
Viele Menschen im Südsudan sind obdachlos geworden

Flüchtlinge in einem Lager im Südsudan

Ein Islamic Relief-Mitarbeiter im Gespräch
Islamic Relief Deutschland unterstützt einen geplanten Hilfseinsatz im Südsudan zur Unterstützung von Opfern gewalttätiger Konflikte im Bundesstaat Jonglei. Mit einem Anteil von zunächst 10.000 Euro beteiligt sich Islamic Relief Deutschland an einer Soforthilfe in Höhe von 138.000 Euro zur Verteilung von Decken, Plastikplanen, Moskitonetzen, Wasserbechern, Schlafmatten, Seife sowie Plastikeimern an die Flüchtlinge.
„Im Südsudan spielt sich eine schreckliche Tragödie ab, der wir nicht tatenlos zuschauen können“, sagte Tarek Abdelalem, Geschäftsführer von Islamic Relief Deutschland, und erklärte, dass man eine Verschlimmerung der Situation befürchte.
Der südsudanesische Bundesstaat Jonglei wird weiterhin von schweren Unruhen erschüttert. Am 16. Januar wurden bei einem neuen Ausbruch von Gewalt in der Hauptstadt Duk Padiet nach Berichten 51 Menschen getötet und mehr als 32 verletzt. Zahlreiche Menschen wurden vertrieben. Seit dem 23. Dezember 2011 wurden bereits mehr als 3.000 Menschen getötet, etwa 1.500 Frauen und Kinder entführt und mehr als 89.000 Stück Vieh den Besitzern entwendet.
Viele Menschen befinden sich auf der Flucht und benötigen dringend Hilfe. Eine große Zahl von Dörfern wurde niedergebrannt, sodass viele Flüchtlinge ihr Zuhause verloren haben. Der Südsudan erlangte im Juli 2010 seine Unabhängigkeit, ist aber nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt. Straßen, Schulen und Krankenhäuser sind kaum vorhanden.
Die Regierung des Südsudans hat Jonglei zum humanitären Katastrophengebiet erklärt, und die UN und andere Hilfsorganisationen versuchen, Hilfe zu leisten. Aber die Umstände sind aufgrund der Sicherheitslage und der mangelnden Infrastruktur extrem schwierig.
Islamic Relief Südsudan bereitet sich auf einen Hilfseinsatz vor und hat alle Islamic Relief-Partner aufgerufen, die Nothilfe in Jonglei zu unterstützen. Es ist geplant, zunächst 600 Familien, das sind rund 3.600 Personen, in der Region Pibor County für den Zeitraum von drei Monaten mit Notunterkünften und anderen Hilfsgütern zu unterstützen.
Pibor County wurde am 23. Dezember 2011 von bewaffneten Gruppen angegriffen. Dabei wurden rund 40.000 Menschen vertrieben, ihre Häuser niedergebrannt und ihr Vieh gestohlen. Über die Zahl der Toten und Verletzten gibt es unterschiedliche Angaben. Ursache ist ein Stammeskonflikt und immer wieder auftretende Auseinandersetzungen wegen Viehdiebstählen.
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