Fakten zum Projekt

Land: Bangladesch

Ort: Deubari, Gemeinde Fatehpur Purbo Jaflang, Unterbezirk Gowainghat, Bezirk Sylhet 

Begünstigte: 2800 Familien (14.000 Individuen) in von Fluten betroffenen Gebieten

Projektziel: Unterstützung des Unterbezirks Gowainghat durch die Entwicklung von katastrophenresistenten Wassertechnologien und Schulung des Hygiene-Verhaltens

Gesamtkosten: 92.759,13 Euro

Projektdauer: 1.07.2014-30.06.2015 (12 Monate)

Überblick

 

Bangladesch ist eines der am dichtesten bevölkerten Gebiete in Südasien. Dort leben 155 Millionen Menschen auf 147.570 km². In einigen Regionen ist es schwierig an Trinkwasser zu gelangen, denn die Wasserversorgung geschieht größtenteils aus Grundwasserquellen. Aufgrund von zahlreichen Durchfallerkrankungen ist es wichtig, die Qualität des Trinkwassers zu gewährleisten. Das Grundwasser ist frei von krankheitserregenden Mikroorganismen, kann aber dafür Salze sowie Kontaminierung durch Arsen und Eisen enthalten.

Das Projekt adressiert gefährdete Gemeinden, die im Nordosten des von Fluten betroffenen Flachlands leben und häufig Naturkatastrophen ausgeliefert sind. Das Projekt soll diesen Gemeinden technisches Knowhow an die Hand geben und ein Bewusstsein für die Wichtigkeit der Verwendung sauberen Wassers vermitteln. Außerdem gibt es Schulungen zur alltäglichen persönlichen und familiären Hygiene.

Durch das Projekt werden das Vorhandensein sauberen Trinkwassers sowie die Hygiene gefördert. Dies soll sich langfristig auf die gesamte Gemeinde auswirken.





Video: Unsere Wasser- und Sanitärprojekte in Bangladesch

Der Bezirk Gowainghat ist ein geografisch gefährlich gelegenes Gebiet, wo Sturzfluten üblich sind. Zwischen Februar und Juni mangelt es der Bevölkerung an sauberem Trinkwasser. Sie müssen lange bis zum nächsten Brunnen laufen oder verwenden Oberflächenwasser für den täglichen Gebrauch und auch zum Trinken. Insbesondere Kinder leiden daher häufig unter Durchfall und Ruhr, ebenso wie an Fehl- und Mangelernährung. Auch fehlt es den Menschen an Wissen über Hygiene.

Islamic Relief wird das Projekt in Einbeziehung der lokalen Bevölkerung und Regierung durchführen.

Aktivitäten:

1. Für 2.800 Familien werden insgesamt 140 Brunnen gebaut.

• Ein Brunnen kann jeweils 20 Familien den Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen.
• Die Standorte werden so gewählt, dass sie leicht zu erreichen sind.
• Die Brunnen werden katastrophenresistent errichtet. Sie müssen dabei eine gewisse Tiefe haben, um Eisen im Wasser und die Austrocknung in der Trockenzeit zu vermeiden.

2. Je eine Person pro Familie (insgesamt 2.800 Personen) erhalten Hygieneschulungen.

• Es sind 140 Unterrichtseinheiten geplant
• Thema wird hauptsächlich die persönliche und familiäre Hygiene sein, darunter das Händewaschen, der Gebrauch sauberen Trinkwassers und das Katastrophenrisikomanagement.

3. Die Brunnen werden sorgfältig auf Arsen geprüft. Sollte Arsenkontaminierung festgestellt werden, ist eine erneute Bohrung notwendig.

4. 280 Techniker sollen außerdem für die Inbetriebnahme und Wartung des Brunnens ausgebildet werden.

• Die Auszubildenden sollen zu jeweils 50 Prozent aus Frauen und Männern bestehen
• Sie sollen nicht über 45 Jahre und körperlich fit sein
• Nach dem Training erhalten die Personen einen Werkzeugkasten
• Durch die Ausbildung ist es ihnen möglich, durch die Reparatur anderer Brunnen Geld zu verdienen

5. Beachtung des internationalen Hände-Waschtags und des Weltwassertags

• Anlässlich dieser beiden Tage im März und Oktober sollen hauptsächlich Schüler und Jugendliche durch eine Rallye einbezogen werden 

 

Trotz einer großen Menge vorhandenen Oberflächenwassers ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser erschwert. Krankheiten aufgrund von kontaminiertem Wasser und mangelndem Wissen über Hygiene sind in dörflichen Gegenden weit verbreitet. Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser verursacht wurden, sind für 24 Prozent der Todesfälle in Bangladesch verantwortlich. Jedes Jahr sterben etwa 110.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfall und Magen-Darm-Erkrankungen.

