Fakten zum Projekt

Land: Jordanien

Ort: Irbid (Jordanien, Grenzgebiet zu Syrien) und Amman

Realisierte Anzahl direkt Begünstigter: 1.040 Patienten in Jordanien

Realisierte Anzahl indirekt Begünstigter: 4.520 Personen

Projektziel: Rehabilitation und Prothesenversorgung von Schwerverletzten und Menschen mit Behinderungen zur Integration in das gesellschaftliche Leben unter besonderer Berücksichtigung von Frauen

Projektdauer: ursprünglich geplant: 01.11.2013-30.04.2014, verlängert: 01.11.2013-31.10.2015

Projektpartner: Deutsch-Syrischer Verein zur Förderung der Freiheiten und Menschenrechte e.V. (DSV) und Islamic Relief Jordanien (IRJ)

Gesamtkosten: 752.123 Euro; davon 632.926 Euro finanziert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), 119.197 Euro Eigenanteil

Kofinanzierer

Implementierungspartner

Überblick

Seit Ausbruch des Konflikts gibt es einen enormen Flüchtlingsstrom in die Nachbarländer Syriens. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist immens. Aufgrund der Kämpfe in Syrien sind sehr viele Verwundete unter den Flüchtlingen. Viele von ihnen haben Arme oder Beine verloren oder weisen Verletzungen an Knochen, Gefäßen, Nerven, Muskulatur und Weichteilen auf. Daher sind Rehabilitationsmaßnahmen und Prothesen notwendig, sodass die betroffenen Menschen ihr Leben selbstständig führen können, ohne permanent auf Hilfe angewiesen zu sein.


Damit wir auch weiterhin Projekte wie dieses finanzieren können, spenden Sie für die folgenden Bereiche:


1. Bedarfsgerechte ganzheitliche Behandlung von schwerverletzten Patienten und Menschen mit Behinderung von der Nachsorge bis Rehabilitation

  • Vorhandensein von Therapiegeräten zur Schmerzlinderung und Muskelaufbautraining zur Behandlung der Patienten: Beschaffung von medizinischen Geräten wie Therapie- und Gymnastikgeräten, Therapieliegen, Kombigerät für Elektrotherapie und Ultraschall, Verbandsmaterial und Heiz- und Fangogeräte
  • Ganzheitliche Behandlung von der Nachsorge bis zur Rehabilitation
  • Anmietung von neuen Räumlichkeiten
  • Erweiterung des Personals um drei Physiotherapeuten und einen Neurologen im Rehabilitationszentrum
  • Steigerung der Versorgung von Patienten um 50 Prozent
  • Erreichung eines hohen Grades von Mobilität

2. Weiterbildung von drei Prothesenbauern

  • Befähigung von drei medizinischen Helfern aus Syrien, für die Bedürftigen Prothesen zu bauen

3. Prothesenversorgung von Patienten

  • 217 Patientinnen und Patienten in Jordanien erhalten Prothesen

4. Einstellung von zusätzlichem Personal

  • Neue Physiotherapeuten und Neurologen sollen eingestellt werden, um mehr Patienten behandeln zu können
  • Unter dem Personal ist auch eine Frau, um speziell Frauen zu behandeln
  • Befähigung der Patienten, durch die Prothesen ein eigenständiges und unabhängiges Leben zu führen

 

 

Wenn Verwundete des Konflikts nach einer Erstversorgung im Krankenhaus keine Rehabilitationsmaßnahmen erhalten, kommt es ggf. zur Rückbildung der Muskulatur, Entzündung des Knochengewebes sowie Gelenkversteifung. Damit sind erhebliche Bewegungseinschränkungen verbunden, die zu einer langfristigen erheblichen Behinderung führen können. Folge kann eine Lähmung sein, die ein eigenständiges eigenständiges Leben sowie das Ausüben einer beruflichen Tätigkeit unmöglich machen. Eine zu späte Behandlung der Patienten ist mit geringen Erfolgsaussichten und mit einem enormen Kostenaufwand verbunden.

