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 Islamic Relief > Meldungen

Haiti Erdbeben – Lernen vom Tsunami

05. Februar 2010

Vom Tsunami 2004 im Indischen Ozean haben wir gelernt, dass die internationale Gemeinschaft nicht mit einer schnellen Lösung für den Wiederaufbau permanenter Häuser, Schulen und anderer Gebäude in Haiti beginnen sollte, sagte das Disasters Emergency Committee (DEC) gestern.

Junge vor seinem neuen Zuhause. Voerst werden die Menschen sich mit einem Leben in Zelten arrangieren müssen.

Wenn es notwendig ist, sollte der Wiederaufbau für eine geeignete Planung verschoben werden, so dass die Menschen in Haiti durch die Rekonstruktion besser vor Wirbelstürmen und Erdbeben geschützt werden als vor dem 12. Januar.

Brendan Gormley, Generaldirektor des DEC erläutert: „Im Moment benötigen die Menschen in Haiti vorübergehende Unterkünfte in guter Qualität und Nothilfe. Doch wir überlegen uns auch, wie wir ihnen dabei helfen können, ihr Leben in den nächsten drei Jahren wieder aufzubauen, so dass sie besser für zukünftige Katastrophen vorbereitet sind. Es ist wichtig, von dem Tsunami im Indischen Ozean zu lernen, nach dem die DEC Hilfsorganisationen sich einer noch nie dagewesenen Zerstörung gegenüber sahen. Eine wichtige Lektion ist, Häuser und öffentliche Gebäude nicht zu schnell wieder zu errichten, sondern sich die Zeit zu nehmen, es richtig zu tun.“

Die Häuser müssen so entworfen und gebaut werden, dass sie erdbebensicher sind und Wirbelstürmen standhalten können, und zwar in Gegenden, wo das Risiko von Überflutungen und Erdrutschen geringer ist und ein adäquater Wasser- und Abwasseranschluss vorhanden ist. Nach einem aktuellen unabhängigen Bericht von der Ingieneurs-, Planungs- und Entwurfsberatungsgesellschaft Arup, bauten DEC und ihre Partner in Aceh besser und verringerten die Anfälligkeit gegenüber natürlichen Gefahren - die hohe Bevölkerungsdichte dieser Häuser reflektiert die Qualität der Konstruktion. Dennoch führt der Bericht einige Fehler auf, die in Aceh anfangs gemacht wurden, welche zum Teil aus dem Wunsch heraus auftraten, den betroffenen Menschen dauerhafte Behausungen bereitzustellen.

Der leitende Autor des Berichts, Jo da Silva, Chef des Internationalen Entwicklungsteams von Arup erklärt: „Nach dem Tsunami erkannten die DEC Hilfsorganisationen die Chance des Wiederaufbaus als Beschleunigung der Erholung und die Anfälligkeit der Menschen gegenüber Naturkatastrophen zu reduzieren. Im Ergebnis ist das Erbe, das sie hinterlassen mehr als nur Ziegel und Mörtel, die Erfahrung bietet unbezahlbare Lektionen für den Wiederaufbau Haitis.“

Andere Lehren für humanitäre Fachkräfte und Bauexperten beinhalten:

  1. Sicherstellung einer effektiven strategischen Planung und Kooperation zwischen allen Organisationen.
  2. Die Fachkenntnis des Baugewerbes durch das Hinzuziehen von Bauexperten als Berater oder Partner des privaten Sektors nutzen.
  3. Die betroffenen Menschen in allen Bereichen einbeziehen, wodurch sichergestellt werden kann, dass die neuen Häuser ihren Bedürfnissen entsprechen.
  4. Den Ansatz „eine Größe passt allen“ vermeiden, der nur die Bereitstellung von Häusern fokussiert, anstatt die Hilfe für den Wiederaufbau von Häusern und Gemeinschaften ins Auge zu fassen.
  5. Klarheit haben über Landbesitz bevor der Bau begonnen wird.
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