Fakten zum Projekt


Land: Südsudan

Begünstigte: 5.000 Binnenflüchtlinge

Projektziel: Gewährleistung der medizinischen Gesundheitsversorgung im Notfall mit Schwerpunkt auf Geburtshilfe und Neugeborene

Projektdauer: 2 Monate

Implementierungspartner: Islamic Relief Südsudan

Gesamtkosten: 20.000 Euro

Überblick

Das Projekt soll lebensrettende medizinische Gesundheitsversorgung – insbesondere für werdende Mütter und ihre Neugeborenen – für 5.000 gefährdete Flüchtlinge in der Kuda-Region im Südsudan gewährleisten. Am 15. Dezember 2013 suchte ein Konflikt Juba heim. Der Putsch der Regierung und ihres Präsidenten Salva Kiir geschah auf Kosten der Zivilbevölkerung. Tausende Menschen wurden getötet, zehntausende mussten fliehen, es wird ein Bürgerkrieg zwischen den einzelnen Stämmen befürchtet. Die Flüchtlinge sind vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen, die wegen des gewaltsamen Konflikts aus Juba in ländliche Gebiete fliehen mussten. Ein Flüchtling erzählt: „Die Menschen in Kuda haben uns Nahrung, Wasser und einen Platz zum Schlafen gegeben. Aber bald bekommen wir ein Problem, denn unsere Gastgeber sind erschöpft von der Hilfe, die sie uns gewähren. Wir befürchten, dass sie uns irgendwann wegschicken werden."

 

Am 15. Dezember 2013 suchte ein Konflikt Juba heim – die Hauptstadt des erst 2011 unabhängig gewordenen Südsudans. Der Putsch der Regierung und ihres Präsidenten Salva Kiir geschah auf Kosten der Zivilbevölkerung. Tausende Menschen wurden getötet, zehntausende mussten fliehen, es wird ein Bürgerkrieg zwischen den einzelnen Stämmen befürchtet.

Am 10. Januar 2014 zählte die Zahl der Flüchtlinge 201.000. Die Anzahl der Menschen, die dringend auf lebensrettende Hilfe wie Gesundheitsversorgung und Schutz angewiesen sind, steigt weiter an, die UN rechnet damit, dass sich die Flüchtlingszahl in der nächsten Zeit auf 400.000 ansteigen wird.

Südsudan hat eine der schlechtesten Gesundheitsindikatoren der Welt. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 54 Jahre, die Kindersterblichkeit bei unter Fünfjährigen beträgt 135,3 pro 1000, während die Müttersterblichkeit mit 2053,9 pro 100.000 Lebensgeburten die höchste weltweit ist. Auch die AIDS-Rate ist sehr hoch, hinzu kommt ein akuter Ärztemangel und damit einhergehend die Behandlung von schlecht ausgebildetem Personal.

Auch der humanitäre Zugang ist wegen der schwierigen Sicherheitslage erschwert. Islamic Relief hat Mitarbeiter vor Ort, die täglich über mögliche Sicherheitsrisiken informiert werden.

Gesundheitliche Aspekte

Weit verbreitet sind Wunden und Verletzungen als Folge der Gewalt, ansteckende Krankheiten wie Lungenentzündung, Durchfall und Malaria – die drei häufigsten Ursachen für Kindersterblichkeit – sowie Krankheiten, die wegen Mangels an sauberem Trinkwasser, unzureichender Hygiene, Überbevölkerung, fehlenden Impfungen und Mangelernährung bedingt sind. Betroffen davon sind vor allem Säuglinge und Kinder.

Weitere Probleme betreffen insbesondere Frauen, etwa vor und während der Geburt, durch sexuelle und genderbasierte (geschlechterbezogene) Gewalt, sexuell übertragene oder mentale und psychosoziale Krankheiten. Desweiteren ist der Zugang zu Gesundheitsversorgung generell erschwert – durch Angriffe auf medizinisches Personal, Patienten oder Gesundheitseinrichtungen und Unterbrechungen in der Medikamentenlieferung, etwa zur Behandlung von Traumata, Geburtshilfe, Infektionen.

 

Ziele:

1. Verbesserung der medizinischen Grundversorgung, Gewährleistung von Geburtshilfe und Versorgung von Neugeborenen für 1.800 Frauen, 2.200 Kinder und 1.000 Männer in den Flüchtlingslagern in der Kuda-Region im Südsudan

2. Verbesserung des Wissens und des Zugangs zu essentieller Gesundheitsdienstleistung für die Flüchtlinge, der Gastgebergemeinde und gemeindebasierten Anbietern von Gesundheitsversorgung im betroffenen Gebiet

3. Sicherstellung der Vorbeugung und Kontrolle von Epidemieausbrüchen, Einrichtung von Frühwarnsystemen

Maßnahmen:

  • Verbesserung der medizinischen Grundversorgung, Gewährleistung von Geburtshilfe und Versorgung von Neugeborenen für 1.800 Frauen, 2.200 Kinder und 1.000 Männer in den Flüchtlingslagern in der Kuda-Region im Südsudan.
  • Verbreitung von kulturell sensibler gesundheitlicher Aufklärung für die lokale Bevölkerung.
  • Vorbeugung und Entwicklung eines Frühwarnsystems für Krankheiten
  • Wöchentliche Bereitstellung von Informationen, Daten und Berichten über epidemiologische Krankheiten und die gesundheitliche Entwicklung für die WHO, Islamic Relief Deutschland, das Gesundheitsministerium, Islamic Relief Worldwide.
  • Durchführung von Hygiene-Kampagnen zur Steigerung des Bewusstseins für die Gefahren von Cholera in der Cholera-Hauptzeit März und April.