koordination der Hilfslieferungen wieder auf. Klicken Sie auf den Link, um den aktuellen Bericht der UN über die Vorgänge in Gaza zu lesen. Der Bericht ist nur auf Englisch verfügbar. Aktuelle Erfolge · 130 Decken wurden zu zwei Krankenhäusern in Chan Yunis gebracht · 1.000 Hygieneartikel wurden gekauft · 1.500 Lebensmittelpaket wurden gepackt und sind transportfähig · 3 Krankenwagen wurden über die Grenze bei Rafah nach Gaza gebracht · 10 Lastwagen mit 48.000 kg Pulvermilch warten in Rafah auf Einlass
Die aktuelle Lage in Gaza ist katastrophal. Die Zahl der Verletzten ist auf mehr als 3.000 angestiegen und es gibt fast 700 Tote, darunter 89 Frauen und 265 Kinder. Im Norden Gazas ist es besonders dramatisch. Die Krankenhäuser sind überfüllt, die medizinischen Geräte laufen über Generatoren und Diesel ist nicht mehr verfügbar. Es gibt weder Strom noch Gas. Die Ärzte müssen die Verletzten inzwischen ohne Anästhesie operieren. Islamic Relief Worldwide stellte insgesamt 368.100 € Soforthilfe für die folgenden Hilfsgüter zur Verfügung: · Medikamente und medizinische Einwegartikel im Wert von 92.600 € · Lebensmittelpakete an 5.000 Familien in der Höhe von 183.700 € · Lebensmittel für Krankenhäuser im Wert von 66.100 € · Decken für 25.700 € Geplante Aktionen Außerdem hat Islamic Relief Worldwide ein Budget in Höhe von 650.000 € festgesetzt um weitere Hilfsgüter an die Krankenhäuser und die Bevölkerung Gazas zu verteilen: · Medizinische Geräte: 198.600 € · Medizinische Einwegartikel: 183.900 € · Medikamente für Krankenhäuser: 36.700 € · Lebensmittelpakete für 5.000 Familien: 183.900 € · Nahrungsmittel für Krankenhäuser: 44.100 € Islamic Relief Deutschland startete einen Spendenaufruf über 500.000 € und befindet sich derzeit in Gesprächen mit anderen Institutionen um weitere Nothilfe zu erhalten. Hintergrundinformationen Seit die israelische Armee die Bodenoffensive begann, ist der Gazastreifen dreigeteilt, in den Norden, den Mittelstreifen und den Süden. Die Menschen haben keine Möglichkeit zu fliehen und lokale Hilfsorganisationen können nicht von einem Teil in den anderen gelangen, das macht die Versorgung der Menschen sehr schwer. Lokale Hilfsorganisationen wie Islamic Relief sind auf Lieferungen internationaler Nichtregierungsorganisationen außerhalb Gazas angewiesen. Daher traf Islamic Relief ein Abkommen mit der UNRWA und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), um Hilfslieferungen nach Gaza zu bringen. Die UN und WHO kümmern sich um den Transport der Güter bis zur Grenze und Islamic Relief verteilt diese in Gaza. Unsere Islamic Relief Mitarbeiter in Gaza riskieren ihr Leben, um die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen. Niemand weiß, ob sie morgen noch leben werden.
30.01.2009 |
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