Der große Bedarf nach medizinischen Behandlungen konnte aber bisher nur teilweise durch die Einrichtung in Jordanien gedeckt werden, da die Kapazitäten nicht ausreichen. Die Ausstattung war bisher rudimentär, nicht ausreichend und bestand derzeit nur aus Liegen, einem einfachen Fahrrad und Gymnastikmatten.

Eine Erweiterung des Angebots ist wegen der vielen Schwerverletzten dringend erforderlich. Bisher konnten wichtige Maßnahmen, die für die Rehabilitation und Vermeidung dauerhafter Behinderung nötig sind, nicht durchgeführt werden. Dazu zählen das Muskelaufbautraining und die Schmerztherapie genauso wie Maßnahmen zur Durchblutungsförderung und Muskelstimulation.

Durch das aktuelle Projekt kann dieser Mangel behoben werden.

Der Abschlussbericht des Projekts zur Rehabilitation und Prothesenversorgung in Jordanien bezieht sich auf den Zeitraum vom 01. November 2013 bis zum 31. Oktober 2015.

Was erreicht wurde:

1. Im Rehabilitationszentrum in Irbid sind wichtige Therapiegeräte zur Schmerzlinderung und zum Muskelaufbautraining vorhanden und werden zur Behandlung der Patienten eingesetzt:

Das Rehabilitationszentrum in Irbid konnte mit wichtigen Therapiegeräten zur Schmerzlinderung und zum Muskelaufbautraining ausgestattet werden. Insgesamt wurden 16 medizinische und physiotherapeutische Geräte von drei jordanischen Anbietern eingekauft.

2. Das Rehabilitationszentrum in Irbid konnte eine ganzheitliche Behandlung der Physiotherapie und (bei Bedarf) der ergänzenden Versorgung mit Prothesen anbieten, diese reichte von der Nachsorge bis hin zur Rehabilitation.

3. Das Personal wurde um jeweils 3 Physiotherapeuten und einem Neurologen im Rehabilitationszentrum erweitert, wobei eine der Physiotherapeuten eine Frau ist:

Im Zentrum in Jordanien konnte das Personal aufgestockt werden, drei Physiotherapeuten (darunter eine Physiotherapeutin), sowie ein Neurologe (in Teilzeit) konnten eingestellt werden, somit konnten mehr Patienten behandelt werden.

4. Es können 50% mehr Patientinnen und Patienten versorgt werden:

In der Komponente der Physiotherapie erhielten 823 Patientinnen und Patienten im Rehazentrum Irbid physiotherapeutische Behandlungen. Pro Monat fanden durchschnittlich 753 Behandlungssitzungen statt, die sich auf monatlich durchschnittlich 41 Patientinnen und Patienten verteilten. Ein Patient erhielt durchschnittlich 20 Sitzungen. Insgesamt haben während der Projektlaufzeit 16.567 physiotherapeutische Behandlungsstunden (Sitzungen) stattgefunden.

5. 217 Patientinnen und Patienten haben in Jordanien Prothesen erhalten:

In der Prothesenkomponente konnten insgesamt 236 Prothesen an 217 Begünstigte verteilt werden, damit hat das Projekt das Ziel erreicht bzw. sogar übertroffen.

6. Verteilung von orthopädischen Schuhen:

Insgesamt wurden 38 Schuhe an Patientinnen und Patienten verteilt, wobei das Angebot hier nicht auf Kinder beschränkt wurde, sondern für alle Altersgruppen galt.

7. Patienten haben einen hohen Grad an Mobilität erhalten.

8. Weiterbildung von drei Prothesenbauern in Jordanien:

Im Rahmen des Projektes haben drei medizinische Helfer ein Training zur Herstellung von Prothesen (mit Gelenken) erfolgreich absolviert. Das Training fand von April bis Oktober 2015 in Vollzeit statt. Die Trainees wurden sowohl in der Theorie (menschliche Anatomie und Prothesenherstellung) sowie in der Praxis in der Werkstatt (Kennenlernen der verschiedenen Instrumente und Prothesenteile, Untersuchung der Patienten, Abdrucknahme in Gips und Silikon, Prothesenherstellung und -anpassung) geschult.