In diesem Interview beschreibt sie die Probleme HIV-positiver Muslime und wie sie hofft, andere unterstützen zu können, die mit der Krankheit leben.
Wie hat die Gemeinde reagiert, als sie von Ihrer Krankheit erfahren hat?
Zunächst wurde ich von den Menschen zurückgewiesen. Doch vielleicht, weil ich nicht aufgehört habe, darüber zu sprechen, kann ich 13 Jahre später sagen, dass nun auch muslimische Gelehrte über HIV und Aids sprechen.
Warum haben Sie sich entschieden ihre Krankheit öffentlich zu machen?
Wenn Menschen mir diese Frage stellen, sage ich immer, dass ich keine andere Wahl hatte. Ich kannte andere muslimische HIV-Infizierte, die bereits an der Seuche gestorben sind und ich merkte, dass es an mir lag, unsere Gemeinde aufzuklären. Ich kann mit Stolz sagen, das ist der Fall.
Warum reden nicht mehr HIV-positive Frauen in Südafrika über ihre Krankheit?
Ich sage immer, es ist nicht HIV, das uns umbringt, sondern das damit verbundene Stigma. Die Menschen werden noch immer danach beurteilt, wie sie sich das Virus zugezogen haben. Wenn muslimische Gelehrte in meinem Fall hörten, dass ich zum Zeitpunkt der Ansteckung verheiratet war, hatte ich das Gefühl, sie fänden es „ok, mich zu unterstützen“. Hätte ich es mir auf eine „schlechte“ Art zugezogen, hätten sie mir vielleicht nicht geholfen.
Ich hatte einen schwierigen Weg doch ich versuche es anderen leichter zu machen, die nach mir kommen.
Was kann die Konferenz "Islam und HIV/Aids"* zum Kampf gegen HIV beitragen?
In meinen Augen trägt die Konferenz dazu bei, das Stigma und die Diskriminierung zu beseitigen, denen Menschen mit HIV in der muslimischen Gesellschaft ausgesetzt sind. Viele Fachleute nehmen an der Konferenz teil und gemeinsam können wir einen Weg finden, das Stigma und die Diskriminierung zu beseitigen.
Diese Konferenz war lange überfällig und ich hoffe, die Diskussionen hören hier nicht auf. Ich hoffe, dass HIV-positive Menschen mehr Unterstützung finden werden, denn ein Element des Islam sind Mitleid und Liebe.“ Riana Jacobs richtet sich an HIV-positive Muslime aus Südafrika.
Ich denke nicht, dass wir jemanden fragen sollten, wie er sich die Seuche zugezogen hat. Stattdessen sollten wir mitfühlend und hilfsbereit sein. Viele Menschen haben Angst vor dem Outing weil sie sich vor der Frage fürchten, wie sie sich HIV zugezogen haben. Hoffentlich können die religiösen Führer die Einstellung der Menschen ändern, indem sie nicht nach dem „wie“ fragen, sondern fragen „Wie kann ich helfen?“.
Warum haben sie die Organisation Positive Muslims gegründet?
Als ich zuerst von meiner Krankheit erfahren habe, erhielt ich große Unterstützung und Hilfe seitens der Muslime. Schließlich traten zwei männliche Muslime an mich heran und als sie von all den anderen Menschen hörten, die zu mir kamen, gründeten wir gemeinsam die Organisation.
Die Organisation ist jetzt acht Jahre alt. Wir leisten psychologische und emotionale Hilfe, verteilen Lebensmittelpakete und führen Hausbesuche durch. Wenn jemand HIV-positiv ist, beraten wir die gesamte Familie und leisten auch Trauerhilfe. Wir führen Workshops durch und bringen den Menschen bei, für sich selbst zu sorgen, anstatt auf Almosen angewiesen zu sein.
Hoffentlich können die religiösen Führer die Einstellung der Menschen ändern, indem sie nicht nach dem „wie“ fragen, sondern fragen „Wie kann ich helfen?“.
Mehr Informationen unter www.positivemuslims.org.za.
* Die von Islamic Relief organisierte Konferenz zum Thema "Islam und HIV/Aids fand Ende November 2007 in Johannesburg, Südafrika statt. Partnership berichtete dazu in Ausgabe Nr. 37.
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