Fakten zum Projekt

 

Land: Syrien

Orte: Aleppo, Idlib, Homs, Hama, Deir ez-Zor u.a.

Begünstigte: Personal und Patienten in Krankenhäusern, Gesundheitsstationen und einem Dialysezentrum, insgesamt 4.500 Personen

Projektziel: Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung in ausgewählten syrischen Krankenhäusern und Gesundheitsstationen

Projektdauer: 20.04.2013-15.02.2014, verlängert auf 8,5 Monate bis 31.12.2013; Aufstockungsphase 15.02.-31.05.2014

Kofinanzierung: Auswärtiges Amt

Projektpartner: Deutsch-Syrischer Verein zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte e.V., Islamic Relief Türkei (Syrien-Einsatzstab)

Gesamtkosten: Insgesamt 1.206.722,03 Euro; 1.075.852,24 Euro Auswärtiges Amt, 130.869,79 Euro Eigenanteil

Kofinanzierer

Implementierungspartner

Überblick

Im vierten Jahr des andauernden Konflikts in Syrien befindet sich die Zivilbevölkerung in einem Zustand ständiger humanitärer Not. Besonders in dicht bevölkerten städtischen Regionen dauern die schweren Kämpfe an. Der Schutz der Bevölkerung und die Grundversorgung sind nicht gesichert und weitestgehend prekär. Die Gesundheitsversorgung ist unzureichend, Krankenhäuser sind oftmals mit der Situation überfordert, viele von ihnen sind außerdem beschädigt oder komplett zerstört.

Das Projekt sichert die medizinische Versorgung in fünf Krankenhäusern und einem Dialysezentrum. In den Krankenhäusern wird außerdem der Lebensunterhalt des Krankenhauspersonals gesichert, sodass sie nicht auswandern müssen. Weitere 28 Krankenhäuser und 12 Gesundheitsstationen wurden mit medizinischen Gebrauchsgegenständen versorgt.

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt mitfinanziert und vor Ort vom Deutsch-Syrischen Verein zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte e.V. und der Syrien-Mission von Islamic Relief umgesetzt. Es wurde bereits einmal verlängert und im Jahr 2014 aufgestockt. Bei der Aufstockung wird das Projekt partiell fortgeführt, wobei im Wesentlichen das örtliche Personal der unterstützten Krankenhäuser weiter bezahlt wird und in bestimmten Umfang Medikamente geliefert werden.

 

Das Projekt gewährleistet die medizinische Versorgung in zwei Krankenhäusern in Aleppo sowie drei weiteren Krankenhäusern und einer Dialysestation in anderen Regionen (Idlib, Homs, Hama, Deir ez-Zor u.a.) zeit- und ortsnah und erhält den medizinischen Betrieb aufrecht. Zusätzlich werden 30 Krankenhäuser und 60 Gesundheitsstationen mit medizinischem Bedarf versorgt.

Maßnahmen:

1. Versorgung von 36 Schwerverletzten durch die Ausstattung der Intensivstation mit entsprechenden Medikamenten und Materialien, darunter:

• Medikamente
• Verbandsmaterial und Wunderverschlussbedarf
• Infusionstherapie
• Spritzen
• Schläuche
• Sauerstoff
• Dialysefilter
• Ausstattung von vier weiteren Krankenhäusern mit medizinischen Materialien und Medikamenten.

2. Gewährleistung der Dialyse von 60 Dialysepatienten durch die Ausstattung des Krankenhauses mit entsprechenden Medikamenten und Materialien.

3. 30 weitere Krankenhäuser und 60 Gesundheitsstationen in Syrien werden in die Lage versetzt, eine Basisgesundheitsversorgung zu leisten.

4. Angemessene Vergütung des Krankenhauspersonals in dem Krankenhaus in Aleppo sowie in vier weiteren Krankenhäusern, sodass dessen Lebensunterhalt gesichert ist.

5. Regelmäßige Bedarfsanalyse, Kontrolle und Begleitung der Hilfsmaßnahmen.

In der Aufstockungsphase von Mitte Februar bis Ende Mai 2014:

Weiterbezahlung von 40 Krankenhausangestellten in 5 Krankenhäusern, einmalige Deckung des Medikamentenbedarfs der Intensivstation in Aleppo.

 

Die vorhandenen Krankenhäuser in Syrien sind so überlastet, dass die Aufnahme weiterer Patienten kaum möglich ist. Eine medizinische Versorgung ist kaum noch möglich und die Ressourcen sind erschöpft. Neben der Behandlung von Schwerverletzten ist auch eine Versorgung von akut und chronisch Kranken erforderlich. Insbesondere Dialyse-Patienten benötigen eine regelmäßige Behandlung, um überleben zu können.

In weiten Landesteilen ist die medizinische Versorgung katastrophal; es mangelt vor allem massiv an medizinischem Material wie Medikamenten, Verbandsmaterial etc. Die Vorräte an medizinischen Gebrauchsgegenständen und Medikamenten neigen sich dem Ende zu. Beispielsweise sind die erforderlichen Filter für Dialysegeräte fast aufgebraucht. Wegen der Kämpfe und der relativ großen Entfernung zur türkischen Grenze ist ein Transport von Schwerverletzten und Kranken in die Türkei nicht möglich. Der Weg ist zu gefährlich und zudem für die Verletzten extrem belastend; viele würden den Transport nicht überleben. Viele Verletzte weisen Schussverletzungen auf, die größtenteils lebensbedrohlich sind.

Durch die äußeren Umstände sind die meisten Menschen körperlich stark geschwächt und damit anfällig für Infektionskrankheiten wie Lungenentzündungen, Diarrhö, Ekzeme etc. Viele Ärzte haben das Land verlassen. Die verbliebenen Ärzte und Krankenpfleger des Krankenhauses können zudem ihre Arbeit nur fortführen, wenn ihr Lebensunterhalt gesichert ist. Auch dies soll durch das Projekt ermöglicht werden.

Vorbereitung zur Verteilung der Hilfsgüter
Vorbereitung zur Verteilung der Hilfsgüter
Die Hilfe wird anschließend an die Krankenhäuser verteilt
Die Hilfe wird anschließend an die Krankenhäuser verteilt