Konferenzen

Der Erfahrungsaustausch, die gemeinsame Erarbeitung von Lösungsansätzen für die modernen Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Aufbau von Partnerschaften auf nationaler Ebene und auf Projektbasis sind das Ziel von Konferenzen mit anderen Akteuren im humanitären Sektor.

Konferenz mit Welthungerhilfe

Gemeinsam mit der Welthungerhilfe führte Islamic Relief Deutschland im Dezember eine zweitägige Konferenz zum Thema Entwicklungszusammenarbeit und Islam durch. Inhalt waren die Herausforderungen für die Entwicklungszusammenarbeit in der islamischen Welt. Dieses Thema wird in Deutschland vor allem aus einer Problemperspektive diskutiert. Länder wie Afghanistan, Irak oder Somalia dominieren die Berichterstattung. Insbesondere nach dem 11. September stehen muslimische Hilfsorganisationen unter dem Generalverdacht, in terroristische Netzwerke involviert zu sein.

Für die Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe ergeben sich daraus gravierende Probleme, die sich in Vorurteilen und Missverständnissen zeigen. Dabei ist eine effektive und nachhaltige Hilfe, die bei der Bevölkerung ankommt, gerade in Ländern mit hohem muslimischen Bevölkerungsanteil elementar. Im UN Index der menschlichen Entwicklung belegen viele Länder mit hohem muslimischen Bevölkerungsanteil die unteren Plätze darunter Afghanistan, Tschad, Burkina Faso und Äthiopien. Darüber hinaus ist die Zahl der Staaten mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung, in denen es zu Krisen kommt und die auf externe Katastrophenhilfe und Rehabilitationsprogramme angewiesen sind, enorm.

Nahezu die Hälfte der geschätzten 1,3 Milliarden Muslime weltweit leben in absoluter Armut und meist in Gebieten mit gewalttätigen Konflikten und einem hohen Risiko für Naturkatastrophen . Dennoch erhalten muslimische Staaten im Hinblick auf Entwicklungshilfe nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie andere Länder. Auch haben islamische NGOs in Europa größere Schwierigkeiten von staatlichen Geldgebern unterstützt zu werden. Eine Auseinandersetzung mit der Rolle von Religion in der Projektarbeit ist aus den oben genannten Gründen für die Entwicklungspolitik unverzichtbar. Ein Teil des Problems ist der allgemeine Mangel an Wissen über den Islam und muslimische Gesellschaften in westlichen Ländern und andersherum über christliche Gesellschaften in muslimischen Ländern. Das Informationsdefizit begünstigt die Ängste und Vorurteile und behindert die Projektarbeit. Besonders in islamisch geprägten Ländern schürt auch die langjährige Geschichte westlicher Kolonisation und christlicher Mission das Misstrauen. Auf westlicher Seite wiederum besteht die Angst einer politischen Instrumentalisierung der Entwicklungszusammenarbeit von islamischen Hilfsorganisationen. Ähnlich wie für andere kulturelle Aspekte der Empfängerländer gilt auch für Religion, dass nur eine genaue Kenntnis der lokalen Strukturen zu einer Verankerung der Projekte in der Gesellschaft und damit zu nachhaltiger Entwicklung führen kann. Ziel der zweitägigen Konferenz war es daher, Grundlagen für ein besseres Verständnis im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen muslimischen und nicht-muslimischen Akteuren in der Entwicklungszusammenarbeit zu schaffen.

Insbesondere durch die Sichtbarmachung der Barrieren und der Ausarbeitung einer effektiven Zusammenarbeit sollte ein Weg gefunden werden, bestehende Hindernisse aufzuheben, um eine bessere Kooperation zu gewährleisten. Dadurch sollte die Effektivität der Hilfe in muslimischen Staaten gestärkt und die Zusammenarbeit zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Organisationen im Bereich der Entwicklungshilfe verbessert werden. Die Konferenz hatte den Anspruch, eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen. Sie brachte Erfahrungsberichte von Entwicklungshelfern in islamisch geprägten Regionen mit Vorträgen wissenschaftlicher Experten aus den Bereichen der Religionswissenschaft, Politikwissenschaft und Regionalwissenschaft zusammen. Die Idee war es, die Schwierigkeiten der jeweiligen NGO bei ihrer Arbeit und entsprechende Lösungsansätze aufzuzeigen. Ziel der Konferenz war es, eine Plattform des Erfahrungsaustausches und des Dialogs für Mitarbeiter des humanitären Sektors zu bieten. Es kam zu einem regen und positiven Austausch. Die Ergebnisse der Konferenz, so hoffen wir, werden sich positiv auf die Arbeit zwischen den NGOs auswirken. Eine stärkere Kooperation zwischen islamischen und nicht-islamischen Organisationen kann aus Sicht der Welthungerhilfe und Islamic Relief helfen, Missverständnisse zu überwinden. Dies gilt zum einen bei der direkten Zusammenarbeit in den Projekten vor Ort als auch bei der politischen Lobbyarbeit im Westen.

 

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Konferenzbericht

Den Bericht zur Konferenz finden Sie demnächst hier.