Die übermäßige Gewinnung von Wasser aus den Flüssen führt zu einem Sinken des Meeresspiegels, insbesondere in der Trockenzeit. Die Kontaminierung des Wassers mit Arsen sowie die Verstädterung, die Verwendung giftiger Düngemittel, Industriemüll und der starke Bevölkerungsanstieg macht es immer schwieriger, an sauberes Trinkwasser zu gelangen. In 61 Bezirken ist das Wasser mit Arsen verseucht, 23 Prozent der 31- bis 41-Jährigen, vor allem Frauen, sind davon besonders betroffen.

Der Bezirk Gowainghat liegt im Nordosten des Landes. Die Menschen dort haben Schwierigkeiten an sauberes Wasser zu gelangen, da der Grundwasserpegel stetig sinkt und andere Quellen fehlen. Mangelnder Niederschlag und die exzessive Nutzung des Grundwassers sind Gründe dafür.

Die Kontaminierung des Wassers mit Arsen wird als stille nationale Naturkatastrophe gesehen, die die Menschen in Bangladesch erheblich gefährdet. Mit diesem Projekt möchte Islamic Relief die Wassersituation verbessern.

 

 

Der Zwischenbericht des Projekts Wasser- und Sanitärprojekt in Sylhet bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis zum 21. Januar 2015.

Berichtszeitraum: 01.07.2014-21.01.2015

Hauptaktivitäten im Berichtszeitraum:

1. 2.802 Familien wurden für verschiedene Aktivitäten ausgewählt
2. 280 Techniker wurden für die Inbetriebnahme und Wartung des Brunnens ausgewählt.
3. 24 der Techniker wurden bereits ausgebildet und erhielten jeweils einen Werkzeugkasten
4. 140 Orte für den Brunnenbau wurden ausgewählt
5. 300 Haushalte profitieren von den bereits errichteten 15 Brunnen
6. 16 Brunnen wurden auf Arsen geprüft und für arsenfrei befunden
7. 87 Brunnen wurden gebohrt und werden nun weiter gebaut
8. 15 Brunnenplattformen wurden für die 15 fertigen Brunnen errichtet

Der Abschlussbericht des Entwicklungsprojekts "Wasser- und Sanitärprojekt in Bangladesch" (Sylhet) bezieht sich auf den Zeitraum vom 01.07.2014 bis zum 30.06.2015.

Was bisher erreicht wurde:

1. Für 2.806 Familien (12.939 Individuen) wurden insgesamt 140 Brunnen gebaut

2. 2.806 Familien erhielten Hygieneschulungen

3. 140 Brunnen wurden auf Arsen geprüft

4. 140 Teams aus 280 Personen wurden aus den begünstigten Familien für die Inbetriebnahme und Wartung der Brunnen ausgebildet und erhielten jeweils pro Person einen Werkzeugkasten

5. Beachtung des internationalen Hände-Waschtags, Weltwassertags und Schulwettbewerbe mit Preisverleihungen (Schreib- und Malwettbewerb zum Thema Wasser und Hygiene)

6. Diskussionsrunden mit Schülern über die Bedeutung von Wasser, Umgang mit Abwasser, Reinigung von Wasser, persönliche Hygiene, sichere Wasserquellen wurden durchgeführt

 

 

Errichtung einer Brunnenplattform
Errichtung einer Brunnenplattform
Durchführung von Arsentest des Brunnenwassers
Durchführung von Arsentest des Brunnenwassers
Ausbildung von 280 Technikern zum Brunnenwart
Ausbildung von 280 Technikern zum Brunnenwart
Aktion zum Hände-Waschtag in Bangladesch
Aktion zum Hände-Waschtag in Bangladesch
Islamic Relief: Bangladesch, Wasser- und Sanitärprojekt in Sylhet
Islamic Relief: Bangladesch, Wasser- und Sanitärprojekt in Sylhet
Schreibwettbewerb in Bangladesch zum Thema Wasser und Hygiene
Schreibwettbewerb in Bangladesch zum Thema Wasser und Hygiene