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 Islamic Relief > Meldungen

Konferenz zu Islam und Entwicklungsarbeit ein wichtiger Schritt

10. Dezember 2009

Köln, 10.12.2009. Am 7. und 8. Dezember fand in Bonn die Konferenz ‚Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Arbeit im Kontext des Islam‘, veranstaltet von der Welthungerhilfe und Islamic Relief Deutschland, statt. Vertreter aus Politik, Entwicklungsarbeit und Forschung diskutierten die Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit in islamisch geprägten Ländern.

Dr. Hany El-Banna, Präsident von Islamic Relief Deutschland.

Konferenzsaal im Bonner Wissenschaftszentrum.

Die humanitäre Arbeit in islamischen Ländern gestaltet sich zunehmend schwieriger, besonders seit dem 11. September 2001. Die mediale und politische Instrumentalisierung des Islam und der ‚westlichen‘ Welt rufen Vorurteile und Missverständnisse hervor, die sich direkt auf die Entwicklungszusammenarbeit auswirken.

Jedoch ist in vielen islamischen Ländern langfristige und effektive Hilfe von Nöten, denn fast die Hälfte der weltweit 1,3 Milliarden Muslime lebt in Armut. Zudem werden Regionen mit einem mehrheitlich muslimischen Bevölkerungsanteil häufig von Naturkatastrophen heimgesucht oder sind Konfliktgebiete (De Cordier 2008).

Kooperationen zwischen islamischen und nicht-islamischen Nichtregierungsorganisationen in den Projektländern sowie auf politscher Ebene tragen dazu bei, diese Probleme zu überwinden.

„Die Konferenz war ein wichtiger Schritt. Missverständnisse wurden überwunden und Vertrauen zwischen islamischen Entwicklungsorganisationen und westlichen Organisationen konnte aufgebaut werden. Wir freuen uns auf die direkte Zusammenarbeit vor Ort, denn wir sind überzeugt, dass humanitäre Hilfe gemeinsam besser geleistet werden kann“, betont Dr. Hany El-Banna, Präsident von Islamic Relief Deutschland.

Für die erfolgreiche Arbeit, nicht nur in islamischen Ländern, ist die Rücksichtnahme auf die religiöse Lebenspraxis und die Einbeziehung wichtiger gesellschaftlicher Akteure in den Projektländern entscheidend. Denn ohne Respekt und Vertrauen auf beiden Seiten bleibt besonders ‚westlichen‘ Organisationen der Zugang zu den Zielgruppen verwehrt – darin waren sich alle Beteiligten einig.

Abschließend forderte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann: „Wir müssen zu einer unvoreingenommenen sachlichen Diskussion zurückkehren. Gerade hat die Diskussion um das Minarettverbot in der Schweiz gezeigt, dass Vorurteile und ein selbst auferlegtes Dogma der ‚political correctness’ eine intensive Auseinandersetzung verhindern. Wir müssen in Deutschland Unterschiede in Kulturen und Religionen akzeptieren, aber gleichzeitig auch klar machen, wo die Grenzen liegen. In der Entwicklungszusammenarbeit ist es elementar, dass wir auf kulturelle Sensibilitäten Rücksicht nehmen, sonst werden wir als Helfer nicht akzeptiert.“

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